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1. Das Internet ist anders.

Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln - das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.

Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt - zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.

Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.

5. Das Internet ist der Sieg der Information.

Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.

Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.

Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.

8. Links lohnen, Zitate zieren.

Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.

Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.

Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.

Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen - sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.

Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.

Das Urheberrecht ist ein zentraler* Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.
*) Stilblüten-Alarm aufgehoben

14. Das Internet kennt viele Währungen.

Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.

Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.

Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.

17. Alle für alle.

Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte - und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.

Internet, 07.09.2009

Wer dabei mithelfen möchte, diesen Text weiterzuentwickeln, kann das gerne hier tun.

[Update: ] Nachgereichter Beipackzettel von Stefan Niggemeier

Kommentare:

Kommentar von Ein Besucher, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr wahre Worte, mussten mal gesagt werdne. Mal schauen, ob sie was ändern werden.

Kommentar von Fritten, geschrieben am 7.9.2009.:

Wohl war… wohl war….

Kommentar von Peter G., geschrieben am 7.9.2009.:

Die Zukunft wird es zeigen.

Kommentar von Markus Hündgen, geschrieben am 7.9.2009.:

Fünf Buchstaben und ein Sonderzeichen:
Danke!

Kommentar von HCL, geschrieben am 7.9.2009.:

*unterschreib*

(warum steht […]@elektrischer-reporter.de vorausgefüllt im email-feld?)

Kommentar von Lars Fischer, geschrieben am 7.9.2009.:

Alles nicht ganz neu, aber gut, dass das mal jemand so kompakt zusammengestellt hat. Die große Frager bleibt: Welche Konsequenzen zieht man nun daraus?

Ich bin übrigens mal gespannt, wann es ein entsprechendes Manifest für die Politik geben wird.

Kommentar von Johannes, geschrieben am 7.9.2009.:

Zeitlich gut platziert: Sommerloch ... vielleicht wandert es sogar in die “großen Medien”.

Kommentar von Fritten, geschrieben am 7.9.2009.:

Obwohl mir die gemeinsame Entwicklung eines “Internet-Manifestes” der erwähnten “Generation Wikipedia” besser gefallen hätte…

Kommentar von marcel bernet, geschrieben am 7.9.2009.:

Bravo. Klar. Irritierend. Viel. Lasst mich zwei Punkte rausnehmen:

Punkt 1, letzter Satz: Die Medien haben nicht die Pflicht, den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln. So formuliert könnte das in einem staatlich geförderten Mediengesetz stehen. Der bestmögliche Journalismus entwickelt sich von selbst, in einem steten Dialog von Angebot und Nachfrage, in der Auseinandersetzung mit pflichtfreien neuen Internet-Medien.

Punkt 5: Internet = Sieg der Information. Ich meine: Das Internet ist der Schleusenöffner der Informationsflut. Es bringt den Sieg der Schnellinfo, der Sofortinfo, der Schnippselinfo. Nein, das ist nicht schlecht. Das ist einfach so. Und natürlich gibts auch Tiefeninfo im Internet und sogar ernst gemeinten Dialog. «Sieg der Information» ist mir zu propagandistisch, vorwärts marsch. Hinter dieser geöffneten Schleuse versteckt sich ein Problem, dass sich mit Punkt 16, Qualität, ganz selbstreguliert und nach Kundenwunsch lösen, verändern, bewegen wird.

Kommentar von Swen Wacker, geschrieben am 7.9.2009.:

Viele einfache, wichtige Sachen, die viele einfache, wichtige Menschen noch nicht verstanden haben!
Dafür danke. Allerdings kommt mir das Manifest manchmal zu selbstverliebt vor. So ist “mein” Internet _ein neuer Ort für den politischen Diskurs, nicht _der_ neue Ort für den politischen Diskurs.

Kommentar von Timm, geschrieben am 7.9.2009.:

Absolut richtig und wichtig, eine gute Komprimierung der Argumente der aufgeklärten Sichtweise, die Journalismus-Debatte betreffend.

Hoffentlich wird dies die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient.

Kommentar von Volker Meise, geschrieben am 7.9.2009.:

Volle Zustimmung. Wäre schön, wenn sich diese Sicht durchsetzen würde. Arbeiten wir dran…

Kommentar von Jörn Kabisch, geschrieben am 7.9.2009.:

Kann ich uneingeschränkt mitzeichnen. Viele Grüße vom Freitag, Jörn Kabisch

Kommentar von Florian Fiegel, geschrieben am 7.9.2009.:

Da gibt es nicht wirklich etwas dran zu rütteln, da schon sehr gut komprimiert, deshalb: *unterschreib*

Kommentar von Facebook Justus Erb, geschrieben am 7.9.2009.:

Danke für diese Zusammenfassung, Gratuliere.
Zumindest alle Journalisten sollten ein bedungungsloses Grundeinkommen erhalten um ihre Meinungsfreiheit zu garantieren
Saludos
Facebook Justus Erb

Kommentar von Roger Zenner, geschrieben am 7.9.2009.:

“Mitgezeichnet, bevor man mitzeichnen kann.”

Kommentar von Jan, geschrieben am 7.9.2009.:

Danke! Wir dürfen den Verlegern mit ihrem Leistungsschutzgeschwurbel nicht die Deutungshoheit über die digitale Wissensgesellschaft überlassen!

Kommentar von Tobias Barth, geschrieben am 7.9.2009.:

Vollste Zustimmung meinerseits. Aber an “uns” ist das ja auch nicht geschrieben. Daher hoffe ich, Hinweise auf URL und Bedeutung sind an genügend Vertreter von Politik und “klassischer” Presse gegangen.

Kommentar von Christoph Zeuch, geschrieben am 7.9.2009.:

Unterschrieben!

Kommentar von Peter Bihr, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr wahr, sehr schön!

Kommentar von Thomas, geschrieben am 7.9.2009.:

“Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet”

Das scheint mir eher eine normative als eine deskritptive Aussage zu sein, obgleich es wie letztere klingt.

Und wenn, wie unter (10) geschrieben, das Internet die technischen Grenzen zwischen Amateur und Profi aufhebt, dann werden auch die technischen Grenzen für beide aufgehoben bei der Produktion von Werken, die man durch ein Urheberrecht schützen könnte. Insofern würde das Urheberrecht nicht nur Bürgerpflicht, sondern genau wie die zur Pressefreiheit aufgewertete Meinungsfreiheit ein Bürgerrecht des Einzelnen. Da der einzelne im Internet aber nicht zwingend ökonomisch agiert, ist das Bürgerrecht Urheberrecht, dann eher ein Schutzrecht gegenüber Missbrauch und Manipulation als ein Recht zum Schutz ökonomischer Interessen.

Urheberrecht als Bürgerpflicht klingt irgendwie als müsse es jeder beachten. Aber das ist ja jetzt auch schon so. Das ist die einzige These über die ich gestolpert bin.

Kommentar von Daniel Bongartz, geschrieben am 7.9.2009.:

Kompliment! Ich hatte teilweise Gänsehaut, als ich die Behauptungen gelesen habe. Ich glaube ihr habt da etwas Wichtiges und Großes geschaffen. Vielen Dank dafür! Ich würde mir wünschen, dass die Adressaten des Textes nicht auf stur stellen und hoffe auf Einsicht.

Kommentar von gerald angerer, geschrieben am 7.9.2009.:

so manifestiert sich der blogger/autor zum journalisten.. #lokalreporter

Kommentar von der Name, geschrieben am 7.9.2009.:

“Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen.” Den Journalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Seit wann hat Journalismus eine gesellschaftsbildende Aufgabe? Meinungsbildung ist mir schon klar aber Meinungsbildung = Gesellschaftsbildung halte ich für überzogen. Da würde sich der Jounalismus eine ganze Menge zutrauen.

Kommentar von Jens, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich dachte, ein Manifest würde Perspektiven und Wege aufzeigen, Forderungen aufstellen. Vielleicht sollten wir hier eher von 17 Geboten sprechen? Ein Hilfeschrei?

17 Aufrufe zur Diskussion und Thematisierung.

Diesen provokativen Ansatz finde ich sehr gut. Er rüttelt vielleicht den einen oder anderen wach.

Kommentar von Dirk Pogrzeba, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr gut zusammengetragen und durchformuliert. Bleibt zu hoffen, dass die Zielgruppen, an die das Manifest gerichtet ist, darauf reagieren werden…

Kommentar von Thomas Richers, geschrieben am 7.9.2009.:

*auchunterschreib*

Kommentar von Uwe, geschrieben am 7.9.2009.:

Das habt Ihr sehr gut gemacht!

Kommentar von FeFe, geschrieben am 7.9.2009.:

17 Thesen von 15 Leuten sind auch nicht das Internet.

Kommentar von Daniel Thiem, geschrieben am 7.9.2009.:

Da zeichne ich doch glatt mal mit

Kommentar von ring2, geschrieben am 7.9.2009.:

18:

Blondinenwitze sind ok.

Kommentar von Omar Abo-Namous, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich kann den Thesen fast vorbehaltlos zustimmen. Es ist aber nicht eindeutig, was unter Punkt 6 zu verstehen ist. Klar müsste sein, dass das Internet zunächst einmal den Journalismus verändert. Dies ist aber zugunsten des wertenden “verbessert” gestrichen worden. Aber: nicht jede Anwendung des Internets verbesser automatisch den Journalismus, oder?

Ansonsten: Sehr gute Arbeit, die hoffentlich breiten Anklang findet.

Kommentar von Doris Hammerschmidt, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr souverän, kühl und angenehm hämelos zusammengefasst. Vorsprung durch Vernunft. Gratuliere. Unterschreibe.

Kommentar von stefan sengst, geschrieben am 7.9.2009.:

auf der suche nach selbstbeweihräucherung ziehen 15 gesellschaftlich (selbst)erprobte in das land und erklären das wasser der welt, während sie händereibend und kichernd die weingläser leeren. was schreibt man denn so um euch dabei zu erbauen. ah ja! ganz toll! super leistung! nicht schlecht! wow! und nicht zuvergessen: großartig! aber 17 THESEN als manifest? wie und wodurch sind eure punkte umzusetzen? wer muss wachgerüttelt werden? wer soll erreicht werden? nur mal schnell tweeten und den menschen verklickern: “schaut, was wir feines gedacht haben!” ist unzureichend. lobenswert wäre eine umfassende auseinadersetzung

Kommentar von Dietmar Schneider, geschrieben am 7.9.2009.:

Find ich gut.

Kommentar von Bernd Schwer, geschrieben am 7.9.2009.:

Meine volle Zustimmung zu dieser wichtigen und wertvollen Initiative. Bleibt zu hoffen, dass das Manifest nicht nur von Online-Journalisten getragen wird, sondern dass auch die Kollegen in den Print-Häusern sich den Thesen öffnen - und sie offensiv gegen häufig mauernde Verleger vertreten.

Kommentar von Thomas Cloer, geschrieben am 7.9.2009.:

Ihr dürft mich als Mitunterzeichner verbuchen, werte Kolleginnen und Kollegen.

Kommentar von Maria, geschrieben am 7.9.2009.:

Musste mal gesagt werden.
Ich kann dem überwiegend zustimmen - nur eines fehlt mir:

Wie soll sich online Qualitätsjournalismus finanzieren?
Es wird nur gesagt, dass Formen gefunden werden sollen, aber wie könnte das aussehen? Derzeit sind rote Zahlen bei Internetportalen der Qualitätsmedien ja leider das Normale.

Ich habe keine Antwort darauf, aber bin gespannt, was Menschen hier darüber denken.

Kommentar von Hank, geschrieben am 7.9.2009.:

Ja. Schön. Und jetzt? Ein “Manifest” ist das nicht ... Alltbekanntes neu aufgewärmt.

Kommentar von souljacker13, geschrieben am 7.9.2009.:

So klar, so einfach, und doch scheinbar unverständlich für viele priviligierte meinungsmacher!

Kommentar von Lore Reß, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr gut.
Stellt die Thesen in ein Wiki und schreibt die Journalisten und Verleger der Print-Magazine (und deren Online-Ableger) an, um die zu kommentieren. Politiker natürlich auch!

Kommentar von Ralf Willke, geschrieben am 7.9.2009.:

Zustimmung in allen Punkten!

Kommentar von Julian, geschrieben am 7.9.2009.:

Bin einverstanden. Schön, dass das jemand mal so übersichtlich auf den Punkt bringt.

Kommentar von Jens, geschrieben am 7.9.2009.:

Noch eins: Ein Aufruf zum Dialog ist das nicht!

Kommentar von Stephanie Ristig-Bresser, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich unterschreibe uneingeschränkt und lebe dieses Manifest mit.

Sehr gut auf den Punkt finde ich den Aspekt der Vernetzung: Der Grad der Verlinkung als Kriterium für Qualität.

Sehr gut auch: “Es sollte unterschieden werden nicht zwischen bezahltem und unbezahltem Journalismus sondern zwischen gutem und schlechtem grin.”

Kommentar von Anna Jumped, geschrieben am 7.9.2009.:

gekauft!

Kommentar von Gretus, geschrieben am 7.9.2009.:

Hallo,

Punkt 8 werde ich als Tapete an Hubert Burda verschicken, lol…

Grüße

Gretus

Kommentar von moekje, geschrieben am 7.9.2009.:

Ansich eine gute Sache, aber die 13 Herren und zwei(!) Damen finde ich erstens in ihrer soziographischen Zusammenstellung unpassend, um ein Manifest zu veröffentlichen. Und zweitens hat sich der eine oder andere schon lange zu sehr inhaltlich ins Aus geschossen, um ein ernstzunehmendes Manifest zu veröffentlichen.

Kommentar von Peter Wolf, geschrieben am 7.9.2009.:

Ein Manifest für eigentlich Selbstverständlichkeiten der freiheitlich demokratischen Kommunikationskultur, aber es muß wohl mal so zusammengefasst gesagt sein! Man liest zwischen den Zeilen den Widerhall der Absichten der Widersachermächte. Sollte man nicht jeweils sozusagen als Fussnote die Befürchtungen die zu diesen Thesen führen, bzw. die dem Gemeinwohl entgegengesetzten Bestrebungen anführen?

Kommentar von Karl Bihlmeier, geschrieben am 7.9.2009.:

17 Behauptungen? 17 Fakten triffts eher. Gut formuliert. Danke!

Kommentar von bugsierer, geschrieben am 7.9.2009.:

gut gedacht, gut gemacht. danke.

Kommentar von Ralph, geschrieben am 7.9.2009.:

Gut ist das jetzt einmal festgehalten. Zur Nachlese für die “traditonellen” Medienhäuser.

Kommentar von Tom, geschrieben am 7.9.2009.:

Spreading the word. Signed!

Kommentar von C_Koenneker, geschrieben am 7.9.2009.:

Vier kurze Anmerkungen eines Menschen, der sich selbst den Kopf zerbricht, wie man Qualitätsjournalismus im Netz und darüber hinaus dauerhaft finanzierbar machen kann - und der das “Manifest” im Großen und Ganzen gut findet:

“Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf.” (Punkt 10) Diese Aussage ist grundlegend - und richtig.

“Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit.” (Punkt 8) Diese Aussage ist ebenfalls grundlegend - nur leider so nicht richtig. Richtig ist: Suchmaschinen erhöhen die Auffindbarkeit von vielen Inhalten und “ranken” diese. Was oben steht, das ist nur leider längst nicht immer das “beste” - nach Kriterien des “Qualitätsjournalismus” bemessen. Das zeigt die tägliche Erfahrung.

“Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware.” (Punkt 16) Das ist falsch. Das Internet entlarvt gar nichts. Sondern Menschen, die sich im Netz bewegen, können mit seiner Hilfe “gleichförmige Massenware” entlarven. Die Unterzeichner gehören zweifellos zu diesen mündigen Nutzern, die ständig entlarven, dass in allen möglichen Schaufenstern stets nur dieselbe Wäsche ausliegt. Aber als Experte sollte man nicht voreilig von seinen eigenen Nutzergewohnheiten und -fähigkeiten auf die Allgemeinheit schließen. Dass eine ganze “Generation Wikipedia” dies ebenfalls einfach so kann, darf bis auf weiteres getrost bezweifelt werden.

“Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.” (Punkt 17) 100%ige Zustimmung!

Kommentar von Brett, geschrieben am 7.9.2009.:

Habe es gerade nur überflogen. Viel Zustimmung. Aber in 1 Punkt empirisch basierte Ablehnung: “Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe.” Ich habe die Gen Wiki hier zu Hause in 2 Exemplaren sitzen. Die Naivität gegenüber Wikipedia im Besonderen und allen sogenannten Informationen im Allgemeinen ist enorm. War vielleicht nie anders. Und die “alten” Medien sollen ja auch nicht so tun, als wären sie jederzeit die Hüter der journalistischen Qualittäskontrolle gewesen. Wichtig ist eher der Faktor Zeit. Früher hatten Journalisten Zeit für eine gründliche Recherche. Top-Schreiber konnten Wochen oder Monate an einem Thema arbeiten. Diese Qualität gibt es bald nur noch bei 2 Instanzen: Wissenschaftler und leidenschaftliche “Amateure”. Profis, Halbprofis, Blogger etc. alle nur noch gehetzt, kurzatmiger und “meinungsfreudiger” denn je. Die Frage wird für mich jedenfalls sein, wer die Zeit für Qualität zur Verfügung stellt. Vielleicht Cloud-journalism? Jeder ein paar Minuten? Ich glaub’s nicht.

Kommentar von Daniel Kopp, geschrieben am 7.9.2009.:

Ein sehr wahrer Text! Danke.

Kommentar von Beobachter 2. Ordnung, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Manifest ist gut.

Bis auf diesen Punt: “5. Das Internet ist der Sieg der Information.” Er ist mir undifferenziert. Was ist besiegt worden?

Manche sagen Information entstehe durch einen Reiz, der einen Unterschied für jemanden macht. Unterscheiden kann man nur selbst, bewusst und unbewust. Hat ein Mensch heute deutlich mehr geistige Bandbreite, um Unterscheidungen zu treffen? Also braucht man Filter. Das Netz erhöht die Zahl dieser Filter ins Unermessliche. Manchmal glaube ich, da draußen gibt es Millionen Menschen, mit denen ich keinen einzigen Filter teile - und sie auch untereinander nicht. Das bedeutet Beliebigkeit.

Was soll also besiegt worden sein? Möglicherweise eher Gedanken und Normen, die die Gesellschaft zusammenhalten.

Kommentar von Konstantin Pflüger, geschrieben am 7.9.2009.:

Danke für das Aufschreiben. Bei Punkt 9 würde ich “neue” weglassen.
Von der Chance auf Basisdemokratie und politischem Diskurs in öffentlich zugänglichen Netzwerke reden wir schon seit der Vernetzung von Mailboxen.

Kommentar von jones, geschrieben am 7.9.2009.:

Dem ist nichts hinzu zu fügen. Danke!

Kommentar von Bernhard Smolarz, geschrieben am 7.9.2009.:

Dies ist mal schön Ausgedrückt was die Piratenpartei fordert und sich von der Journalie wünscht. Nicht den Protektionismus und die Verknappung von Wissen und Information die in der Gesetzgebung (und (verallgemeinert)von den Lobbyisten der Verwerter und Verlage) favorisiert wird.
Vielen Dank.

Kommentar von Beobachter 2. Ordnung, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Manifest ist gut.

Bis auf diesen Punkt: “5. Das Internet ist der Sieg der Information.” Was ist besiegt worden?

Manche sagen Information entstehe durch einen Reiz, der einen Unterschied für jemanden macht. Unterscheiden kann man nur selbst, bewusst und unbewust. Hat ein Mensch heute deutlich mehr geistige Bandbreite, um Unterscheidungen zu treffen? Also braucht man Filter. Das Netz erhöht die Zahl dieser Filter ins Unermessliche. Manchmal glaube ich, da draußen gibt es Millionen Menschen, mit denen ich keinen einzigen Filter teile - und sie auch untereinander nicht. Das bedeutet Beliebigkeit.

Was soll also besiegt worden sein? Möglicherweise eher Gedanken und Normen, die die Gesellschaft zusammenhalten.

Kommentar von Dirk Ellerbrok, geschrieben am 7.9.2009.:

Alles schön und gut! Nur überprüft mal Punkt 5, “unzulängliche Technologie”: Richtiger wäre hier m.E. unzulängliche *Technik*, denn Technologie ist was anderes als Technik, nämlich die Lehre oder Wissenschaft einer Technik (http://de.wikipedia.org/wiki/Technologie). Und die kann eigentlich nichts dafür.

Kommentar von R.P.G., geschrieben am 7.9.2009.:

Prima Sache. Bleibt die Frage, ob der Manifestcharakter des Werks einer dialogorientierten Rezeption im Wege steht oder diese erst ermöglicht.

Kommentar von Max Senges, geschrieben am 7.9.2009.:

Respekt - Ein echt sinnvolles dokument - hoffe es gibt bald eine englische version!

Kommentar von Rafael Eduardo Wefers Verástegui, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich unterstütze das o.g. Manifest.

Kommentar von Willi Babernits, geschrieben am 7.9.2009.:

Danke, sowas hat tatsächlich mal gefehlt. Aber beim nächsten mal bitte nicht Apache verwenden, wenn ihr sowas publik macht…

Kommentar von sprite69, geschrieben am 7.9.2009.:

*korrekt*

SEO, SEM, DAO etc. funktionieren ausschließlich in beide Richtungen.

Da ich allerdings die von Ihnen getroffenen Aussagen zum Großteil stütze, gibt es einen BL ohne nofollow.

Kommentar von TNeukoelln, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr schön formuliert! Glückwunsch! Ich hoffe es findet die nötige Beachtung.

Kommentar von KLARDEUTSCH, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Manifest stellt 17 Behauptungen auf. Dabei sind es doch eher Thesen.

Und noch nicht einmal gut untermauerte: Was soll denn so ein Nullsatz wie “Das Internet ist anders” heißen? Anders als was? Und worin anders?

Es stimmt auch nicht, dass die “Mehrheit in der westlichen Welt” soziale Netzwerke nutzt. 34 Prozent tun das in Deutschland. Und nur 67 Prozent nutzen das Internet. Aber klar: Auf die tattergreisigen Technikverweigerer muss die neue Online-Demokratie natürlich keine Rücksicht nehmen.

Warum steht in These 15, “journalistisch vertretbare Formen der Refinazierung wollen [in Zukunft?] entdeckt (sic!) und erprobt werden?” Während es in These 12 heißt, es gebe schon viele Beispiele, mit journalistischen Inhalten Geld zu verdienen.

Ausführlichere Auseinandersetzung mit den Thesen in meinem Blog: http://klardeutsch.blogger.de/

Kommentar von WhiteHaven, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich finde dieses Manifest supergut formuliert! Kleines Detail noch zu Punkt 10: Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit: “...für jeden gelten, der zur Erfüllung journalistischer Aufgaben beitragen kann.” Deshalb auch: uneingeschränkte Publizierungsrechte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Im Internet gewährleisten.

Kommentar von Stefan, geschrieben am 7.9.2009.:

...und jetzt das Ganze nochmal in 140 Zeichen, bitte!

Kommentar von Hanno Z, geschrieben am 7.9.2009.:

Schön, dass es eine Gegenmeinung zum Sozialismus-für-das-Kapital-Aufruf der Verleger gibt.
Es ist klar, wer 20% Umsatzrendite aus einem Verlag erwirtschaften will, kann keinen Schwerpunkt auf Qualität legen. Im Gegenteil, der Ruf nach staatlicher Alimentation führt automatisch in das untere (und vor allem unkritische) Mittelmaß, wie das öffentlich-rechtliche TV gerade mit viel Geld in der Hand vorführt. Ich kann doch die Hand nicht beissen, die mich füttert.

Es würde mich freuen, wenn eine “natürliche” Entwicklung, wie sie in diesem Manifest aufgezeigt wird, sich durchsetzen könnte. Ich füchte allerdings, dass sich die Verfasser des Hambuger, sowie des Heidelberger Appels durchsetzen werden, sprich sich eine staatliche Alimentierung sichern (20% müssen ja irgendwo herkommen) und gleichzeitig das Web zu regulieren, den die kapitalistische Landnahme erfordert den Zugang für mögliche Konkurrenten zu verhindern.

Ich möchte dann noch darauf hinweisen, dass das Sturmgeschütz der Monopolmusikindustrie, Gorny, in eine ähnliche heidelbergerische Kerbe schlägt.

Kommentar von jke, geschrieben am 7.9.2009.:

Die Formulierung und der Wortlaut in den einzelnen Punkten empfinde ich als zweitrangig - wichtig ist doch, dass die Botschaft bei der Zielgruppe (=> traditionellen Medien, Öffentlichkeit, ???) ankommt und sich etwas ändert.

Für Formulierungsänderungen kann man den Text auch in ein Wiki kopieren und dann können sich alle daran austoben.

Dass jetzt 17 Persönlikchkeiten aus der dt. Blogosphäre hier für uns stellvertretend den Stein ins Rollen bringen erscheint da für mich auch eher zeitrangig.

Kommentar von e7, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich hoffe doch mal, dass das noch jemand unserer hart arbeitenden Bundeskanzlerin überreicht. Und dann bin ich gespannt, ob die Öffentlich-Rechtlichen darüber berichten…

Kommentar von Jörg Marx, geschrieben am 7.9.2009.:

Die Argumente sind nicht neu, aber endlich mal auf den Punkt gebracht. Ich unterschreibe alle 17 Thesen.

Kommentar von Simon Pawlik, geschrieben am 7.9.2009.:

Dieses Manifest ist eine echte Bereicherung. Jeder der davon erfährt sollte es unbedingt publik machen, in welcher Form auch immer!

Grüße aus dem schönen Frankenland

Kommentar von Vincent, geschrieben am 7.9.2009.:

*unterschrieben*

Sehr gut. Wird verbreitet.

Kommentar von Reinard Schmitz, geschrieben am 7.9.2009.:

Dass wenige, eigentlich gar keine bekannten »Qualitätsjournalisten« unter den Erstunterzeichnern sind: Hat das was zu bedeuten?

Kommentar von Rainersacht, geschrieben am 7.9.2009.:

Was gegen dieses Dokument spricht? Vor allem diejenigen unter den Mitverfassern und Erstunterzeichnern, die schon seit Längerem in ganz eigenem Geschäftsinteresse nach der Deutungshoheit zu diesem Thema grabschen und sich vor keiner Alberneit und Peinlichkeit scheuen.

Man könnte sie auch die deutsche Netzmafia nennen…

Kommentar von Hendrik Zörner, geschrieben am 7.9.2009.:

Die meisten der 17 Thesen bringen eine Entwicklung treffend auf den Punkt, die seit Jahren im Gange ist - die meisten, nicht alle. So etwa, wenn es im Zusammenhang mit dem Urheberrecht heißt: Eigentum verpflichtet. Bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von hauptberuflichen freien Journalisten in Höhe von etwa 2.000 Euro klingt der Satz zynisch. Zumal der Durchschnitt weiter sinken dürfte, wenn dank gelockerten Urheberrechts noch weniger für Onlinebeiträge gezahlt würde. Widerspruch melde ich auch da an, wo die Wahl zwischen gutem und schlechtem Journalismus losgelöst vom Einkommen der Journalisten getroffen werden soll. Wie stellen sich die Verfasser des Manifests denn bitte guten Journalismus ohne entsprechende Verdienstmöglichkeit vor? Ambition allein reicht nicht aus. Und dann fehlt mir noch der Hinweis auf die Medienkompetenz. Denn dass im Internet auf Dauer nur die sorgfältig recherchierten Themen und Beiträge ihre Chance haben, ist mit Blick auf die Realität nun mal nicht wahr.

Kommentar von Oliver, geschrieben am 7.9.2009.:

Ihr sagt “Internet” und meint das Web. Und wenn Ihr “Web” sagt, vergesst Ihr mobile Anwendungen. Die müssen weder mit dem Internet noch mit dem Web etwas zu tun haben. Die “Generation Handy” lässt grüssen.

Kommentar von D. Weßling, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich unterstütze die obigen Aussagen!

Kommentar von moldo, geschrieben am 7.9.2009.:

klasse! und jetzt brauchen wir ein Lied und eine Fahne .. ich bin übrigens dafür, dass Sacha Lobo die Fahne trägt, wegen der Frisur schon (und auch ein kleines bisschen, weil er eh schon verbrannte VF-Erde ist smile

Kommentar von Olaf Stichtenoth, geschrieben am 7.9.2009.:

Liebe Autoren des Internetmanifestes,
schön, dass Ihr Euch mit Eurem (WEB)Ruhm für die Freiheit im Internet einsetzt. Aber was sollen die ganzen Passagen, die offensichtlich für Medienunternehmen geschrieben sind, und diesen erklären sollen, dass sie Ihr Geschäftsmodell der neuen Wirklichkeit anpassen müssen? Ist es nicht so, dass Medienunternehmen sich anpassen müssen, oder verschwinden werden? Auch juristische Schachzüge können diesen Prozess höchstens aufhalten. Ich denke, um sihc hinter ein Manifest zu stellen, sollte dieses klarer auf die Freiheit und weniger auf Geschäftsmodelle bezogen sein.
viele Grüße
Olaf stichtenoth

Kommentar von Teo, geschrieben am 7.9.2009.:

Unsinn! Internet und Journalismus haben nur bedingt miteinander was zu tun. Zweiters ist mittlerweile von ersterem abhängig! Ich finde es eine Frechheit wie sich die momentane (deutsche)Blogosphärenboheme zum Wortgeber der (deutschen) Internetgemeinde aufschwingt! Ehrlich das Netz ist hat gesehen wie Ihr gekommen seid und wir werden es erleben wie Ihr wieder geht. Bitte sprecht für euch und nicht für ALLE. Das hier ist ein “Journalismus in der neuen Zeit-Manifest” und hat NICHTS aber auch GAR NICHTS mit dem Netz als solches zu tun…just my 2 cents

Kommentar von Muetzenfrosch, geschrieben am 7.9.2009.:

*unterschrieben*

Kommentar von Hubertus, geschrieben am 7.9.2009.:

Eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken Manifest zu nennen, einfach deswegen, weil eine entsprechende Internet-Domain noch frei war, lässt nichts Gutes ahnen.

Ansonsten habe ich Folgendes zu sagen:
Ad1. „Das Internet ist anders.” – Wer hat Gegenteiliges behauptet?
Ad2. „Schlüssellochfunktion” gilt nur für eine ganz bestimmte Art von Journalismus. „Filterfunktion”, die hat Journalismus wohl, auch im Internet, das ist, was man Auswahl nennt, füher hieß das einmal Dienst am Leser.
Ad3. „Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.” – Was ist eigentlich mit den Millionen Menschen, die ganz gut ohne Internet auskommen und es nur nutzen, wenn sie es brauchen, etwa um ein Bahn-Ticket zu kaufen? Sind die nicht mehr Teil der Gesellschaft? Gilt, dass derjenige, der Debatten etwa auf dieser Website nicht verfolgt, sich selber ins Aus stellt? Und was ist eigentlich mit all denen, die dort wohnen, wo es kein Breitband gibt?
Ad4. Geschenkt.
Ad5. „Das Internet ist der Sieg der Information.” Information ohne Kontext ist nichts.
Ad6. „Das Internet verbessert den Journalismus”. So weit mir bekannt, trifft das mehrheitlich nur auf solche Seiten zu, bei denen direkt oder indirekt Qualitätsanbieter aus der analogen Welt dahinter stehen. Gegenbeispiele immer herzlich willkommen.
Ad7. „Das Netz verlangt Vernetzung.” – Wer widerspricht dem?
Ad8. „Links lohnen, Zitate zieren.” Exakt, so war es schon immer, auch bei Printmedien. Deshalb hat es so umfassende Kontroversen wie den Historkerstreit gegeben.
Ad9. „Das Internet ist der neue Ort für politischen Diskurs.” – Na, dann stellen wir einmal ganz schnell alle Stühle auf die vielen Stammtische in den Kneipen.
Ad10. „Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.” – Genau, das Ganze ist sogar gesetzlich geregelt, seit mindestens 1949 und galt schon immer für alle.
Ad11: „Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.” – Exakt, nur muss man die Informationen auch einordnen und in Wissen umwandeln können. Information per se ist wertlos.
Ad12. „Tradition ist kein Geschäftsmodell.” – Richtig, sagt auch keiner außer Ihnen. „Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen.” – Zahlreiche Beispiele werden sicher folgen, aber bitte keine Quersubventionierungen durch Printverlage anführen, das wäre langweilig.
Ad13. „Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.” – Genau, aber wie durchsetzen? Und was tun, wenn der eigene Text wiederrechtlich irgendwo aufgeführt wird und im Zweifel bei irgendeinem Newsaggregator in Timbuktu lagert?
Ad14. Wie viel Geld kann ein journalisitisches Angebot im Internet durch Werbung wirklich umsetzen, um Gewinne zu erwirtschaften und die Journalisten lebenswürdig zu ernähren? ich hoffe auf zahlreiche positive Beispiele.
Ad15. Schön, dass die Zeiten, in denen der traditionelle Journalismus für teure Zeitungsseiten nur flüchtige Texte produziert hat, endlich vorbei sind und durch so ein langfristig orientiertes Medium wie das Internet ersetzt wurde. Deswegen jagen jetzt auch endlich keine Breaking News mehr durch die Welt, die sich dann als falsch herausstellen und zurückgenommen werden müssen. Endlich Zeit zum Nachdenken! Schön auch, dass mit dem Internet die dort publizierten Texte zu einem „Archiv der Zeitgeschichte” werden, Zeitungen und Zeitschriften waren das ja bekanntlich nie, weshalb die Historiker seit 150 Jahren auch keine Quellen für ihre Thesen hatten.
Ad16. „Qualität bleibt die wichtigste Qualität.” Deswegen hat eine Meldung über Whitney Houston heute auch endlich viel weniger Leser als ein Artikel über, sagen wir, Schwule im Irak.
Ad17. „Alle für alle” – Endlich nur noch aufgeklärte Leser, die nicht mehr jeden Mist glauben, sondern sich auf die Suche machen nach den Quellen. Und keine Meldung wird mehr viral verbreitet, bis nicht geklärt ist, ob es sich nicht vielleicht doch um eine Falschmeldung handelt.

Danke, liebes Internet-Manifest.

Kommentar von Bernd Feinigel, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Internet wird völlig überschätzt

Kommentar von Max, geschrieben am 7.9.2009.:

Ziel erreicht! Es wird diskutiert! ich habe das Manifest auf meinen Blog gestellt, damit die Menschen denken. Denn darum geht es bei Journalismus. Äusserungen wie: “Eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken Manifest zu nennen, einfach deswegen, weil eine entsprechende Internet-Domain noch frei war, lässt nichts Gutes ahnen.” Halte ich für respektlos den Urhebern gegenüber. Besonders wenn der Kommentar fast länger wird als das Manifest.
Gut gebrüllt, Löwe! Dank an die Autoren. Grüsse aus dem rebellischem Eimsbüttel

Kommentar von jeo, geschrieben am 7.9.2009.:

Absolut dafür.

Kommentar von Norman, geschrieben am 7.9.2009.:

“Manifest?”

Sehe ich nicht..nichts weiter als 17 aufgewärmte Thesen von den grössten Wichtigtuern der deutschen Blogosphäre.


Das sowas mal wieder im Berliner Mikrokosmos entsteht ist nicht weiter verwunderlich.

Aber um ehrlich zu sein, hätte ich gerade vom Herrn Stefan Niggemeier etwas mehr erwartet, da er sonst ganz vorne dabei ist, “heisse Luft” in eine kühle Brise zu verwandeln.

Bei den Herrschaften der “Spreeblick Verlag KG ” wundert mich hingegen gar nichts mehr.

Ich habe keine Ahnung für wen Ihr sprechen wollt, aber lass mich bitte daraus.

vg aus Berlin
/norman

PS: Für etwaige “ad hominems” entschuldige ich mich, aber leider emfpinde ich das als nötig.

Kommentar von Claudia Sommer, geschrieben am 7.9.2009.:

Unterschreibe ich zu 100%

Toller Text!!!

Kommentar von PowerPiko, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Internet bietet nicht nur Möglichkeiten zur freien Meinung sowie die Möglichkeit sich diffenziert eine Meinung zu bilden, nein, es bietet leider auch Möglichkeiten zur Kontrolle, zur Zensur und zur Gleichschaltung der etablierten Medien.

Kommentar von Hubertus, geschrieben am 7.9.2009.:

@Max
Entschuldigung, aber der Begriff Manifest meint mehr als nur das Zusammenstellen von Thesen ohne Begründung. Eine Liste von Behauptungen ist kein Manifest. Und Herr Knüwer sagt selbst, dass es Manifest heißt, weil die domain noch frei war. Wenn diese Feststellung schon respektlos ist, was sind dann erst die Inhalte des “Manifests”?

Kommentar von emwede, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich denke, was den “QualitätsjournalistInnen” klar ist oder werden wird ist, dass es in Zeiten des Internet kein Privileg mehr ist eine Nachricht, eine Meinung verbreiten zu dürfen. Ein Massenmedium zu besitzen und darin selbst ausgesuchte Nachrichten und eigene Meinung zu veröffentlichen ist kein Privileg mehr.

Es ist weiterhin ein Privileg, mehr Aufmerksamkeit für die eigene Meinung zu erhalten, als in der direkten Zweipersonen Mensch-zu-Mensch Kommunikation. Die Fähigkeit, ein Massenmedium wie das Internet adäquat und ernsthaft publizistisch nutzen zu können, ist also weiterhin ein Privileg. Das ist das, was von Qualitätsjournalismus übrig bleiben wird. Ein Privileg, das eine jede/r sich täglich neu erarbeiten oder aber abgeben muss.

Wer zukünftig so privilegiert sein will, darf nicht noch fragen: wer bezahlt mich dafür?

Die Antwort in Zeiten des Internet ist natürlich und selbstverständlich: niemand!

Denn niemand bezahlt dafür, dass ausgerechnet Du JournalistIn Deine Nachricht, Deine Meinung verbreiten willst. Da sind noch 6 Milliarden andere, wie Du auf dieser Welt, die auch Nachrichten und Meinungen haben.

Ist es Dir eine Herzensangelegenheit, Dein mögliches Privileg zu nutzen, Deine sprachliche Macht auszuüben, Deine Nachricht zu verbreiten, Deine Meinung zu teilen? Dann wirst Du die Aufmerksamkeit finden, die Dir und Deiner Herzensangelegenheit gebührt.

Ist es Dir keine Herzensangelegenheit sondern ein Geschäft, für das Du bezahlt werden willst? Dann schweige besser oder versuch anderes nutzloses Zeug, wie z.B. Viagra im Internet zu verkaufen. Du wirst für ein Geschäft (sei es Nachricht oder Meinung) im Internet auf Dauer nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten, als jede/r andere der 6 Milliarden auch.

Womit Du Dein Geld verdienen sollst, wofür man Dich bezahlen wird? Jedenfalls nicht dafür, dass Du, JournalistIn wie in den Zeiten vor dem Internet ein Aufmerksamkeitsprivileg gegenüber anderen genießen darfst.

Das Internet ist endlich die lang herbei gesehnte Sozialisierung und Demokratisierung der Pressefreiheit, der Sturz der Meinungsmacht und MeinungsmacherInnen - wir müssen sie nicht einmal wie einst die Franzosen ihre MeinungsmacherInnen zum Schafott führen. Die Freiheit kommt von ganz alleine.

Natürlich wird es immer selbsternannte “Eliten” geben, die Sozialisierung und Demokratisierung für Profanisierung halten.

In der Menschheitsgeschichte war aber bisher IMMER das Gegenteil der Fall. Diktatur, EIgentum an Produktionsmitteln (Zeitungen, Radio, TV) und Privilegien führten zu Profanität und Dekadenz, Demokratisierung führte zu fruchtbarem Wandel.

So wird es auch mit dem Internet und dem Journalismus sein.

Ach ja, Ihr Geschäftemacher in JourmalistInnen-Pose könnt gegen das Internet und seine Folgen aufbegehren, wie einst die Weber gegen die Dampfmaschinen - Ihr werdet wie diese nicht gewinnen dadurch. Ihr könnt aber auch mitmachen und alle werden gewinnen - auch Ihr.

Insofern: habe unterschrieben, Eure 17 Thesen (hätten Ihr nicht wenigstens symbolisch 95 draus machen können?)

Kommentar von Olaf Karsten, geschrieben am 7.9.2009.:

Nun, Internet-Manifest ist eine fette Überschrift. Dafür ist der Inhalt zu dünn. Alles andere aber trifft die wesentlichen Punkte der Debatte um Qualitätsjournalismus und Meinungsfreiheit. Toll! [aber eben nur EIN (wichtiger) Teil des Internets]

Kommentar von loldongs, geschrieben am 7.9.2009.:

was für ein kreisgewichse.

aber danke, das ihr euch mal wieder ins bewusstsein der medien gebracht habt, ihr aufmerksamkeitshuren.

Kommentar von Iris, geschrieben am 7.9.2009.:

Verglichen und Euer Remake für langweilig befunden.

Kommentar von Muriel, geschrieben am 7.9.2009.:

Mir kommt das alles so selbstverständlich und uninteressant vor, so lieblos formuliert und so abgeschliffen, dass sich kaum noch eine echte Bedeutung drin finden lässt. Aber vielleicht liegt das an mir.
Und übrigens, es haben schon andere vor mir geschrieben, aber darauf kann man gar nicht genug hinweisen: Was bitte ist ein “zentraler Eckpfeiler”?

Kommentar von Stefan Spieler, geschrieben am 7.9.2009.:

Solange sich die Verlage eklatante Fehler in ihrer Onlinestrategie leisten können, wird sich nichts ändern. Das fängt bei der strategischen Vision an und hört bei der mangelnden Vernetzung untereinander auf. Solange jeder Titel als einzelnes Provitcenter agiert, wird der Misserfolg die Regel sein. Die Verlage haben das Internet immer noch nicht verstanden.

Kommentar von textkoch, geschrieben am 7.9.2009.:

Hmja, alles ganz richtig, aber für ein Manifest irgendwie zu kurz gesprungen, da sich die Thesen vornehmlich an den Problemen von Journalismus und Verlagen abarbeiten. Das ist eine Folge, aber nicht die Ursache.

Tatsächlich ist der Kern der Sache eine gesellschaftliche Grundfrage: Wie halten wir es mit der Meinungsfreiheit in Zeiten des Internets, wo erstmals nicht nur jeder das Recht darauf hat seine Meinung zu verbreiten, sondern auch das technische Werkzeug dafür in seinen Händen halten kann?

Anhängig davon, wie man diese Frage beantwortet, ergeben sich alle übrigen Antworten entsprechend. Der Aspekt der Abmahnungsmanie, die Frage des Urheberrechts, das Theme der Zugangssperrung, die Rolle von Journalisten und Verlagen, einfach alles.

Das ist die historische Zeit, in der wir leben: Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wird gerade neu verhandelt. Heute, jetzt, in diesem Moment geschieht das.

Und zwar in jeder Diskussion über Zugangssperren, in jedem juristischen Verfahren über vorgebliche Schmähkritik, Forenhaftung etc. und in jeder Auseinandersetzung über die künftige Rolle professionellen Journalismus. Alle sind Teilaspakte dieser Grundfrage.

Jawohl, das Internet verändert die Gesellschaft, denn es ist ein gesellschaftlicher und öffentlicher Ort. Ein Marktplatz der Meinungen, allerdigs einer mit automatischem Archiv. Das ist vielleicht das wirklich Neue für die Frage der Meinungsfreiheit. Meinungen verschwinden auf diesem Marktplatz nicht mehr, sondern bleiben abrufbar. Jederzeit, überall, von jedem.

Halten wir diese Freiheit aus?
Ich will es.

Kommentar von LD, geschrieben am 7.9.2009.:

Unterschreib ich doch gerne! grin

Kommentar von Wouter Tebbens, geschrieben am 7.9.2009.:

That’s finally a strong positive statement for freedom on the internet and in digital media.

By the end of October we will gather in Barcelona hundreds of opinion leaders, researchers and activists to discuss a common political agenda for Free Culture, a universal free and open internet, Free Software, Open Access, new economical and political ways of organising society. This is the Free Culture Forum. Join us! See here: http://fcforum.net

Kommentar von Andreas, geschrieben am 7.9.2009.:

Das wirklich Schreckliche an diesem Gesülze ist ja, dass die Wahrscheinlichkeit durchaus existiert, dass sich zahlreiche Old-School-Medien auf dieses Internet Manifest stürzen und es für den Willen der Netz-Community halten.

Dabei isses doch nur aufgeschriebener Frust von Medienarbeitern ...

Kommentar von Hayo Werner, geschrieben am 7.9.2009.:

Liebe Journalisten,

Behauptungen werden auf dieser Seite zum Manifest - ist das Qualität? Darüber könnte man durchaus schmunzeln, wenn die Absender sich damit selbst “auf die Schippe” nehmen. Viel wichtiger aber die “Inhalte”. Bei all’ den belanglosen (weil längst bekannten) Behauptungen stellt sich mir (wie seit vielen Jahren) eine wesentliche Frage: Wie soll das Informationszeitalter monetär funktionieren, wenn die Inhalte nicht vergütet werden. Über Werbung wird die Masse (aus meiner heutigen Sicht) schwer zu finanzieren sein. Deshalb ist es von außerordentlicher Bedeutung, über den Geldfluss nachzudenken - oder es steht ein Systemwechsel an und das Geld wird abgeschafft (mit allem was daran hängt). Phantastereien…

Hier fehlt es offensichtlich an Konzept oder Zielen, die beschrieben werden könnten - das wäre jedoch eine wichtige Innovation für die Informationsgesellschaft und eines Manifests wert.

Sonnige Grüße aus Berlin
Hayo Werner

Kommentar von Tilman Korte, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich schließe mich an. Sehr gut, dass das mal ausformuliert und zusammengefasst wurde.

Kommentar von Ulf J. Froitzheim, geschrieben am 7.9.2009.:

Was für eine Resonanz in den paar Stunden!

Seltsamerweise landete ich vorhin auf einer Fehlermeldung “forbidden”. Darum – und weil meine Anmerkungen hier den Rahmen sprengen würden – habe ich meinen Senf dazu in meine Wortpresse gefüllt.

Kommentar von goralotano, geschrieben am 7.9.2009.:

Ist gut. Kann man drüber reden, als Grundlage, um oft Gesagtes öffentlich weiter zu entwickeln. Aber seid bitte nicht so arrogant. Klingt ein wenig wie: Wir wollen wichtig genommen werden auch von denen, die bislang noch nicht wussten, dass der Türsteher uns schon lange kennt, das aber vermutet haben.

Kommentar von Joy Charly Görsch, geschrieben am 7.9.2009.:

Meine volle Sympathie und Zustimmung!
Dieses Manifest ist notwendig, kommt aber leider etwas spät, die Feinde der freien Meinungsäusserung (der Staat, die Parteien, die Musikkonzerne, die Verlage und alle die anderen Interessenvertreter des Marktes formieren sich, um der Informationsfreiheit und der freien Meinungsäusserung Zügel anzulegen und finanziell auszunutzen.

Kommentar von Jens Moser, geschrieben am 7.9.2009.:

Unterschrieben.

Kommentar von Stefan Holzhauer, geschrieben am 7.9.2009.:

Sehr, sehr geil und sehr, sehr wahr!

Danke dafür!

Unterschrieben.

Kommentar von Jannes, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich finde es eine Unverschämtheit das Mercedes Bunz erwähnt wird aber Peter Silie, als einer der Hauptverfasser des Manifests unerwähnt bleibt - unglaublich sowas.

Kommentar von autofab, geschrieben am 7.9.2009.:

wer behauptet das gegenteil?
= war das überhaupt noch nötig?

stilistisch: uneinladend. keine sogkraft und keine gruppe, die charisma verbreitet. internet eben.

Kommentar von Dr. Rainer Demski, geschrieben am 7.9.2009.:

Cluetrain Manifest 2.0? OK, ein bisschen mehr als das grin Gute Aktion in jedem Fall! Weiter so! und: Unterschrieben!

Kommentar von Roland Sorg, geschrieben am 7.9.2009.:

Alles schön und gut! Aber was ist mit der Selbstzensur von Journalisten? Siehe dazu unter http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,633181,00.html
Wo wird diese in den Thesen angesprochen?

Kommentar von Mario Falcke, geschrieben am 7.9.2009.:

Weder die Erfindung des Stiftes, des Buchdrucks oder des Films haben dazu geführt, daß jeder Mensch, der in den Besitz dieser Werkzeuge kommt, diese auch sinnvoll nutzen kann. Aber bei jeder technischen Revolution wurden bestehende Grenzen überschritten - und vor allem wurden Macht und Wirtschaftsmodelle in Frage gestellt oder neue geschaffen.

Das Internet kann durchaus der Demokratisierung und der Meinungsfreiheit dienen. Ebenso aber auch der Radikalisierung und für strafbare Handlungen. Letztendlich handeln Menschen wie im realen Leben: konstruktiv oder destruktiv.

Das Manifest liefert also nur richtige Denkanstöße. Und vergisst es, die Eigenverantwortung der User zu verdeutlichen: Freiheiten erfordern eine persönliche Verantwortung, keine virtuellen Scheinexistenzen. Anonyme, als Synonym für Pseudonyme, sind auch im realen Leben dauerhaft undenkbar.

Ich wünsche mir Freiheit und den Schutz der Freiheit.

Kommentar von Alexander Müller, geschrieben am 7.9.2009.:

Vielen Dank fuer die Zusammenfassung des - fuer viele Sturkoepfe wohl nicht - Offensichtlichen. In einer mit Rechtsverdrehersprache versehenen Version wuerde ich das Manifest jederzeit als globales und multimediales Grundgesetz akzeptieren.

Kommentar von Ulf J. Froitzheim, geschrieben am 7.9.2009.:

Liebe Manifestoren,
könntet Ihr bitte mal die Postings nachnummerieren? Wenn ich z.B. Hubertus antworten möchte, wird das sonst etwas umständlich nachzuverfolgen für den Leser – erst recht, wenn der selbe Diskutant sich mehrmals äußert.
Danke!

Kommentar von Kita, geschrieben am 7.9.2009.:

Schwachsinn, Du hast einen Namen: Manifest.

Kommentar von Sebastian Jabbusch, geschrieben am 7.9.2009.:

Treffend und richtig. Dieser Text gehört auf den Tisch eines _jeden_ Journalisten!

Kommentar von Dennis Eichardt, geschrieben am 7.9.2009.:

Glückwunsch!

[ ] Ihr habt verstanden, wie das Internet funktioniert.
[X] Ihr habt nicht verstanden, wie das Internet funktioniert.

Kommentar von carsten jung, geschrieben am 7.9.2009.:

Wo eine Verpflichtung besteht, da sind auch Rechte.
Ich kann Euch in vielem zustimmen und appelliere auch an den Modernisierungswillen der Gesellschaft,
Der laengst faellig ist. Aber wenn Eigentum verpflichtet, dann hate s auch Rechte. Mich als Urheber darauf zu verlassen, jemand werde schon meine Eigentumsrechte befolgen, ist rein aus der Erfahrung heraus eher naiv einzustufen, insbesondere im Hinblick auf den internationalen Ansatz des Internets.
Man kann es als Utopie sehen, aber geistige oder materielle Urheberschaft kann immer nur freiwillig durch den Urheber selber freigegeben werden, nicht pauschal. Wer die Rechte anderer fordert, der muss auch bereit sein, diese offen zu gewaehren.

Kommentar von nils, geschrieben am 7.9.2009.:

->Bei allem Respekt für die Damen und Herren der Schöpfung dieser Leistung, aber:

Ein Manifest (lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“) ist eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur.

Sorry, davon liest man hier leider sehr wenig! Das Internet-“Manifest” ist zu beschreibend, zu wenig durchdacht, hat zu viele Lücken und ist leider zu wenig fundiert! Schade!

Kommentar von John Dean, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich finde den Text öde und belanglos. Sorry.

Kommentar von sm, geschrieben am 7.9.2009.:

is dat kunst oder kann dat wech?

Kommentar von Klaus Jarchow, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich frage mich, wie denn zum Beispiel schmuddelige Nazi-Blogs - doch, doch, auch die gibt es! - in das sonntägliche Bild eines so appetitlich gedeckten Informationstischs der zweiten Generation hineinpassen? Und wie sieht es denn bei denen dort mit dem gefeierten ‘Dialogischen’ aus? Das Netz ist eben auch voller Dreck und Diffamierung, genau wie der alte Journalismus auch. Als Anstoß für die Wächter auf den Mauern von Old Media ist der Text trotzdem gut.

Auch ist mir das Bild der ‘befreiten Information’, das dort herumspukt, arg wissenschaftsfern: Information ist doch nichts Dingliches dort draußen in der Welt, sondern etwas, was erst in den Köpfen in Formation gebracht und zu ‘Sinn’ gedacht wird. M.a.W.: Information ist eine Eigenleistung des Rezipienten, aber nichts was vom Schreiber kommt, der gibt nur den Anreiz, sich zu informieren, indem er mehr oder minder gekonnt mit Schriftsymbolen hantiert. Ich dachte, das wäre allmählich mal - seit Anno Watzlawick und Foerster - theoretischer Konsens.

Am meisten jedoch stört mich persönlich These 18, also die Namen einiger, die dort m. E. nicht hingehören. Folglich könnte ich das auch nicht mit unterzeichnen. Da hätte es an Stelle unvermeidlicher und verbrannter PR-Nasen Seriöseres gegeben, Menschen, die für die Textsorte ‘Manifest’ geeigneter sind - vielleicht den Jakubetz, den Jan Schmidt, auch eine Andrea Diener o.a. Wollten die nicht? ...

Kommentar von Hannes Jähnert, geschrieben am 7.9.2009.:

Da bin ich auch VOLL DABEI vor allem möchte ich den Satz “Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.” fett unterstreichen!

Kommentar von Reiner, geschrieben am 7.9.2009.:

“Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert ...”

Na, warum diskutiert Ihr dann in den Kommentaren nicht mit?

Die 17 Manifesthesen sind in virtuellen Bleisatz gegossene Teilwahrheiten & Selbstbeweihräucherungs-Ansprüche, die, einfach so in den virtuellen Raum gestellt, bei den “alten” Medien maximal ein Arschrunzeln in den Onlinebereichen hervorlockt.

In den Print & so an die alte Leserschaft der Fisch-Einwickel-Produkte kommt Ihr wohl eher nicht.

Aber zum “Ich-war-damals-dabei” könnt´s wohl reichen.

Euer “Ding” ist ja durchaus in Ordnung und unterstützenswert, aber durch Online-Namedropping-Showwichxen-Selbstheroisierung tut Ihr der guten Sache einen Bärendienst.

All Ihr Euch selbst gegenseitig feiernden Unterzeichner, geht mal für eine Zeit dorthin, wo Euch keiner kennt. Dann habt Ihr (hoffentlich) wieder Bodenhaftung & könnt die Sache wesentlich zielgerichteter & erfolgaussichtsreicher angehen.

Nur mal so
Reiner

(selber Berliner, der Kommentare über “die Berliner” sehr schxxxx findet)

Kommentar von Karsten, geschrieben am 7.9.2009.:

Naja. *Gähn* (siehe oben @Iris Verweis darauf ). Warum können eigentlich nicht alle, die möchten, hier gleich offiziell unterzeichnen, so wie im Manifest zur agilen Softwareentwicklung, http://www.agilemanifesto.org/sign/display.cgi ?

Zumindest die Riesenmaschinisten sollten technisch dazu in der Lage sein.

So richtig versteht Ihr das mit der Demokratie, Meinungsbildung und -äußerung noch nicht.

Zudem stell ich mir die Frage: War meine Welt vor Eurem Manifest besser oder schlechter? Entscheidend anders?

Ich meine: Ein wenig fröhlicher. Das alles las sich wie eine mittelstarke Verstopfung.

Kommentar von Burkhard Tomm-Bub, M.A. / BukTom Bloch (=SL), geschrieben am 7.9.2009.:

Guten Tag!
Ein sehr hoffnungsvolles, optimistisches Manifest! Aber ich bin dabei! Nicht nur Aktuelles- auch für klassische Werke und freigegebene Literatur sollten neue Wege und Kanäle gefunden werden. Ich versuche daran mitzuwirken. MfG Tomm-Bub, M.A. / BukTom Bloch (=SL) // “PEGASUS- Freie Bücher für Second Life!” (unkommerzielle, deutschsprachige Bibliothek)

Kommentar von Frank, geschrieben am 7.9.2009.:

Die Inhalte sind weitgehend richtig. Fetteste Ausnahme Punkt 6. Das Netz verändert den Journalismus, verbessert ihn aber nicht zwangsläufig.

Doch es zeigt sich, dass die Initiatoren dieser Seite selbst das Netz nicht verstehen und die Initiative verlogen ist, wenn die Mühe des Kommentators mit einem “nofollow” versehen wird, keine Trackbacks zu sehen sind und die Kommentare vom Artikel getrennt sind.

Kommentar von Dr. Frank Weinreich, geschrieben am 7.9.2009.:

Gut, interessant, aber auch blauäugig. Soweit wie Sie glauben, ist das Netz noch nicht in díe Bevölkerung vorgedrungen, und ob die je so aktiv wird, wie man sich das als alter Netizen vorstellt ist sehr zu bezweifeln. Im einzelnen zu den 17 Punkten

1. Das ist ohne Zweifel richtig.

2. Das ist nur sehr bedingt richtig. Um sich in diesem so heterogenen Medium mit seinen tatsächlich Millionen von Bloggern und anderen Autoren durchsetzen zu können, bedarf es mittlerweile doch herkömmlicher Medienmacht, um mit entsprechenden Werbeaktionen und Erwähnungen wahrgenommen zu werden. Das heißt, dass die Oligopole doch wieder zum Zug kommen, und ob die sich für Qualität oder für das entscheiden, was sie gerne ausgesagt haben möchten, ist die Frage. Die Qualität hat dabei meines Erachtens die schlechteren Karten.

3. Das ist schlicht falsch. Die Mehrheit der Menschen ist gerade einmal User und verfügt meist nur irgendwie über einen Internetanschluss (der oftmals gerade einmal im Monat angeworfen wird). Aktiv mitwirkende User sind das also lange nicht zwingend und das Gros der Bevölkerung, besonders der Teil ab 40, 45 Jahren, sitzt immer noch mehrheitlich vor der Glotze (und müsste erst mühsam hin zu aktivität sozialisiert werden). Natürlich sollten die Medienhäuser darauf vorbereitet sein, dass die aktivere Userschaft wächst, aber erst einmal ist sie noch klein. Und ob sie später wirklich aktiv und gestaltend wirken wird, ist noch sehr fraglich.

4. Das ist als Forderung sehr richtig. Aber die Offenheit wird doch schon total eingeschränkt, denken Sie nur an die Vorratsdatenspeicherung. Und was sollen erst Chinesen und Iraner sagen? De facto ist da schon nicht mehr viel Offenheit weltweit und es wird immer geschlossener werden.

5. Das stimmt, aber nur für sehr medienkundige Personen. Schließlich gibt es genug Schwachköpfe und Fundamentalisten, die ebenso ungestört ihren Unsinn verbeiten können wie die Vernünftigen: googeln Sie mal Kreationismus oder suchen Sie die ‚Infoseiten’ von NPD und ähnlichen Organisationen auf. Und selbst da, wo es ‚nur’ um weniger brisante Infos geht, muss der User lernen, welchen er vertrauen kann und welchen nicht, weil sie schlicht falsch oder unvollständig sind. Es muss sehr viel gelernt werden, um mit dem Netz umgehen zu können, und ob das ‚der’ einzelne Mensch tut, darf bezweifelt werden.

6. Gut, aber war das vorher wirklich anders? Information war immer schon ein „sich ständig verändernder fortlaufender Prozess“. Das INternet erweiter die Akteure auf dem Schreibmarkt, aber ob das immer so gut ist? Viele schlechte Schreiber mit irrelevanten und redundanten Informationen diskreditieren die Internet-News-Erzeuger.

7. Noch kennen wir uns hauptsächlich durch Begegnungen, lassen Sie uns hoffen, dass es noch lange dabei bleibt. Links sind natürlich gut, aber man sollte die sogenannte virtuelle Realität (die es nicht gibt) nicht überbewerten.

8. Ja, aber es droht die Übermacht der Masse. Suchmasschinen und Aggregatoren können genauso gut Quantität statt Qualität aggregieren und Referenzen durch Verlinkungen können organisiert werden, ohne dass es etwas mit Qualität zu tun hat.

9. Ja, aber wer holt diejenigen mit ins Diskussionsboot, die sich noch vor dem Netz scheuen, wer gibt denen eine Stimme und sorgt dafür, dass sie neben denen den Profibloggern auch gehört werden?

10. Gut.

11. Gut. Doch nicht genug damit. Die Informationsflut bedarf der ständigen Diskussion. Um zu verhindern, dass bspw. Fundis und kreationistische oder faschistische Schreihälse allein durch Lautstärke gewinnen.

12. Der Bestandsschutz wird durch die Hintertür kommen, indem die Mediemogule sich in alles einkaufen, was erfolgreich ist und alle Schreibenden kaufen, die Publikum haben. Es gilt hier vor allem, Unabhängigkeit anzumahnen, die trotzdem zu Leben ermöglicht.

13. Ja, solange gesichert wird, dass die Urheber nicht zum Freiwild werden und von ihren Erzeugnissen auch noch leben können. Piraten sind nicht per se Befreier, oft klauen sie schlicht.

14. Werbung allein wird nicht tragfähig sein, es sollte viel mehr Emphase auf die anderen journalistisch vertretbaren (!) Formen gelegt werden ... So es sie denn geben wird?

15. Das ist im Augenblick so. Fraglich ist, wer die Datenbanken auf Dauer beherrschen wird, damit Information wirklich lebendig bleibt. Schon jetzt wird – unprofessionell – gefälscht, etwa bei Politkern in Wikipedia. Wenn das gut gemacht wird, wird auch das Internet Geschichtsklitterungen so wenig verhindern können wie alle Medien vorher.

16. Ein Publikum gewinnt auf Dauer aber auch nur, wer überhaupt erst wahrgenommen wird. Und wahrgenommen zu werden, ist bei zunehmendem Angebot eher eine Frage der Marktmacht als der Qualität. Hier ist der User gefragt, sich nicht abspeisen zu lassen!

17. Das ist aber viel Vertrauen in die Recherchefähig- und -willigkeit der Generation Wikipedia, die heute schon den simpelsten Fälschungen in eben dieser -pedia aufsitzt. Der Journalist für die Generation Wikipedia ist einer, der vor allem transparent darüber berichtet, wo er was her hat. Das erfordert einen neuen journalistischen Kodex und nicht simple Statements über angeblich kommunizierende Journalisten.

Fazit: Schön, aber zu optimistisch.

ciao
  Frank

Kommentar von Kohlerich, geschrieben am 7.9.2009.:

Wollt Ihr etwas behauten oder Euch behaupten ? Deutsch ist doch eine schöne Sprache !
Das sind aber gar keine Behauptungen - sondern 17 deutsche Pfiffe im dunklen Wald. Bei diesem Manifest geht nur ein Gespenst um: das der eigenen Bedeutungslosigkeit.

Kommentar von Franky, geschrieben am 7.9.2009.:

Finde ich leider ganz schlecht.

Kommentar von Gabriel, geschrieben am 7.9.2009.:

Sicher kein großer Wurf, aber nette Thesen. Nur leider: Die Welt wird sich weiter drehen, ob mit oder ohne sie.

Kommentar von Ulli, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich bin ein wenig skeptisch was das Manifest angeht. Ich kann verstehen, dass man irgendwie mal was “gießen” möchte. Ist nichts dagegen zu sagen. Und die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Wozu auch?
Dennoch: Bei aller Objektivität und Zustimmung - es öffnet, mehr als zuvor, Tür und Tor für “Verblendung”, die, geschickt gemacht, nicht (gleich) erkennbar ist. Was ist, wenn das Internet so etwas ist wie das Loch ins Winstons Büro, in das er, Winston, seine zuvor bearbeiteten Nachrichten warf. Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke (laut Theorie und Praxis des Oligarchischen Kollektivismus)... Sowas könnte man vielleicht doch bald wieder glauben. Und wann wird man zum “Gedankenverbrecher”...?

Kommentar von Ein Trauriger, geschrieben am 7.9.2009.:

Es gab einmal Menschen, die von sozialen Märkten träumten, von der Kunst und Gunst von Selbstregulierung. Es gab einmal Menschen, die von Sozialismus träumten, von freien, gleichen und sozialen Menschen - den brüder- und schwesterlichen. Es gibt nun Menschen, die von reifen, freien Zeitgenossen träumen, von Wissenden, die Lüge und Agitation von Wahrheit unterscheiden können, Kindern, die nicht auf kranke Versuchung hereinfallen. Arme Toren und Träumer, Euer Modell scheitert an der menschlichen Natur, an der zerstörerischen Kunst des menschlichen Egos. Träumt weiter und verzweifelt.

Kommentar von Ulli, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich bin ein wenig skeptisch was das Manifest angeht. Ich kann verstehen, dass man irgendwie mal was “gießen” möchte. Ist nichts dagegen zu sagen. Und die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Wozu auch?
Dennoch: Bei aller Objektivität und Zustimmung - es öffnet, mehr als zuvor, Tür und Tor für “Verblendung”, die, geschickt gemacht, nicht (gleich) erkennbar ist. Was ist, wenn das Internet so etwas ist wie das Loch ins Winstons Büro, in das er, Winston, seine zuvor bearbeiteten Nachrichten warf?
Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke (laut Theorie und Praxis des Oligarchischen Kollektivismus)... Sowas könnte man vielleicht doch bald wieder glauben. Und wann wird man dann zum “Gedankenverbrecher”...?

Kommentar von Leon, geschrieben am 7.9.2009.:

- unterschrieben -

Kommentar von hartmut, geschrieben am 7.9.2009.:

Hier mein Kommentar:

http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/09/07/manifest-internet-tontaefelchen-6916179/

mfg

Kommentar von Walter Matthias Kunze, geschrieben am 7.9.2009.:

Seit heute gibt es das Internet-Manifest ...aber neu ist das nicht, oder?

Mir kommt das alles wie eine Neuauflage des Cluetrain Manifests von 1999 vor. Klar, jede Generation braucht ihre Maifestschreiber - aber neu ist das wirklich nicht. (http://www.cluetrain.de bzw. http://www.cluetrain.com)

Neu ist allerdings, dass dieser Text nun vermutlich von ein paar mehr Leuten gelesen wird, die nicht unbedingt “digital native” Firstgeneration sind sondern eher zu den digitalen Nachfolgern in zweiter Generation zählen. Eben normale Bürger, für die das Netz nicht mehr Elitetummelplatz ist sondern Alltagsmedium.

Hat also vielleicht doch etwas Gutes mit dem neuen Manifest…? Nein.

Im Grunde genommen bräuchten wir stattdessen ein gänzlich neues allgemein gültiges Kommunikations-, Ethik- und Werte- und Gesellschafts-Mainfest.

Das würde dann locker solche Journalismusmanifeste beinhalten. Denn diese 17 Thesen basieren auf den sich neu etablierenden Prinzipien eines gravierenden schwerwiegenden Wandels. Und dies Gesellschaftlich-ethische echte Manifest würde auch Bezug nehmen auf die politischen (Nicht-)Entwicklungen in unserer Demokratie und im Verständnis-Dialog zwischen Parteien und Bürgern sowie Unternehmen und Konsumenten. Denn sowohl bei Parteien als auch Unternehmen gibt es leider massive Kommunikationsprobleme in der Beziehung zueinander - ich erinnere nur an mangelnde Wahlbeteiligungen bei den älteren Parteien oder das Jako-Phänomen.

In diesem Sinne:
Allen eine gute Zeit - gestalten wir daher aktiv, pragmatisch und über den Tellerrand blickend eine positive Zukunft.

Kommentar von Walter Matthias Kunze, geschrieben am 7.9.2009.:

PS: Textkorrektur, es sollte heißen:
“Denn sowohl bei Parteien als auch Unternehmen gibt es leider massive Kommunikationsprobleme in der Beziehung von diesen zu ihren Gesprächspartnern (Wählern und Kunden) - ich erinnere nur an mangelnde Wahlbeteiligungen bei den älteren Parteien oder das Jako-Phänomen.”

Kommentar von Mike, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Internet ist die Informationsdeponie der Kulturen.

Kommentar von Mike, geschrieben am 7.9.2009.:

Eine Millionen Leser glauben an falsche Informationen. Können eine Millionen Leser unrecht haben?

Kommentar von Mike, geschrieben am 7.9.2009.:

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.

Schön für den Journalismus, schlecht für die Privatsphäre. Ein gefundenes Fressen für das nimmersatte Monster Google.

Kommentar von Mike, geschrieben am 7.9.2009.:

Das Internet ist das ultimative Propagandainstrument der Informationsdiktatur.

Kommentar von Jens Meyer-Wellmann, geschrieben am 7.9.2009.:

Gefällt mir. Keine Gegenrede. Nur eine Frage, deren Antwort ich mir selbst nicht zutraue: Kann es sein, dass unsere Hoffnung auf “mehr Demokratie” und einen offeneren Diskurs durch das Internet gerade deswegen besonders schmerzlich enttäuscht werden könnte, weil das Netz zu einer Spaltung beiträgt? Zu einer Spaltung zwischen denen mit Medienkompetenz, denen also, die gezielt und bewusst konsumieren und zwischendurch auch produzieren für die (Netz-)Gesellschaft - und denen, die nur das konsumieren, was heute RTL 2 heißt und morgen anders und doch nur verdummt? Das jedenfalls ist meine Befürchtung. So würden aus uns allerlei Netzschlaue und allerlei (oder sehr viele) Netzdumme. Das allerdings könnte ein großes gesellschaftliches Problem werden. Haben wir darüber nachgedacht? Beste Grüße Jens Meyer-Wellmann

Kommentar von Oliver Ries, geschrieben am 7.9.2009.:

Ich habe durch ein Buch “Was würde Google tun” von Jeff Jarvis angefangen zu bloggen und versuche darüber, wenn es vielleicht auch nur wenige Menschen sind, die meine Gedanken lesen, genau diese Dinge ein wenig näher zu bringen.
In dem Buch geht es genau darum. Die Informationsexklusivität liegt nicht länger bei Tageszeitungen und Printverlagen. Die Informationen fließen mit Lichtgeschwindigkeit über den Planeten. Eine faszinierende und sehr spannende Zeit in der wir leben!!

Kommentar von Mario, geschrieben am 7.9.2009.:

Jens, ja, das kann man befürchten. Ich bin aber nunmal unverbesserlicher Optimist und befürchte es daher nicht. grin

Kommentar von jboss, geschrieben am 7.9.2009.:

Dies ist kein Manifest über die Zukunft des Journalismus.

Das Wort Journalismus impliziert die Existenz von Journalisten. In der Allgegenwart des Netzes gibt es keine Journalisten mehr, sondern nur noch Akteure.

In der Abwesenheit des professionellen Vermittlers von Wissen zählt nur noch direkte Relevanz. Wer vorne ist wird gesehen. Wer als Akteur Teil des Geschehens ist, wird gehört.

Alles andere ist,was es unterschwellig schon immer war: Entertainment, Groschenjournaille.

Kommentar von Gerd, geschrieben am 7.9.2009.:

Ach ja, gähn.
Bewegungen haben Manifeste, ihr aber seid nicht ‘das Internet’. Welch lächerliche Arroganz treibt euch dazu, einem globalen unaufhaltsamen Phänomen ein Manifest nachliefern zu wollen?

Kommentar von Stephan Dörner, geschrieben am 7.9.2009.:

Ein paar wirre Gedanken von mir zum Internet-Manifest zu später Stunde. Keine stringente Struktur, eher Gebrabbel: wink

http://doener.blogage.de/entries/2009/9/7/Das-Internet-Manifest

Kommentar von Peter Deckert, geschrieben am 8.9.2009.:

Wahre Worte, die meine volle Unterstützung haben! Ich kann mich dieem Manifest vollkommen anschliessen!

Die Freiheit / Meinungsfreiheit des Internets muß gewahrt bleiben!

Einst hat der Buchdruck die Informationsfreheit revolutioniert, nun ist es grob 500 Jahre später das INternet das die Welt revolutionieren wird!

Weiter so…

Peter Deckert
http://loreley.tv

Kommentar von Tristan, geschrieben am 8.9.2009.:

Eine Vision:
Wie würden sich die Dinge wohl verändern, wenn in Zukunft die Daten des Internets nicht mehr in der Hand einzelner Firmen wären, sondern dem Benutzer selbst gehören würden? Wenn jeder alles, was er im Internet publiziert, auch physikalisch besitzt, beispielsweise in Form von einfach handhabbaren Servern, die jeder in seinem Büro stehen hat?

Kommentar von Wolfgang G. Wettach, geschrieben am 8.9.2009.:

Als bei WikiNews akkreditierter Journalist, als Online Marketing Consultant und als politischer und privater Blogger kann ich das so unterschreiben, auch wenn ich einzelne Halbsätze anders formuliert hätte.

Unterzeichnet.

Kommentar von Günther Merkens, geschrieben am 8.9.2009.:

Bischen gestelzt, oder? Es gibt kein Internet! Es gibt nur Menschen, die über technische Regeln miteinander verbunden sind. Und leider zieht dies genau die Menschen besonders an, die Mitläufer sind, aber genau von den althergebrachten Strukturen gefördert werden. Schon die Attraktivität dieser Leader-Follower und das Ringen um mögl. viele Follower gibt einen Hinweis auf das sonderbare Menschenbild dieser neuen Generation.

Kommentar von Frank Pfeifer, geschrieben am 8.9.2009.:

Das Internet ist ein Datenübertragungsprotokoll. Mehr erst mal nicht. Was die Nutzer dort reinsenden und rausholen, hat inzwischen Milliarden Facetten. Das macht das Internet zum Monstrum: die Egos von Milliarden von Nutzern gegen mein eigenes.

Im Internet konvergieren Information, Entertainment, Kommunikation und Interaktion. Kein Medium zuvor hat das geschafft. Schon wieder ein Monstrum!

Nicht genug. Das Internet ist auch sehr hungrig und hat alle anderen Medien in sich aufgenommen: Buch, Zeitung, Film, Fernsehen, Radio…

Dieses Manifest bändigt das multiple Monster leider nicht. Mich begeistern aber die bisher teilweise sehr intelligenten Kommentare an dieser Stelle. Lesenswert!

Kommentar von uberblogged, geschrieben am 8.9.2009.:

Hello! Could you please upload an English version of this?

Thanks!

Kommentar von Tobias, geschrieben am 8.9.2009.:

Dieser Text produziert bei mir kein
“aha” aber auch kein “ja - aber”
Vieles davon erscheint mir einfach zu selbstverständlich. Wieder Anderes zu reaktionär.

Dennoch. Wenn die HerrenDamen Sprachrohre des Internets nicht für das Internet sprechen dürfen, sollen und müssen- Wer spricht dann?
Burda? Frank Walter? Von der Leyen?

Also: Weitermachen!


PS: Kann es sein, dass “Nofollow” zwar für Kommentare, nicht jedoch für die Refs der Unterzeichner gilt?

Kommentar von Basti Hirsch, geschrieben am 8.9.2009.:

Ich habe das Internet-Manifest unter Nutzung von CC-BY einmal in Hinblick auf Schule & Bildung umformuliert: http://etherpad.com/netzschule (aktuelle Revision 7)

Kommentar von Jay, geschrieben am 8.9.2009.:

Darf ich fragen, was ihr mit “Internet” meint?
Das Internet wie ich es kenne ist ein Kommunikationsmedium. Eine gigantische, weltweite Maschine, die dazu dient Informationen zu verbreiten und zu archivieren.
Aber das kann nicht das sein, was hier gemeint ist. Schließlich kann eine solche Maschine kein Manifest hervorbringen. Und das hat es ja auch nicht.
Dies ist vielleicht das Manifest der “fünfzehn” und ihren Vorstellungen von eines neuen Aufklärungszeitalters, angetrieben durch die Möglichkeiten des Internets. Nicht nur wird hier das Medium Internet gleichgesetzt mit einigen Inhalten, die es enthält. Das Internet wird zudem zur Seele einer neuen, gleichberechtigten Informationsgesellschaft erklärt.
Meiner Ansicht nach ist das ein Irrtum.


Somit kann ich in diesem Manifest nichts weiter erkennen als einen Blick in eine mögliche Zukunft - durch eine rosa Brille.

Kommentar von Keks, geschrieben am 8.9.2009.:

...Das Internet ist das Internet ist das Internet… Will mich Gerd und Günther anschließen. So gestelzt, ihr das ganze auch formulieren mögt, es ist weder ein Manifest noch geht es wirklich ums ganze Internet. Ich liebe das Internet - gerade darum brauche ich keine Blogbohème, die mir das Wort wegnimmt. Ihr hättet auch einfach hier mitschreiben können: http://de.wikipedia.org/wiki/Internet#Gesellschaftliche_Aspekte.

Kommentar von mICHael, geschrieben am 8.9.2009.:

wikipedia: “Ein Manifest (lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“) ist eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur.”

Ziele sehe ich in diesem Manifest nicht ausreichend dokumentiert. Und wer kann die für das Internet schon fixieren? Trotzdem: Vielleicht ein Anfang. Was muss also geändert werden? wikipedia oder dieses Manifest?

Kommentar von Klaus Steinberg, geschrieben am 8.9.2009.:

INternet bedeutet auch honestität,respekt.Internet soll kein mercenariat Poligon sein !

Kommentar von Angewidert, geschrieben am 8.9.2009.:

“4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.”

Ein Herr Lobo macht erst Werbung für die Zensoren und spuckt dann hier große Töne gegen “Internet-Zugangssperren gleich welcher Form”- scheinheilig und widerlich.

Kommentar von Zentrum der Gesundheit, geschrieben am 8.9.2009.:

Das sind fromme Wünsche. Wenn ich jedoch sehe, dass Leute mit unterschrieben haben, die die derzeitige Regierung vertreten, wage ich einmal daran zu zweifeln, dass diese Punkte ernst gemeint sind.

Kommentar von Axel Götze-Rohen, geschrieben am 8.9.2009.:

Viele ausgezeichnete Gedanken stehen in diesem Manifest. Angesichts meiern Erfahrungen (z.B. mit der Rheinischen Post in Xanten) fürchte ich aber, dass vieles Wunschdenken ist. Solange “Journalisten” ungestraft ihr Unwesen treiben dürfen, amg ich nicht so recht an die schöne heile Welt glauben. Aber nur nicht die Hoffnung aufgeben!

Kommentar von Hans-Jürgen Schröder, geschrieben am 8.9.2009.:

Endlich wurde das formuliert, was alle Verlage im Grunde schon lange hätten wissen muüssen: Es geht um die Verbreitung (auf welche Art auch immmer!!!) der Meinung und des Wissens und nicht in erster Linie darum, mit dieser Meinung eine unbegrenzte Gewinnmaximierung betreiben, um damit die eigene Machtfülle zu erhalten bzw. auszubauen.
Das Ergebnis haben wir in den letzten (mindestens)10 Jahren miterleben müssen: Trashige Me-too-Produkte um des kaufmännischen Überlebens willen, statt eines lebendligen Journalismus’.
Die IVW-Werte sprechen ihre deutliche Sprache: Der Leser (und auch der Anzeigenkunde!!!) ist einfühlsamer und intelligenter, als es so manchem Verleger lieb sein kann.
Die Folge: Massive Kaufenthaltung! Wer mag schon jeden Tag den Eintopf von gestern oder gar vorgestern lesen?

Ich hoffe, die Protagonisten des Manifests “überleben” die zu erwartenden Reaktionen der Besitzstandswahrer, die immer noch meinen, alles “im Griff” zu haben und in ihrem Sinne lenken zu können…

Das Internet funktioniert anders. Auch wenn es verdammt weh tut!

Weiter so!

Kommentar von Martin Brotzler, geschrieben am 8.9.2009.:

Das Internet ermöglicht freie Presse für alle

Während frührer die Redakteure in Zeitungen entschieden, wer eine Pressemitteilung “wert” ist, können im Internet in Presseportalen die Unternehmer ihre Neuigkeiten und Nachrichten jetzt selber veröffentlichen. Es liegt am Fleiß der Unternehmer “gesehen” zu werden. Damit lenkt nicht mehr die “Zeitung” die Wirtschaft, sondern die Menschen selber. Der Leser entscheidet, welcher Artikel interessant und gut ist.

Kommentar von Jay F. Kay, geschrieben am 8.9.2009.:

Gut gebrüllt, Löwinnen und Löwen.

Kommentar von Jan, geschrieben am 8.9.2009.:

Was ist ein Manifest? Um mit Wikipedia - und damit ganz internetig - zu sprechen: Eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur. So weit, so gut…oder auch schlecht denn das, was Ihr hier als Manifest verkauft ist m. E. eine Ansammlung von Behauptungen, Worthülsen, Befindlichkeiten und Selbstverständlichem. Nix neues und nicht einmal konstruktiv im Sinne eines “How to…”! Ganz schlimm dabei Eure Pauschalisierungen.

Zu 1. Wer oder was sind “andere…”? Wer sind “die” Medien? Was meint ihr mit “neuen” journalistischen Produkten und Methoden? Nennt Ross & Reiter!
Zu 2. Wenn Ihr schon von Oligopolen sprecht, dann benennt doch ebenso auch die Tendenz des Internets genau das Gegenteil zu erreichen: Oligopson Und: Journalismus ist doch nicht per se und überhaupt nicht selbstverständlich mit einer “Schlüssellochfunktion behaftet.
Zu 3. Wie überheblich! Zitate: “Die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt…” und dann auch noch lehrerhaft: “auch bekannt als Dialog”. Da hätte ich doch gerne mal die Euch vorliegenden statistischen Daten eingesehen. Ohnehin: Das Internet ist nicht “die Gesellschaft” ist auch nicht “das” Internet.
Zu 4. “Das” Internet als technologisches Kommunikationstool betrachtet ist selbstredend immer frei. Da aber die Inhalte von Menschen gemacht sind, geht es jawohl um die “Freiheit”  bzw. das Zugänglichmachen von Inhalten. Und in diesem Sinn ist “das” Internet keineswegs frei, mal abgesehen davon, das es selbst in der von euch herbeizitierten westlichen Welt ohnehin keinen Konsenz dazu gibt, was Freiheit im Internet nun bedeutet (oder nicht).
Zu 5. Sieg der Information: Das entscheidende Wort in diesem Punkt 5, ist das Wörtchen “kann” im Satz “Der einzelne Mensch kann…” - Ja, wenn er doch nur könnte! Wenn er doch nur könnte!
Zu 6.  Das Internet verbessert keineswegs “den Journalsimus”. Es hat ihn verändert und es verändert ihn, aber eben nicht durchweg zum Guten, was immer wieder unter Beweis gestellt wird, wenn tumbe Meinungs- und Informationsverbreiter ungeprüfte Meldungen/Informationen übernehmen und posten.
Zu 7. Haha. Das ist der gleiche Tenor, wie: Wenn Du nicht gegoogelt werden kannst, existierst Du nicht. Ganz tragisch ist der Satz: Wir kennen uns durch Links.
Zu 8. Autsch! Dieser Absatz lässt sich runterkürzen auf den Satz: Die Nicht-Entlohnung des Urhebers ermöglicht Kultur und ist damit schützenswert. Wie bitte?
Zu 9. Ja! Ja! Ja! ...aber nichts neues.
Zu 10. Sicher ist, das guter Journalismus sich nicht mit dem Besitz eines Presseausweises einstellt. Nur: Der Profi lebt vom Schreiben, der Amateur nicht (siehe Entlohnung des Urhebers)
Zu 11. Mehr ist mehr: Mitnichten. Die Informationsflut überrollt den User. Nur wenigen mit Zeit und Kompetenz beglückten Menschen ist es gegeben aus dieser Flut “die faktischen Wahrheiten” herauszufiltern. Der 08/15 User hat andere Sorgen.
Zu 12. Beispiele?
Zu 13. Beispiele?
Zu 14. Ja, und?
Zu 15. Ja. Passiert schon. (Manhe) Blogger sind dafür ein gutes Beispiel.
Zu 16. Und was ist der Status Quo? Wer rezipiert und was wird rezipiert? Und bitte: Was sind die formulierten Grundsätze des Journalismus?
Zu 17. Ok. Nun also die Vision. Darauf hab ich das ganze Manifest lang gewartet. Nur: Die Forderung “Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt” gilt ebenso für traditionelle Medien. Also auch nix neues.

Schade. Echt schade. Angesichts der Headline hatte ich mehr erwartet. Viel mehr.

Kommentar von sascha, geschrieben am 8.9.2009.:

Ich lese nicht viel Neues. Nicht, weil ich täglich damit zu tun habe. Eher weil zentrale Aussagen schon über ein Jahrzehnt alt sind. John Barlow von der Electronic Frontier Foundation hat es schon im ausgehenden letzten Jahrtausend formuliert.

Der Text – Manifest ist viel zu hochtrabend – wurde um ein paar neuere Entwicklungen ergänzt, schön und gut. Aber viel zu Journalismus- und Weblastig. So als ob diese das Zentralgestirn des “Internet” sind.

Auch die Festschreibung des Urheberrechts gefällt mir nicht. Zwar stelle ich Software, die ich entwickel selbst unter offene Lizenzen, damit das Urheberrecht gewahrt bleibt, kann aber auch darauf verzichten, wenn was anderes kommt… Und hier liegt der Hase im Pfeffer: das Manifest versucht auch die Zukunft zu manifestieren. Während die klassischen Verlage gerade zum Roleback ansetzen, soll hier konservativ der Status quo festgeschrieben werden. Ich sehe keine Weiterentwicklung.

Kommentar von Halina, geschrieben am 8.9.2009.:

es hätte mich gefreut, wenn es noch eine weitere these gegeben hätte, nämlich eine die sich mit der frage beschäftigt, wie der zugang zum netz für alle ralisiert werden kann.

Kommentar von Klaus Jarchow, geschrieben am 8.9.2009.:

Antwortet von euch denn noch mal jemand? Oder war das mit dem ‘Dialogischen’ und der ‘Kommunikation mit dem Leser’ bloß so’ne Idee?

Kommentar von Herbert, geschrieben am 8.9.2009.:

Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube ...

Kommentar von Realist, geschrieben am 8.9.2009.:

Das Manifest einer Elite mit dem Zweck der Sicherung des eigenen Informationsvorsprungs! Folgendes gilt nicht für Menschen die, aus welchen Grund auch immer, nicht über die nötige Bildung oder die Mittel verfügen:
“Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten”

Kommentar von Malte, geschrieben am 8.9.2009.:

“Eine Liste von Behauptungen ist kein Manifest” Sehe ich au so. Es fehlen Wege und Ziele!

M.

Kommentar von Ralf Willke, geschrieben am 8.9.2009.:

Gibt es hier mal einen Journalisten, der das, was hier gerade abgeht, in einem richtig geilen Artikel zusammenfassen könnte?
Ich zahle auch dafür - gerne auch Print.

Kommentar von Chris, geschrieben am 8.9.2009.:

Man fragt sich zwar, welcher Zweck dahinter steckt, dennoch sehr amüsant!

Kommentar von yggdrassil, geschrieben am 8.9.2009.:

Alle Achtung, das ist die neuste “soziale Division der Arbeit” was sie gerade beschrieben haben. Sehr merkwuerdig!

Kommentar von Kloppekoenig, geschrieben am 8.9.2009.:

Koennecker: “‘Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit.’ (Punkt 8) Diese Aussage ist ebenfalls grundlegend - nur leider so nicht richtig. Richtig ist: Suchmaschinen erhöhen die Auffindbarkeit von vielen Inhalten und ‘ranken’ diese. Was oben steht, das ist nur leider längst nicht immer das ‘beste’ - nach Kriterien des ‘Qualitätsjournalismus’ bemessen. Das zeigt die tägliche Erfahrung.”
Danke. Genau admit sehe ich begründet, warum dieses Manifest eine “Daseinsberechtigung” führt.
Nebenbei sei bemerkt: Wer bei dieser Seite ein “rel=nofollow”-Attribut in den Links setzt, hat das Medium WWW verkannt oder wurde diese Seite nur für Google produziert?

Kommentar von softlabhennef, geschrieben am 8.9.2009.:

Das Internet ist vor allem auch ein globaler Informationszugang und -austausch. Als Blogger beziehe ich meine Nachrichten bis zu 80% aus nichtdeutschen Quellen, die Kommunikation mit internationalen Internetnutzern ist beträchtlich und steigt. Ein solches Manifest sollte nicht allein in der lokalen oder nationalen Tütensuppe gebraut werden.

Kommentar von Gunnar Bender, geschrieben am 8.9.2009.:

Um es gleich vorweg zu sagen, ich unterstütze das Anliegen dieses sog. „Internet-Manifests“ und empfehle allen Medienschaffenden die Lektüre. Gleichwohl hat das Papier m.E. im Augenblick noch einen wesentlichen Mangel. Es kann nicht sein, dass in dem ganzen Dokument, nicht einmal das Wort „Verantwortung“ auftaucht.
Einzelheiten habe ich hier aufgeschrieben:
http://bendersbookmarks.blogspot.com/2009/09/internet-manifest-freiheit-und.html

Kommentar von Frank Rawel, geschrieben am 8.9.2009.:

Vieles von dem, was hier steht, musste sicher einmal gesagt werden. Aber alle menschlichen Erfindungen und Weiterentwicklungen bergen auch Verhängnisse.
Vor allem scheint mir, erheblich unterschätzt zu werden, welche Qualität nur ein professioneller Journalismus hervorbringen kann. Informieren Sie sich mal einige Wochen lang ohne Tagesschau, Radionachrichten oder Tageszeitung (inklusive deren Online-Angebote), und Sie werden sich verdammt schlecht informiert vorkommen. Die gepriesenen Netzwerke des Internet befinden sich im Leerlauf ohne die Grundversorgung durch professionelle Nachrichtenagenturen und Korrespondentennetzwerke so genannter Medienhäuser.
Es gibt deshalb “besserwissende Journalisten”, weil diese Menschen von der Gesellschaft arbeitsteilig freigestellt sind, den ganzen Arbeitstag lang Informationen zu sammeln und vor allem aufzubereiten. Das kann kein Laiennetzwerk ersetzen.
* Zu viele Informationen (Artikel 11) sind wie keine Information.
Die menschlichen Sinne sind auf das Selektieren angewiesen.
Informationsfluten können zu einem Zustand des orientierungslosen Verrauschens führen. Schon die kleine Explosion des Programmangebots durch private elektronische Medien hat dazu geführt, dass sich Menschen auf einem Tiefgrad an Belanglosigkeit und Dummheit berieseln lassen, den sie vor Jahrzehnten noch von sich gewiesen hätten.
Informationsfluten machen nur bewusstlos.
Es muss auch Informations-Autoritäten geben, sonst würde man sich verloren fühlen.
* Das Internet bringt auch optische Täuschungen hervor. Ein halbwegs belebtes Forum hält sich leicht für eine meinungsführende Mehrheit. Alles Abnorme, Gestörte kann eine Community bilden, die ihr das Gefühl gibt, die Norm zu bilden und nicht gestört zu sein.
* Kurz und gut: das Internet wird noch zweifach unterschätzt. Die einen unterschätzen seine Potenziale, die anderen seine Verhängnisse.

Kommentar von Gordon Schmidt, geschrieben am 8.9.2009.:

Ich finde 8. recht witzig. Vor allem weil das “Manifest” selbst keine Links oder Zitate enthält.

Gerade bei so einer Ansammlungen von Behauptungen wären verlinkte Quellen sehr angebracht gewesen.

Ansonsten aber ein guter Ansatz, der zu Diskusionen anregt und hoffentlich nicht so bald wieder in der Versenkung verschwindet.

Kommentar von Oliver Küch, geschrieben am 8.9.2009.:

Grundsätzlich bin ich Eurer Meinung aber schaut man ins Detail erscheinen manche Punkte doch ein wenig unreflektiert. Pressefreiheit = Meinungsfreiheit, wie soll das praktisch denn laufen? Insgesamt wirkt das ganze eher wie ein Anti-Verlagsmanifest, in dem ihr Springer und Co. Pflichten auferlegt. Was soll das denn jetzt praktisch bringen und wie setzt Ihr das Manifest in Eurer Arbeit um? Ist ja nicht so, dass Ihr nicht in Verlagshäusern arbeitet.

Kommentar von nina fiedler, geschrieben am 8.9.2009.:

Eine gute Idee, aber ich vermisse einen Punkt zum Thema “Kommunikation” - und zwar unter Usern, egal ob der eine “Journalist” ist und der andere “User” oder beide “User” sind. Wir brauchen dringend eine neue Sprach- und Kommunikationskultur im Netz!
Wen ich Zeit ha, setz ich mich mal dran.

Kommentar von Max Vopgelsang, geschrieben am 8.9.2009.:

Bezeichnenderweise stoppt das Manifest dort, wo es konkret werden könnte, etwa der Frage, wie im Netz Geld zu verdienen ist. Wenn man nämlich Journalismus als qualifizierte Dienstleistung begreift, dann kann die ebenso wenig gratis sein wie andere Diensteistungen.

Nutzer des Internet sind Leute, die genauso auch Fernsehen und Printmedien rezipieren und deren Nutzung sich nunmal auf das Medium Internet erweitert. Die wollen das, was sie anderswo auch finden, nun auch im Netz: Artikel und Inhalte von Profis, die Ihnen die Themen erklären und einordnen, die man spricht, und die das in tradierten Darstellunsformen wie Artikeln, Kommentaren, Bilderstrecken und Bewegtbild-Beiträgen tun. Im Klartext: Die meisten Menschen wollen klassichen Journalimus, gehen aber leider davon aus, dass es den nun im Netz in der gleichen hohen Qualität wie im Print gibt - nur schneller und am besten und das auch noch gratis. Das ist ein Irrtum, den es zu korrigieren gilt. 

Ein Wort noch zu diesem Manifest: Nach meiner Erfahrung (als Journalist, auch im Netz) überschätzt sich die selbsternannte Internet-Avantgarde hier maßlos selbst.

Kommentar von Anonym, geschrieben am 8.9.2009.:

Abiturienten-Niveau…

Kommentar von Wolfgang Jöst, geschrieben am 8.9.2009.:

1. die freiheit im internet
am 1.9.09 gab es einen artikel bei baden-online : news :kehl :
»Ich hörte im Radio die Nachricht«
Kehler und Willstätter Bürger erinnern sich an den Kriegsausbruch heute vor genau 70 Jahren
wer heute via baden online bei den älteren artikeln danach sucht, findet diesen beitrag mit den interessanten leserkommentaren nicht mehr .
er ist nicht verschwunden . aber zensieren geht im internet prima. man kann den ursprünglichen zusammenhang ( hier baden online news ..) abtrennen und den beitrag verstecken (http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=70&db=news_lokales&table=artikel_kehl&id=5089)
2.geistiges eigentum.
wer das will, sollte seine gedanken im eigenen kopf behalten.
abschaffen sag ich. ich weise hier nur auf die pharmaindustrie und monsanto hin. geistiges eigentum ist der nährboden für verbrechen. es ist vor etwa 200 jahren konstruiert worden, es sollte schleunigst wieder beseitigt werden.

Kommentar von bla, geschrieben am 8.9.2009.:

Sich über Zensursula beschweren wenn sie Regeln fürs Internet haben will und Ihr dann aufzeigt das es das schon lange gibt (Netiquette), aber dann selber ein “Internet-Manifest” aufstellen was es auch schon seit Ewigkeiten gibt.

So ein Quatsch erlebt man nur selten. Deswegen denke ich ist das nur ein Versuch aus egoistischen Gründen eure Namen in der Presse zu bekommen.

Kommentar von A.S. Reyntjes, geschrieben am 8.9.2009.:

Also, das erste “Manilasch”! (S. den Wortisten:
http://blogs.taz.de/wortistik/2009/09/07/manilasch

Ich würde noch ergänzen: “Manilau”!

Kommentar von jemand, geschrieben am 8.9.2009.:

Hättet ihr damit bis irgendwann nach den Bundestagswahlen gewartet wäre es etwas weniger in Kritik gekommen. Die meisten haben jetzt noch dicke Adern von den Politikermüll, wenn Ihr dann mit 17 schwammigen Sätzchen daher kommt staut sich das nur noch mehr an.. Passt auf.

Kommentar von Anonymous, geschrieben am 8.9.2009.:

The Internetz is for the lulz!

Kommentar von Michael, geschrieben am 8.9.2009.:

Weniger Geschwurbel und mehr Substanz, bitte!

Ihr werdet im Netz als Top-Blogger angesehen. Wenn dieser Text das beste sein soll, was Ihr zu geben fähig oder bereit seid…

Ich verweise auf Punkt 16: “Qualität bleibt die wichtigste Qualität!”

Dieses “Manifest” ist gehaltlose Massenware, maximal als Krücke für Diskussionen zu verwenden.

Ihr könnt es besser: netzpolitik.org, Elektrischer Reporter! Nutzt diese Stärken lieber dort, wo sie etwas bewirken können.

Kommentar von Silvan, geschrieben am 8.9.2009.:

Euch fehlen noch drei Leute, damit ihr mit den Göttingern 18 gleichziehen könnt. Ich würde mich da anbieten; )

Kommentar von Thomas Knüwer, geschrieben am 8.9.2009.:

Der Vorwurf, wir als Impulsgeber würden hier nicht mitdiskutieren ist durchaus gerechtfertigt. Allerdings bitte ich zu bedenken, dass beispielsweise Stefan derzeit genug mit seinem eigenen Blog zu tun hat, dass ein Wiki entstanden ist, eine englische Version noch kommen wird und wir die eine oder andere direkte Anfrage beantworten mussten.

Übrigens kann man ja das, was wir aufgeschrieben haben, total daneben finden. Es ist aber sicher eine Frage des Stils, in welchem Ton man dieser Meinung Ausdruck verleiht.

Zu einigen der hier gestellten Fragen mein persönlicher Senf:

@Maria:
Die Finanzierung des Qualitätsjournalismus ist in der Tat eine Herausforderung. Dabei sollte man berücksichtigen, dass wir uns derzeit in einer Übergangsphase befinden. Auf Dauer werden mehr Werbegelder als bisher online wandern. Diese Verschiebungen haben logischerweise Auswirkungen auf journalistische getriebene Unternehmen.
Und noch etwas muss man bedenken: In großen Medienunternehmen ist ein erheblicher Wasserkopf entstanden. Da werden Fixkosten wie die Haustechnik über alle Einheiten hinweg verrechnet. Die Frage ist: Würde heute jemand ein Internet-Unternehmen gründen, indem er sich ein Büro in 1A-Lage gönnt und den teuerstmöglichen IT-Dienstleister wählt? Nein. Aber: Genau diese Kosten werden Online-Angeboten von Großunternehmen häufig zugerechnet. Die Frage, die sich stellt: Könnte Online-Qualitätsjournalismus zwar die Journalisten ernähren, vielleicht aber nicht den Verwaltungsapparat? Werden möglicherweise journalistische Angebote totgerechnet?

@Moekje: Ja, es sind nur zwei Frauen dabei. Ehrlich gesagt ist mir aber egal, welch Geschlechtes jemand ist, wenn er kluge Sachen sagt und schreibt. Wir haben übrigens nur einen Preußen-Münster-Fan in der Gruppe. Das finde ich persönlich schlimm. wink

@Peter Wolf: Das mit den Fußnoten ist eine gute Idee. Vielleicht haben Sie Lust, das in die Wiki-Version einzubauen?

@Beobachter: Damit ist der “Sieg” der Information über die technisch erzwungene Filterung durch eine Redaktion gemeint.

@Klardeutsch: Wir wollten mit einer allgemeinen These einsteigen, um sozusagen Anlauf zu nehmen.
Zu den neuen Modellen: Es gibt derzeit funktionierende, Geld machende Modelle. Aber es gibt eben auch unerprobte. Beispiel Iphone-Apps: Über die neue Abo-Funktion journalistischen Inhalt gegen Geld zu vertreiben wird bisher nur in Einzelfällen getestet.

@Olaf Stichtenoth: Sie haben da Recht. Wir hätten erwähnen sollen, dass dieser Text auch eine Reaktion auf die Hamburger und Heidelberger Erklärung der Medienunternehmen ist.

@Teo: Wir sind keine Elite. Wir sind kein Alpha- oder irgendwas. Und wir wollen niemand die Welt erklären. Wir wollen einen Beitrag zur Diskussion leisten. Das hätte und kann jeder ebenfalls tun. Wir jedenfalls würden uns freuen, wenn weitere Menschen der Meinung sind, dass die Debatte über die Zukunft von Medien und Journalismus Impulse bräuchte.

@Jens Meyer-Wellmann: Das ist ein sehr kluger Einwurf. Und ein großes Thema. Und ich muss darüber nochmal grübeln. Vielleicht tun das hier noch ein paar Menschen.

Kommentar von Zac March, geschrieben am 8.9.2009.:

Free the Net

Kommentar von Daniel Gremm, geschrieben am 8.9.2009.:

Klar ist, dass dieses Manifest nicht viel “Neues” enthält (bzw. enthalten kann). Klar ist auch, dass man nicht allen Punkten (in dieser Kompaktheit) vorbehaltlos zustimmen kann. Insgesamt finde ich es aber gut, dass, wenn auch nicht erstmalig, die wesentlichen Punkte zusammengetragen und einer breiten Öffentlichkeit, insbesondere den Medien, präsentiert werden. Im Bestfall wird dadurch die bestehende Diskussion um die angesprochenen Punkte ergänzt und verändert.

Das Grundproblem liegt aber in der Demographie und wird nur mit den Jahren behoben. Die meisten Entscheider in Medien und Marketing sind im fortgeschrittenen Alter (bzw. nicht annähernd mit dem Internet und einem Verständnis dafür aufgewachsen) und wollen/ können nicht ihr Gelerntes und ihre Erfahrungen “updaten”. Somit wird es wie so oft bei Umbrüchen, trotz vielerlei Warnungen wie dieser hier, viele kleine und große Opfer geben müssen.

Kommentar von Egon Miller, geschrieben am 8.9.2009.:

Nunja, das Internet! Ist meiner Meinung nach auch NUR ein Medium wie jedes andere. Vielleicht ist der Zugang etwas einfacher als zu den älteren Medien aber ansonsten sehe ich keinen Unterschied. Es gab schon immer (und wird es aus meiner Sicht immer geben) die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. Egal ob man nun selbst im Keller Flugblätter gedruckt, Transparente aufgehängt oder über eine Funkfrequenz seine Meinung verbreitet hat. Nun all dies war nicht mit Kommerz verbunden. Allerdings wurden diese Medien auch zu kommerziellen Zwecken benutzt und hatten auch Ihr Publikum. Sofern ich mich erinnern kann wurde auch niemand vorm Fernsehen, etc. festgebunden um sich die Werbung reinziehen zu müssen.
Alles in allem wird es wohl auch mit dem Internet so weitergehen. Denn sobald alles Breitbandig erschlossen ist und IPTV, etc. überall möglich ist, wird durch die Verschmelzung aller Informationsquellen ein völlig neues Medium (das zwar im Ansatz schon vorhanden ist) entstehen. Und in diesem Medium wird es wie bisher auch kommerzfreie wie auch kommerzielle Inhalte geben. Natürlich finde ich es auch ab und an mal Klasse Eigenproduktionen (wie: ich spiele Klampfe, ich beim rasieren im Badezimmer meiner Freundin, meine TheaterAG spielt Romeo und Julia, etc.) bei youtube anzuschauen aber einen abendfüllenden Film der mich interessiert habe ich dort noch nicht entdeckt. Und wie bitte sollen denn qualitativ hochwertige Inhalte entstehen ohne Bezahlung? Auch wenn das Internet bisher nach Anarchie roch, wird dies wohl endgültig sein Ende haben wenn alle kommerziellen Anbieter es für sich entdecken und es endlich zu DEM Medium wird.

Kommentar von Jan Feddersen, geschrieben am 8.9.2009.:

Das ist tatsächlich ein prima Text. Man sollte ihn KollegInnen, die die journalistische Papierform in Zeitungsformat für die Krone der Schöpfunghalten, glatt als Subversionspaket unterjubeln.

Kommentar von Peter Bihr, geschrieben am 8.9.2009.:

English version can be found here (please forgive some weakly translated parts, this had to be done on the fly):
http://www.thewavingcat.com/2009/09/08/internet-manifest-translated/

Kommentar von Anja Rauch, geschrieben am 8.9.2009.:

Super Initiative der Autoren des Manifests. Ob es nun in den Augen mancher Kritiker eines ist oder nicht, sei einmal völlig dahingestellt. Das ist Kleinkram in meinen Augen. Es regt eine dringend nötige Diskussion an, was das Wichtigste ist. Und das dank der Tweets von Jeff Jarvis sogar international. Glückwunsch hierzu, und ich drücke Euch die Daumen, dass die Diskussion vor allem in den englischsprachigen Kreisen weiter ausgewertet werden kann. Ist ja schließlich ein Thema, das viele betrifft.
Soviel als Kommentar von einer Nicht-Journalistin, die dieses Thema jedoch mit Spannung verfolgt.

Kommentar von Iris, geschrieben am 8.9.2009.:

Könnte Online-Qualitätsjournalismus zwar die Journalisten ernähren, vielleicht aber nicht den Verwaltungsapparat?

Das ist eine zeitgemäße Frage, Herr Knüwer. Eine ähnliche hab ich vorhin auch in die Spree geworfen. Was wohl Ihr Verleger dazu meint… ;o)

Übrigens möchte ich Ihre Frage ganz kühn mit einem JA! beantworten. Denn ich denke schon, dass es für Qualitätsjournalismus auch weiterhin eine Nachfrage gibt.

Kommentar von A.S. Reyntjes, geschrieben am 8.9.2009.:

... autoritä(h)ten wir ja gernest!

... wie Vor-Internetist und Post-Jude Heinrich Heine in der “Disputation” (aus: “Romanzero”. 1851) uns vorriet und -reimte:

“Inter-Ritter cum Anti- oder Manifest
Sind des Königs Lieblingsschranzen,
Sie befehlgen seine Heere,
Sie verwalten die Finanzen.”

- Na, von wem ist die Rede?

“Pedro wird genannt der König…”

P.S.:
O.k. - ich gesteh, bevor es ein anderer Googelist tut:

Bei Heine heißt es da sach- und stilgerecht, erstzeilig:

“Diese Ritter ohne Vorhaut…”

Soweit eine (philologisch unmögliche) Autoritätlichkeit!

Kommentar von Ralf Neuhäuser, geschrieben am 8.9.2009.:

Auch wenn das zentrale Thema die Bedeutung des Internet für die Entwicklung des Journalismus ist, fehlt mir die Vision einer völligen Neudefinition der unmittelbaren, demokratischen Einflussnahme bis hin zur direkten, operativen Legislative - “open laws” sozusagen. Sprich, eine, bis auf wenige, verbleibende Verwaltungsaufgaben, komplette Aufhebung des repräsentativen Konzeptes. Artikel 9 ist mir in dieser Hinsicht erheblich zu “lasch”.

Kommentar von mikey, geschrieben am 8.9.2009.:

wer ist sascha lobo?

Kommentar von Ralf Neuhäuser, geschrieben am 8.9.2009.:

p.s. Dennoch eine interessante, grundsätzlich zu begrüßende, im Detail zu raffinierende, initiale Thesensammlung, die, wie schon oben gefordert, einer Möglichkeit der Mitzeichnung oder gar Kollaboration bedürfte.

Kommentar von Werner Baulig, geschrieben am 8.9.2009.:

Wir befinden uns in einem Umbruch. Die Chancen und Möglichkeiten des Internets im Positiven (wie auch im Negativen) liegen bei interessierter Betrachtung auf der Hand. Ordnende Systeme (also auch alle Staaten) haben ein vitales Interesse daran, das Internet unter Kontrolle zu bringen. Gleichgültig ob das System nun das Etikett “Rechtsstaat” oder “Unrechtsstaat” trägt. Für uns wird gelten: Das Internet wird prioritär kommerzialisiert.Beiläufig wird es zensiert - denn beides lässt sich technisch sowie wirtschaftssymbiotisch gut verbinden. Warum spreche ich aber im Eingangssatz vom “Umbruch” ? Nun, der Kommerzialisierungs - und Zensurprozess lässt sich mit Interneteigenen Mitteln verlangsamen - möglicherweise sogar aufhalten. Dies wird von den Menschen und deren Bewusstsein sowie Gestaltungskraft abhängen. Genau hier scheint sich etwas zu tun. Konnte man in den Sechziger und Siebziger Jahren den “Protest” und die “Innovation” noch phänomenologisch und soziologisch ziemlich genau abgrenzen - so geht dies heute nicht mehr. Der Umbruch verläuft quer zu allem. Hier liegt die Chance. Somit ist das Internet nicht “ein Medium von vielen”, sondern es ist Medium, an dem sich Vieles entscheidet. Ich wünsche uns allen Glück !

Kommentar von Markus Mätzchen, geschrieben am 8.9.2009.:

Es fehlt ganz klar Perez Hilton in dieser Liste. Der einzige Superpimpalphablogger!

Ich finde es übrigens ganz super, wie Ihr euch um das Internet bekümmert. Ihr seid so großartig wie Al Gore, der ja bekanntlich das Internet erfand. Hach, gleich geh ich noch die Piratenpartei wählen. Das sind so schnucklige Nerds.

Kommentar von Karl Keule, geschrieben am 8.9.2009.:

und schon wieder ein Manifest, von Menschen, die das Wort Manifest wohl falsch verstanden haben und für eine breite Schicht sprechen wollen.
Für das Internet braucht es kein Manifest, es reicht die Beachtung des Grundgesetzes insbesondere des Artikels 5GG. Aber über dieses “Manifest” wird wohl leider diskutiert werden, reine Zeitverschwendung, lasst uns über wichtigere Inhalte reden.

Kommentar von SEOux Indianer, geschrieben am 8.9.2009.:

Wichtig für PR-Kommunikations-Presse-Socialmedia-Blogger ist auch die strikte Vermeidung von Links zu anderen interessanten Quellen. Das sollte hier noch aufgeführt werden, denn wie die bekannten und weniger bekannten PR-Blogs deutlich machen ist das Rauslinken auf andere Texte nicht im Sinne der Autoren. Dagegen sollte man versuchen massiv auf eigene Artikel zu verlinken, ganz gleich ob sie mit dem aktuellen Thema auch wirklich ausreichend zu tun haben, oder nicht.

Kommentar von Thomas J, geschrieben am 8.9.2009.:

gute zusammenfassung und diskussionsinput - speziell für digital Natives - was durch schöne Verbreitung von Twitter - Spiegel online schon passiert.
Kritisch gesehen: besserwisserische Belehrung, teilweise noch besserwisserische Diskussionsbeiträge. Weiter so!

Kommentar von Jan Feddersen, geschrieben am 8.9.2009.:

Ist nicht hauptsächlich wichtig die Kritieren für das Qualitative zu entwickeln? Was ist Aufmerksamkeit wert, was nicht - ohne sich im elektronischen Dschungel zu verirren? Oder muss man diese Irrungen und Wirrungen in Kauf nehmen - einfach, weil es nicht anders geht?

Kommentar von Thomas J, geschrieben am 8.9.2009.:

gute zusammenfassung, speziell für digital Natives. Und gute Anregung zur Diskussion - schön gepushed durch Twitter, spiegelonline….
kritisch gesehen: besserwisser zählen Banalitäten auf, teilweise antworten noch bessere besserwisser.
weiter so!

Kommentar von Peter B., geschrieben am 8.9.2009.:

Was für eine enttäuschende Ansammlung von Allgemeinplätzen. Aber getretener Quark wird breit, nicht stark.

Zugegeben, die gestrige Veröffentlichung löst eine einigermaßen rege Diskussion aus, zumindest das ist den Verfassern des „Manifestes“ gelungen. Wobei wir diesen kurzfristigen Diskussionshype bitte vor lauter uns gewohnter Innensicht der Dinge nicht überbewerten wollen. Meßmethoden wie google Analytics zeigen bei Eingabe der relevanten Stichworte zu diesem Thema vermutlich nur geringste Ausschläge im Vergleich zu den das Netz wirklich bewegenden Mainstream-Stichworten wie „Paris Hilton“ oder „Seitensprung“.

Über allem schwebt bei diesem „Manifest“ die leider unbeantwortete Frage des ökonomischen Ansatzes. Welch hehres Ziel, im Netz den bestmöglichen Journalismus entwickeln zu wollen. Aber: In den vergangenen 15 Jahren wurde in der weltweiten Medien- bzw. Verlagslandschaft auf der Suche nach Refinanzierbarkeit dieser Ansprüche mit Sicherheit ein Vielfaches dessen an Geld verbrannt, was an „lousy pennies“ bisher eingenommen worden ist.

Die Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte (bisweilen sind auch journalistische darunter) erfordern keine hohen Investitionen mehr, das stimmt. In der Theorie wird dadurch jeder zum Journalisten, der sich dazu berufen fühlt. Erreicht auch nur einer davon eine kritische Masse an Lesern oder Usern? Nein! Benötigt eine Refinanzierbarkeit von Journalismus eine kritische Masse? Ja! Und Qualitätsjournalismus erst recht!

Mit wie vielen der in dem „Manifest“ erwähnten Währungen lassen sich die Wocheneinkäufe im Supermarkt bezahlen? Sind die in dem „Manifest“ ach so an den Pranger gestellten Oligopole vielleicht doch notwendig zur Erreichung einer kritischen, refinanzierbaren Masse? Ich für meinen Teil lebe (und informiere mich) lieber in einer Welt der medialen und journalistischen Oligopole, denn in einem von google beherrschten Monopol. Denn die bislang gekannten Oligopole (die meisten zumindest) erkennen noch den Wert von Qualität, nicht nur Schriftzeichen.

Sich als glaubwürdiger Journalist den ökonomischen Fragen so beharrlich zu verweigern, grenzt an Realitätsverlust. Für mich haben sich die Verfasser mit dieser „Arbeit“ in Sachen Glaubwürdigkeit disqualifiziert.  Aber lasst uns ruhig weiter über den Quark diskutieren, vielleicht nur dazu, dass sich die im Walde pfeifenden Mitmenschen zumindest für eine gewisse Zeit noch wichtig fühlen. In der Sache jedoch wird uns das nicht weiter bringen.

Kommentar von Jürgen M. Beith, geschrieben am 8.9.2009.:

Als Vorstand eines gemeinnützigen Vereins im Bereich einer verwaisten Blutkrankheit bei Knindern und Jugendlichen bin ich auf schnellen, zielgerichteten Informationsfluss, Quellenzugriff und sparsame Verwendung von Spendenmitteln angewiesen.
Ich begrüße und unterstütze daher die vorgetragenen Thesen.

Kommentar von stehbrettsegler ausm internetz, geschrieben am 8.9.2009.:

RFC statt Manifest.

Kommentar von julia seeliger, geschrieben am 8.9.2009.:

Jau! Finde euer Manifest nicht sonderlich erhellend. Hab’s auf “taz online” kommentiert.

Kommentar von Lutz Falkenburg, geschrieben am 8.9.2009.:

Also für die, die vom Internet kaum eine Ahnung haben, lehnt ihr euch ganz schön weit aus dem Fenster. Luthers Thesen sind das ja nicht gerade aber mehr konnte man bei dem Personenkreis auch nicht erwarten. Nette Eigenvermarktung sonst nichts. Für alles andere gibt es immer noch RFCs. Fragt doch das nächste mal Leute, die seit der ersten Stunde im deutschen Internet leben - ich kenne da ein paar (fragt bloss nicht mich, ich will mit euch nix aber auch garnix weiter zu tun haben).

Kommentar von Notin ablog, geschrieben am 8.9.2009.:

Auch wenn ich euch inhaltlich an vielen Punkten zustimme, ist mir das hier zu affirmativ. Im politischen Handgemenge des Tagesgeschäftes ist das taktisch sicherlich in Ordnung, aber wie will man denn (wenn man denn tatsächlich will) daraus eine emazipatorische Strategie entwickeln, die nicht der California Ideology verfällt - und nach der riecht es hier und zwar streng.
Ich bin selbst Autor, so einer von Büchern mit vielen Fußnoten und Literaturverweisen und ich stelle beim Recherchieren immer missmutiger fest wie sehr die im Internet verfügbare Information verflacht. Der eine Blogger schreibt beim anderen eine Fehlinformation ab und bläst sie ungeprüft in die Welt. Das greift leider auch in der Wissenschaft um sich, weil es ein Problem berührt, das auch dieses Manifest nicht wirklich lösen will: Unabhängige Recherche, in Archiven (Da kommen weder Google Books noch Scholar dran), über Experten-Interviews, Focusgruppen, teilnehmende Beobachtung usf.
Wer soll das bezahlen?
Das ist kein Plädoyer für die klassischen Printmedien, die sich mit ihren Renditeewartungen ohne Not in die Bedeutungslosigkeit kannibalisiert haben (Stilblüten-Alarm: zombifiziert ist besser).
NB: Ja - alle meine Publikationen sind online verfügbar und Nein, der Verlag wird nicht mehr gefragt,

Kommentar von Peter Stidl, geschrieben am 8.9.2009.:

Die weltweite Komunikation im Internet ist den herrschenden Verbrechern ein Dorn im Auge. Durch dieses Medium fliegen die Sauereien die getrieben werden deutlich schneller auf. Je mehr sich von den Massenmedien verabschieden desto besser, diese Probaganda und Massenmanipulation braucht kein Mensch. Das diese Multimillardäre dem absoluten Größenwahn anheim gefallen sind ist so langsam auch für den unbedarftesten Weltenbürger offensichtlich. Seine Psyche vor deren Atacken zu schützen ist reine Notwehr und legitim.

Kommentar von Notin Ablog, geschrieben am 8.9.2009.:

Da ich die kalifornische Ideologie erwähnte, habe ich nochmal in den Text geschaut (Antike Kulturtechnik, Texte lesen ...) und dort ein Zitat von Naum Gabo gefunden, das wie die Faust auf dieses Manifest passt wink
“Not to lie about the future is impossible and one can lie about it at will”

Kommentar von Lennart Thiem, geschrieben am 8.9.2009.:

All das ist recht brav. Nun kann brav ja allerdings auch ein Lob sein… ach, ein wenig mehr wäre ich gern aufgewühlt worden. In vielen literarischen Werken geht’s inspirierender zu, aber was soll’s, Manifeste an sich haben vermutlich nie sooo viel gebracht, dafür aber das Reden und Schreiben über sie. Hat im übrigen etwas von einer self fullfilling prophecy, dieser text wirkt auch ein wenig arriviert… vielleicht wünsche ich mir ja aber auch eine mischung aus thomas mann und r. a. wilson… ach, ich les’ dann einfach weiter, und zwar alles mögliche, gedrucktes wie auch online präsentes, möge der mensch mit kulturellem kapital hier doch ruhig weiter kapitalistisch rumkultivieren.

Kommentar von Oliver, geschrieben am 8.9.2009.:

Laßt mich das nochmal zusammenfassen:

1.
Urheberrecht ist gut, solange niemand davon profitiert.

2.
Im Internet profitiert man von Werbung. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele.

3.
Gleichförmige Massenware verträgt sich nicht mit Werbung. Das sieht man zum Beispiel an YouTube.

4.
Inhalte müssen besonders sein, wie zum Beispiel bei Aggregatoren. Das fördert den Qualitätsjournalismus.

5.
Gegen die viele Information sind wir machtlos, selbst die Kirchen.

6.
Es gibt kein Zuviel an Information. Man klickt einfach auf Links und findet so den Ursprung.

7.
Online bleibt das Wichtigste online. Und Fehler. Und Irrtümer. Eigentum verpflichtet.

8.
Unsere Wirklichkeit ist herausragend und besonders. Wer es besser weiß, landet in unserem individuellen Filter.

9.
Um unsere Wirklichkeit zu bearbeiten, hier klicken.

Kommentar von Dirk Beckmann, geschrieben am 8.9.2009.:

Stimmt! Grob!

Kommentar von Fiete Stegers, geschrieben am 8.9.2009.:

Ich wundere ich mich ein bisschen über einige Kommentare: Haben wir uns missverständlich ausgedrückt oder will man uns missverstehen? Die Überschrift sagt eigentlich eindeutig, dass es hier um Journalismus und dessen Verhältnis zum Internet geht. Nicht um interpersonale Kommunikation, nicht um E-Commerce und nicht um all die anderen Teilbereiche des Netzes. Nirgendwo steht, dass die Thesen in Stein gemeißelt sind, geschweige denn wird der von einigen hitzköpfigen Gemütern hereininterpretierte Alleinvertretungsanspruch für “das Internet” (eine absurde Vorstellung) formuliert.

Im Gegenteil: Wir freuen uns über Kommentare, Diskussion und Verbesserungsvorschläge, wie nicht zuletzt die Creative-Commons-Lizenz zeigt.

Der oder die eine oder andere Netznutzer wird auch sagen: “Klar, kann ich so unterschreiben. Im Grunde selbstverständlich. Traurig, aber da draußen gibt es viele, die es noch nicht kapiert haben.” Genau darum geht es.

Kommentar von Adolf von Rothschild, geschrieben am 8.9.2009.:

Ehrlichgesagt halte ich dieses Manifest für sehr romantisch, schwülstig, inhaltsschwach und rückständig, jedenfalls nicht den modernen Gegebenheiten angepasst. Wir leben in einer sehr akuten Bedrohung des Freien Wortes - jede kritische Veröffentlichung wird entweder vorher durch Redakteure gefiltert oder durch Anwälte und eine missbrauchte Justiz im Nachhinein mit Klagen überzogen, staatliche Zensurmassnahmen sind mittlerweile sogar in den freiheitlichsten Staaten etabliert und das anonyme Veröffentlichen von ernsthaft kritischen Inhalten wird zusehends erschwert durch grenzenlos sich ausbreitende Überwachungs-Technologie.
Ihr seid mit Eurem Manifest in einer romantischen Anfangszeit des Cyberspace stehen geblieben - es geht aber heute nicht mehr um die Formulierung utopischer Rhetorik, sondern um den konkreten Kampf gegen die Feinde einer freiheitlichen Welt, welche trotz der Existenz des Internet in den letzten zehn Jahren massive Erfolge verbuchen konnten bei der Vernichtung von Freiheit. Die Agenda der Unterdrücker ist noch nicht abgearbeitet und wir befinden uns an einer Zeitenwende - wir sind diejenigen, welche den perversen Missbrauch einer Technologie, die viele mit Freiheitsgewinn in Verbindung brachten, rückgängig machen müssen, wenn wir verhindern wollen, dass die Lebenswirklichkeit nachfolgender Generationen einer Orwellschen Vision gleichkommt.
Euer Manifest ist zwar schön - aber mehr nicht. Es ist schwach, weil es nicht aggressiv ist. Es ist inhaltsleer, weil es keine konkreten Hilfen bietet. Es ist nicht mehr als Marketing, leere Worte ohne Kraft, die nur einen Schein schaffen, keine Wirklichkeit, und damit einer Lüge gleich kommen.
Wir befinden uns schon lange nicht mehr am Anfang eines romantischen Cybertraums - wir sind mittendrin in einem harten Kampf gegen eine internationale Mafia von Konzernen, welche Medien, Politik und Justiz schon lange fest im Griff haben, teils völlig offen und nicht verdeckt diese tagtäglich tausendfach missbrauchen um Ihre Herrschaft weiter zu manifestieren und jeden Widerstand im Kern zu brechen. So mancher bloggender Werbeprofi hat die Wirklichkeit dieses Kampfes noch nicht zu spüren bekommen - ein sicherer Indikator dafür, dass die Themenwahl und die veröffentlichten Informationen niemanden wirklich stören und keine verändernde Kraft haben - soviel zur “Qualität”. Wenn Du Kritik übst, die fundamental ist und wirksam sein kann - dann wirst Du die Macht der Unterdrücker zu spüren bekommen - sie werden Dich verklagen, Dich finanziell ruinieren und Dir Deine Worte mithilfe einer missbrauchs-willigen Justiz verbieten - das ist auch in Deutschland (wieder?) normal.
Wenn Ihr im Kampf um das Freie Wort nicht mehr hinbekommt als dieses Manifest, dann werdet Ihr bald alle unfrei sein.
Protest ist, wenn ich sage dieses und jenes passt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass das, was mir nicht passt, nicht länger geschieht (Ulrike Meinhof).

Kommentar von Peter Stidl, geschrieben am 8.9.2009.:

Wenn Verleger glauben im www fette Gewinne mit Information realisieren zu können sind sie auf dem Holzweg. Wer weiterhin von 20% Renditen und mehr träumt ebenfalls. Ich bezahle für Nachrichten im Netz über das was so auf Raumschiff Erde abgeht keinen müden Nickel, ich bezahle meinem Zugang PUNKT
Ich kaufe aber weiterhin Spiegel, Capital etc. zur fundierten Hintergrundinformation. Deshalb, denke ich, werden seriöse Printmedien auch nicht vom Markt verschwinden, allerdings gebe ich kein Geld für die Klatsch-und Tratschpresse aus, die interresiert mich im Netz auch nicht. Es geht mir gelinde gesagt am A.. vorbei ob Paris Hilten gestern einen Superorgasmus oder nur einen dicken Kopf vom Saufen hatte.
Aber liebe Verfasser ein Manifest ist etwas anderes, was hier abgeliefert wurde ist die Diskusionsgrundlage für eine zukünftige Umgehensweise mit Information im Internet. Ich setze da auch auf den Faktor Selbstkontrolle. Ich muss mich ja nicht in den Schmuddelecken des www rumtreiben, was allerdings nervt ist die Werbebombardierung dieser Betreiber. Hier sollte jeder seriöse Anbieter doch etwas mehr darauf achten, welche Art Werbung auf seiner Seite eingeblendet wird.

Kommentar von Peter Stidl, geschrieben am 8.9.2009.:

Für geistige Nahrung empfehle ich:
http://jungetrans.homepage.dk/corner/cover.html
Meiner bescheidenen Meinung nach der herausragendste Dichter und Denker unserer Zeit, Eckehard Junge.

Kommentar von Notin Ablog, geschrieben am 8.9.2009.:

@Fiete
Also (man fängt NIEMALS einen Satz mit ALSO an) wer der Meinung ist, seine sog. Thesen (das sind noch noch nicht
mal Hypothesen, ihr akademischen Hilfsheitzer) mit einem Punkt zieren zu müssen, der ist, nunja, ein typographisches Opfer.
Und hat auch sonst nüscht beizutragen was auf eine spezifische Art zielführend wäre.
Zu schweigen von deiner eigenwilligen Interpunktion (und indirekten Rede?)
QED
Euer Manifest geriert sich mehr und weiter als bewusstlose Erfüllungsgehilhin gewisser Kapitalfraktionen; die einen abzuwehren verbietet ja nicht die anderen zu umarmen bzw zu umgarnen
Ich glaube nicht, dass ihr kapiert, in wessen Bett ihr steigt.
Aber dort wünsche ich euch heiter Spass
/ Notin Ablog

Kommentar von Karl Keule, geschrieben am 8.9.2009.:

ich antworte jetzt mal direkt auf den letzten Beitrag von @fiete stegers:

ich persönlich glaube nicht, daß ihr euch missverständlich ausgedrückt habt, bzw. ihr mißverstanden werdet oder ihr mißverstanden fühlen könnt. Ihr werdet so verstanden, wie euch jeder verstehen will oder kann und das ist doch das Schöne an der Freiheit. Und ich denke ihr seid euch alle bewußt gewesen, was ihr in dieses Internet-Manifest schreibt. Mit Verlaub gesagt, ich halte euer Manifest für absolut unnötig und es geht vollkommen an der zur Zeit geführten Diskussion vorbei. Eine wichtige Antwort seid ihr bisher schuldig geblieben, was ist euer Ziel? Sauberer Journalismus im Internet?

Kommentar von Dollinger, geschrieben am 8.9.2009.:

Jeder Punkt für sich hört sich klasse an, würde ich sofort unterschreiben, alles hehre Ziele. Aber mal ehrlich: Es bleiben auch hehre Ziele. Welches der vielen Verlagshäuser, die wir in Deutschland haben, werden denn schon nach den Maximen handeln. Geschäftsführern von Verlagen ist es doch egal, ob sie Gurken in Gläsern oder eben Zeitungen, oder Inhalte im Internet verkaufen. So gesehen kräht nach den Thesen schon sehr bald kein Hahn mehr, da sie an der Realität vorbei führen und eben nur hehre Ziele bleiben werden. Wir leben in einer Marktwirtschaft, machen wir uns doch nix vor.

Kommentar von JürgenG, geschrieben am 8.9.2009.:

Die selbsternannte Internet-Elite Deutschlands haut ihre Thesen an die doch eigentlich so schönen Klowände.

Also echt, ein bisschen mehr grenzgängerische Kreativität und eine ganze Menge überheblichen Selbstvermarktungsgequatsches und aufgesetzten Geschwurbels weniger hätte ich erwartet, sogar von diesem Autorenteam.

Kommentar von Carsten, geschrieben am 8.9.2009.:

Dass hier “nofollow” verwendet wird, finde ich ok, das heißt ja nicht, dass Google den Links nicht folgt…

Irritiert bin ich, dass hier keine Trackbacks angezeigt werden. Verstärkt meine Einschätzung (http://blog.foto-cs.de/2009/09/internet-manifest.php). (Auch die Blogeinträge der Unterzeichner haben nicht alle Trackbacks aktiviert, falls es denn einen Blogeintrag gibt.)

Geschickt eingefädelt dieses Dokument “Internet-Manifest” zu nennen, wenn es eigentlich “Journalismus-Manifest” heißen müsste (der Untertitel ist wichtig!).

Na ja, wohl ein halbgares Sommerlochthema, obwohl wir gerade gar kein Sommerloch haben.

Kommentar von Moritz, geschrieben am 8.9.2009.:

Wenn sowas in der Zeitung kommt, dann isses doch klar, dass die Leute sich über die Netzgemeinde lustig machen.

“Das Internet ist die Gesellschaft”

Welche Gesellschaft denn? Das Internet ist EINE Gesellschaft, aber niemals DIE Gesellschaft. Genauso wenig wie der Fußball oder Bücher. Alles Teile einer Gesellschaft, die kleine eigene Gesellschaften bilden.

Kommentar von chapperman, geschrieben am 9.9.2009.:

Ein interessanter Aufschlag: Oft pointierte, vereinzelt brillante Formulierungen - und streitbare Inhalte. Das beweist die Resonanz, die er zieht.
Mir ist er jedoch zu generalistisch gehalten. Böser gesagt: An etlichen Stellen zu banal. An einigen Stellen: nai. Ich finde die Replik auf zeit.de oder auch die Kommentare von Julia Seliger auf taz.de sehr überzeugend und habe da nichts Neues hinzuzufügen.

Allerdings sehe ich eine Bestätigung meiner wachsenden Skepsis gegenüber der reinen Lehre à la Piraten, die sich hier ja letztlich auch irgendwie manifestieren soll.

Kommentar von Manfred Oz, geschrieben am 9.9.2009.:

Der Blogger Millus hat einen interessanten Statement gemacht, der es auf den Punkt bringt:
“Manche Blogger haben mich gefragt, ob ich nicht öffentlich Stellung zum INTERNET-MANIFEST.de beziehen kann. Eigentlich wollte ich dieser Aktion keine Aufmerksamkeit schenken (paar sehr bekannte Blogger haben einige Thesen online gestellt und diese INTERNET MANIFEST genannt), denn einige dieser Blogger, die da unterzeichnet haben, sind mir sehr unsympathisch und haben eigentlich nie etwas für die Blogger und Blogsphäre gemacht. Sie halten sich für eine Elite, die von oben herab über alles redet und bloggt, dabei sich zu schade sind Backlinks zu vergeben und Angst haben ihren Blogthron zu verlieren. Ich halte mich lieber von all diesen Leuten fern und verschenke lieber echte Backlink Liebe. Das ist meine Statement, liebe Blogger Freunde des Universums. Anstatt immer beweisen zu wollen, wie toll, wie schlau und wie cool man ist, sollte man lieber den Nächsten Respekt schenken und behilflich sein. Geben ist seeliger als Nehmen.”
Quelle: http://millus.kulando.de/post/2009/09/08/love-blog-ein-manga-ber-eine-bloggerin-und-backlink-liebe

Sollten nicht die Vertreter der Blogger durch ein demokratisches Wahlsystem gewählt werden und die Gewählten zusammen mit allen Bloggern Thesen aufstellen?

Kommentar von Devox, geschrieben am 9.9.2009.:

Was für wahre worte. Kann dem ganzen nur zustimmen. Es wird sich aber zeigen ob eine veränderung stattfindet oder ob man warten muß bis die generation die das internet als bösen feind der generellen ordnung ansieht weggestorben ist. We will see.

Kommentar von Klaus Schrage, geschrieben am 9.9.2009.:

Hallo, ich bins mal durchgegangen. Das ist meine Meinung:

zu 1: Stimmt.
zu 2: Quatsch. Das Herstellen und Verbreiten von Nachrichten kostet immer Geld. Online vielleicht weniger als bei Print. Dafür bringt`s auch weniger ein.
zu 3: “Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.” Gesülze. Kann man streichen.
zu 4: Einverstanden.
zu 5: Klares Jein. Tatsächlich können sich die Menschen so gut informieren wie nie zuvor. Bloß: Sehr viele können es nicht, weil ihnen die Medienkompetenz feht. Die meisten kommen doch über Google nicht hinaus.
zu 6: Klares Jein. Internetverbessert den Journalismus, weil`s lebedinger wird. Es verschlechtert ihn, weil immer weniger Journalisten gut von demselben leben können.
Zu 7: Jawoll!
Zu 8: Ansich Einverständnis. Aber wer die Urheber ruiniert, hat bald nichts mehr zum zitieren.
Zu 9: Letztlich eher Krampf. du kannst im Internet keine leidenschaftliche Diskussion und auch kein wirklich gutes Brainstorm machen. Da fehlt die Emotion.
Zu 10: Prinzipiell Ja. Preissefreiheit ist ein Grundrecht. Aber jedes Recht beinhaltet auch Pflichten. Siehe Pressekodex. Den sollte man wenigstens ansatzweise kennen, wenn man publiziert.
Zu 11: Meinetwegen. Aber geht das alles, ohne dass jemand Informationen sortiert, aufbereitet, erklärt?
Zu 12: Entweder blind oder blauäugig. Internet ist eine Gratiskultur, nur Spezialinhalte können lukrativ vermarktet werden.
Zu 13: Zustimmung, wenn`s so gewollt ist. Aber: Wer zahlt, wenn er klauen kann?
Zu 14: Fine ich gut, suchen wir nach Wegen zur Refinanzierung.
Zu 15: Jeder hat ein Recht auf Irrtum. Löschen muss ggf. möglich sein. Insbesondere wenn`s um persönliche Inhalte geht.
zu 16: Gut, dem stellen wir uns.
zu 17: Da schwenk ich jetzt den Weihrauchkessel. Aber der Mensch braucht ja auch Visionen. Ehrlich: Ich glaub da nicht wirklich dran.

Kommentar von A.S. Reyntjes, geschrieben am 9.9.2009.:

In Ergänzung zum “Kommentar von JürgenG”, geschrieben am 8.9.2009:

“Die selbsternannte Internet-Elite Deutschlands haut ihre Thesen an die doch eigentlich so schönen Klowände.”

Und damit ist auch das klitzige Problemchen, wer das Internet-Zeugs alles lesen soll, auch geklärt.

Aber solange alles Internetige nix kostet bzw. alles beliebig verpiratet werden soll - bleibt alles klar: Jeder schreibt, was er will.
Alles versendet sich zu 99 % folgenlos.

Kommentar von Till, geschrieben am 9.9.2009.:

Ich bin gegen das Manifest, weil die Liste der UnterstützerInnen bei mir Würgereflexe triggert. Bei der Demo gegen Netzsperren vor dem Brandenburger Tor hielten ein paar von euch Flachpfeifen den Spruch “Wir sind das Netz” in die Kameras. Damit eins klar ist: Wenn *ihr* das Netz seid, dann bin ich dafür, dass es besser heute als morgen geschlossen wird. Und zwar für immer.

Kommentar von Totaler Internet-Fan, geschrieben am 9.9.2009.:

*unterschreib*

“Das Internet lebt von Links auf Informationen/Seiten/neuen Ideen…”
Man kann heute schon fast nicht mehr wissen, ob man gegen das Urheberrecht verstößt, nur weil auf ein Bild, einen Text oder eine Website verlinkt - egal ob man den Rechteinhaber/Urheber angibt oder nicht… das ist, man verzeihe mir den Ausdruck - zum Kotzen. Die Idee des Internets ist aber eine andere! INFORMATIONEN SIND FREI!

Kommentar von Christian K., geschrieben am 9.9.2009.:

Eine 140 Zeichen Journalismus Kultur führt jede Form von Journalismus ad absurdum. Die Schlagzeilenmentalität, die nicht vom Internet an sich, sondern von der Unprofessionalität deren Nutzer gefördert wird, sorgt dafür, dass es nicht mehr um die Qualität der Inhalte geht, sondern nur noch um Schnelligkeit. Die Popularität sinkt, desto langsamer man ist, Echtzeit Newsfeeds sorgen dafür, dass sich nur die reißerischen “Melder” durchsetzen. Dies wiederum sorgt dafür, dass ein zwei Welten Journalismus entsteht. Auf der einen Seite der schlichte Informationsbeschaffungsjournalismus, der dafür sorgen wird, dass Nachrichtenagenturen an Seriösität verlieren und auf der anderen Seite der klassische Journalismus, der immer weniger ernst genommen wird, weil die Masse die Kerninformationen schon kennt, die Meinungen nicht lesen will, weil sie über 140 Zeichen hinaus gehen und nicht ernst genommen wird, weil sie ja nur eine von Millionen Meinungen ist.
Ja genau, genau das hat zur Folge, dass individuelle Meinungen an Bedeutung verlieren. Klare Objektive Informationsbeschaffung ist die Folge. Aber eben Meinungen, individuelle und widersprüchliche (Meinungen, nicht Informationen), prägen Journalismus, machen ihn aus. Was bringt es der Masse, wenn sie die Informationen nicht versteht, weil sie bestimmte Zusammenhänge nicht einordnen kann, weil keine Zeit mehr für Diskussionen besteht, die eben Meinungsbildend sind. Und was nützt ein freier Raum für Gestaltung, wenn er nur von einer Hand voll Menschen genutzt werden kann, weil alle anderen gar nicht die Zeit dafür haben, gar nicht die Mittel und Möglichkeiten?

Und wo bleibt das Wichtigste Werkzeug des Journalismus in dem Fall? Wo bleibt die Sprache? Was für Verluste muss diese seit der Beschleunigung des Journalismus ertragen, wenn es nur noch draum geht alles so schnell wie möglich zu vermitteln. Viel zu Große. Was passiert, wenn man feststellt, dass eben eine Nachricht nicht in 140 Zeichen realisierbar ist, scheint hoffentlich klar zu sein. Dann ist der Schritt von “former ideas to modify a social and political system” zum “oldthink” nicht mehr so unüberwindbar.
Und die Kettenreaktion danach ist bekannt.

Freier Journalismus ist wichtig.
Schneller Journalismus gefährlich.
Schlagzeilenjournalismus tödlich.

Die in diesem Manifest aufgeführten Punkte sind auf lange Sicht widersprüchlich und populistisch. Sie beinhalten die Gefahr eines langfristigen Auflösen des Journalismus und eines Aufbahren einer Kultur, in der es nur darum geht, die schnellste, angepassteste und simpelste Information an die Masse weiter gibt.

Die Generation Wikipedia hat nichts mit Journalismus zu tun, genauso wenig hat die Generation Wikipedia etwas mit Vernetzung, Verlinkung und Anpassung an technische Gegebenheiten zu tun.
Die Generation Wikipedia verlangt nach freiem Zugang zu qualitativem Wissen, zu gut recherchierten und durchdachten Informationen. Nach Zusammenhängen zwischen Dingen, frei erkennbar und nachvollziehbar für jeden und trotzdem wissenschaftlich und nachhaltig.

Die hier geforderte Art des Journalismus wird die Generation Wikipedia behindern und deren Ziele unerreichbar machen.

Das Einzige was erreicht wird, ist das jeder alles Lesen kann. Dass wir nicht mehr einen Big Brother haben, sondern, dass jeder Big Brother ist. Weil jeder alles wissen will.

Unkontrolliertes Informationenverbreiten ist der zivilisierten Gesellschaft ihr Tod.

Kommentar von Ina, geschrieben am 9.9.2009.:

So schlecht kann das Manifest ja dann wohl nicht sein.

Und wer hier mault, der hätte immerhin auch selbst was verfassen können!

Kommentar von Maurice, geschrieben am 9.9.2009.:

Jetzt habe ich alle 17 Thesen bis zum Ende gelesen, doch eine wirklich neue These habe ich (leider) nicht gefunden. Keine der Thesen ist falsch. Aber die meisten sind mir zu allgemein gehalten und nur eine Wiedergabe dessen, was bereits seit Jahren durch medienwissenschaftliche Diskurse wabert.

Kommentar von Rainersacht, geschrieben am 9.9.2009.:

Wer wissen will, was wirklich über das Thema zu sagen ist, der lese Jörg Kantels 5 Thesen aus dem September 2006:
http://www.schockwellenreiter.de/blog/2009/09/08/weblogs-und-journalismus/

Kommentar von schlaubeton, geschrieben am 9.9.2009.:

vor 150 Jahren gab es ebenfalls ein manifest,
” Ein Gespenst geht um in Europa..”
” Die Geschichte aller bisherigen Gesell-
schaft ist die Geschichte von Klassenkämp-
fen”
Diese Kämpfe werden von Informierten (und Priveligierten) ausgetragen im Netz, bzw.
demokratischen Medienformen.

Kommentar von Rolf Schaumburg, geschrieben am 9.9.2009.:

Dieses Manifest ist keine wissenschaftliche Untersuchung des Internets und was das Internet für den modernen Journalismus bedeutet.

Aber das Manifest zeigt auf den Punkt gebracht, was das Internet in der modernen Gesellschaft ist und was es für den Journalismus bedeutet.

Kritiker dieses Manifestes zeigen nur, dass sie an alt hergebrachtem festhalten wollen und den Sinn des Internets und der daraus resultierenden Freiheit für jeden Nutzer noch gar nicht verstanden haben. Altbackener Journalismus ist Monolog, Journalismus im Internet ist Dialog und Internet ist die globale Vernetzung von Weltbürgern die an diesem Dialog teilhaben.

Das Manifest unterstütze ich in allen Punkten und kann es nur jedem empfehlen, es auch zu tun im Sinne einer neuen demokratischen Kommunikation an der Alle teilnehmen.

Rolf Schaumburg

Kommentar von Jay K., geschrieben am 9.9.2009.:

An die Redaktion von heute.de,

ihr habt leider nichts verstanden :-(

1. GoogleNews:
Ihr beschwert euch tatsächlich darüber, dass eine Suchmaschine euch und anderen Seiten mehr Besucher einbringt? Der Besucher entscheidet, welche Angebote gut sind. Er setzt weitere Verlinkungen und Bookmarks im SocialNetwork. Die einen gewinnen dabei, andere verlieren - so ist das Geschäft und so war es schon immer.

2. Empirie:
Dass Suchmaschinen helfen, gute Artikel zu finden, braucht nicht bewiesen zu werden. Dass sie auch schlechte finden, ist eine logische Konsequenz. Suchmaschinen können (noch) keine journalistische Qualität erkennen, der Anwender schon (s. Punkt 4).

3. Mit Journalismus im Netz Geld verdienen:
Dass man nicht pro Artikel xy Cent verlangen kann oder Internet-Zeitungs-Abos verkaufen kann, ist wohl wahr. Es gibt jedoch eine Menge mehr Geschäftsmodelle, und es liegt an den Verlagen, sich weitere neue auszudenken. Dazu sollte man sich das Interview mit Mathias Plica, Geschäftsführer von Chip Xonio Online, auf media-treff.de anschauen (Google hilft weiter wink ).

4. Medienkompetenz:
“Pädagogen und Eltern” schütteln überhaupt nicht mit dem Kopf. Im Gegenteil: Es ist eine Aufgabe der Pädagogen, Medienkompetenz schon in der Grundschule zu fördern - siehe Lehrpläne. Dass Sie einen(!) Nutzer zitieren, um ihre These zu stützen, zeigt Ihr Verständnis von Empirie…

Abschlussbemerkung:
Nach dem Lesen Ihres Artikels hat man den Eindruck, dass Sie enorme Angst vor dem Internet und dem neuen Online-Journalismus haben - warum? Haben Sie Angst, sich nicht durchsetzen zu können?

Qualität wird sich durchsetzen - auch und vor allem im Internet!


Jay K., Grundschullehrer

Kommentar von Nicole Haase, geschrieben am 9.9.2009.:

Der kleine Gruß vom Reformator und dem Ablassbrief oder doch eher das Cluetrain-Manifest?

Nach dem ersten Lesen hatte ich den Eindruck; wahre Worte, alle schon einmal irgendwo gehört - schön, dass es mal einer zusammengefasst hat.

Die Wandlung der Medienlandschaft fordert eine Anpassung in Arbeitsweise und Konzept. In einigen Kommentaren dazu wird bemängelt, dass keine neuen Wege oder Lösungen aufgezeigt werden. Eine Idee wäre dazu:
http://bit.ly/Wp9oq

Kommentierung der weiteren Einzelthesen hier:
http://blog.artundweise.de/auw/entry/manifest_luther

Kommentar von Bernd, geschrieben am 9.9.2009.:

Wikipedia sagt:
“Ein Manifest (lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“) ist eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur.”

Was, mal abgesehen von der Selbstvermarktung, sind denn nun Eure Ziele und Absichten?

Kommentar von Rainer, geschrieben am 9.9.2009.:

Erstaunlich! - Es erstaunt einen schon sehr, wie offensichtlich erfahrene Menschen, mit solcher Naivität dem “goldenen Kalb” in Form des Internets huldigen und sich dabei auch noch vor den Karren kommerzieller Interessensverbände spannen lassen, dabei aber das Hohelied von Freiheit singen.
Müssen sich die Medien wirklich den Realitäten anpassen? Ist es nicht vielleicht die Pflicht von Medien kritisch zu hinterfragen, was die Kunden wollen und was das beste im Sinne ihres Auftrages als kritische Berichterstatter und Hüter der Meinungsfreiheit ist? Und sind Anbieter von Google und andere, bei denen Nachrichten kiloweise angeboten werden und Links von geschalteten Werbeanzeigen abhängig gemacht werden, wirklich die neuen Garanten freiheitlichen Lebens? Wenn mich jemand fragen würde welcher Nachricht ich mehr vertraue, der aus der FAZ oder aus Twitter von einem Autor unbekannterweise? Die Antwort wäre klar. Und selbst, wenn ich bei der FAZ weiß, dass auch hier Nachrichten mit einem bestimmten “Filter” ausgewählt und aufbereitet werden, so kenne ich doch den Urheber und habe es nicht mit anonymen Verfassern zu tun.
Dieses “Manifest” ist eine Meinungsäußerung, aber eben auch nicht mehr.
“Das Internet ist der neue Ort des politischen Diskurses”? - Hoffentlich nicht kann ich da nur sagen? Wer etwas zu sagen hat sollte dies öffentlich tun, Auge in Auge mit anders denkenden. Diskussionen die nur virtuell geführt werden sind arm an Ausdruck und Leidenschaft. Ich mag altmodisch sein und mit Mitte 30 schon nicht mehr “state of the art”, aber mir sind Menschen lieber, die sich trauen ihre Meinung öffentlich, im Wirtshaus, auf Diskussionsveranstaltungen, in Parteisitzungen, im Gemeindeparlament oder auf der Straße bei der Diskussion mit den Nachbarn zu tätigen, als nur anonym auf Internetplattformen.
“Mehr ist mehr” - Eine schöne Formulierung; so hübsch plakativ und fast schon allegorisch zu nennen. Leiden wir heute wirklich unter einer Unterversorgung mit Informationen? Nein, wohl kaum. Es ist eher die Flut der Informationen, die uns zunehmend unter Streß setzt, überfordert und sogar lähmt. Wer hat denn die Zeit aus der Flut von Medien, Foren und Internetseiten die relevanten Informationen zu selektieren und anschließend kritisch zu vergleichen, was stammt aus welcher quelle mit welchen Intention. Wer schreibt von wem ab? Wer weiß etwas und wer behauptet einfach etwas? Wer kopiert und wer ist wirklicher Urheber? Was ist Information und was ist schlichte Meinungsmache? Wer hat sich nicht schon gewundert, welch merkwürdige Ergebnisse Suchmaschinen zu weilen liefern und warum verschiedene Suchmaschinen so unterschiedliche Ergebnisse liefern? Ein Schelm wer böses dabei denkt - aber nein, denken ist ja auch nicht mehr angesagt im Zeitalter der neuen Medien. Mehr ist mehr.
“Qualität bleibt die beste Qualtität” - Wohl gesprochen. Aber ob dies unbedingt erfordert etablierten Medien die Existenzberechtigung abzusprechen und Informationen zum Nulltarif zu fordern? Wohl kaum. Qualität hat seinen Preis, um einmal in den Lebensweisheiten zu bleiben. Und wie soll ein Journalist Zeit für Recherche aufwenden können, wenn er dafür nicht bezahlt wird? Und wie soll die Zeitung ihn bezahlen, wenn die Informationen kostenlos im Netz stehen und niemand mehr dafür bezahlt? Und werden dann diese internetbasieren Informationsbörsen aus reiner Nächstenliebe betrieben? Aus Spendengeldern und Idealismus unterstützt? Frei und Unabhängig? Oder gibt es nicht auch hier knallharte wirtschaftliche Interessen? Manche Sichtbar in From von Bannerwerbung, manche unsichtbar in Form von Verschlagwortung und Linkbevorzugung, manche vielleicht auch einfach durch lancierte Artikel und gesteuerte Informationsflut. Man muss nicht “1984” gelesen haben, um bei diesen Gedanken einen Schauer zu verspüren. Schöne neue Welt? - für mich auf jeden Fall nicht. Von selbsterannten Wächtern der Medienwelt, wie den Autoren dieses Werkes hätte ich mehr erwartet. Vor allem mehr kritischen Sinn und weniger dogmatisches Sendungsbewußtsein. Es braucht sicherlich neue Ideen und neue Herangehensweisen, Ideen und Ansätzen - dieses “Manifest” aber brauchte es nicht, wirklich nicht.

Kommentar von Karl Bruck, geschrieben am 9.9.2009.:

hallo, ich glaube, dass das postinernetzeitalter irgendwas mit wald und spazieren gehen zu tun haben wird. dieser alarmismus und diese dauernde mediale pseudopositionierung und themensetzung, bzw. themendominierung, dieser ganze unsinn macht einen doch total irre. das internet ist 90er jahre…

gruss
kb

Kommentar von Karl Bruck, geschrieben am 9.9.2009.:

noch was. das manifest hat keine groesse… ich finde es irgendwie kleingeistig. da ist mir das lieber:

<a >Futurismus</a>

100 Jahre alt

gruss
kb

Kommentar von Rod Meier, geschrieben am 9.9.2009.:

Das Manifest ist eine grundsätzlich gute Zusammenstellung.

Bezüglich der derzeitigen Debatten und Tendenzen - nicht nur in Deutschland - würde ich den Punkt 4 “Die Freiheit des Internet ist unantastbar.” ganz nach vorne setzen. Zensur und hilflose, populistische Versuche das Internet zu beschränken sind sicher falsch. Mit dem Hintergrund von wirtschaftlichen/politischen Interessen erst recht. Wehret den Anfängen!

Die Problematik mit zumeist fehlenden neuen Geschäftsmodellen für die Medienhäuser sowie Unverständnis und Angst vor dem Internet wird sich meiner Einschätzung nach von alleine erledigen. Die, die sich etwas einfallen lassen, werden bleiben und der Rest wird eben untergehen. Ich weine keinem eine Träne nach, der seine Geschäftsmodelle nicht verbessert und an neue Situationen anpasst. Andere Firmen müssen das auch, wieso soll das bei den Medienhäusern anders sein?

Rod Meier, selbständiger Fotograf

Kommentar von Dr. D., geschrieben am 9.9.2009.:

“Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe.”

Als Lehrer, der zehn Jahre im Schuldienst tätig war und seit zwei Jahren als Mitglied der obersten Schulaufsicht für die Qualitätssicherung an Schulen tätig ist (EVIT), habe ich immer die Nutzung moderner Medien eingefordert und trainiert, nicht nur in den Fachunterricht integriert, sondern auch als Selbstzweck im Methodikunterricht. Ihrer These Nr. 17 kann ich nicht im Geringsten zustimmen. Schülerinnen und Schüler sind und bleiben bis hin zum Abitur naiv und leichtgläubig gegenüber dem Internet. Das Ergoogelte wird trotz aller pädagogischen Bemühungen i.d.R. nicht hinterfragt oder mittels anderer Ergebnisse kritisch überprüft; für Referate und Hausarbeiten werden kommentar- und hinweislos fremde Inhalte wortwörtlich kopiert und zum Schaden aller, die gerechte Noten erwarten, vor allem aber zum eigenen Nachteil in betrügerischer Absicht verwendet.

Die von Ihnen unterstellte Computer- und Internetkompetenz besteht definitiv nicht, und Sie brauchen darauf auch nicht mit dem Allgemeinplatz zu antworten, die Schule oder die Lehrer seien dann ja selbst Schuld. Vielmehr ist es die Bequemlichkeit, die Schülerinnen und Schüler dazu verleitet, alles zu glauben, nichts zu hinterfragen und es sich vor allem leicht zu machen. Fleiß und selbst erzielter Erfolg sind in der Schule keine Tugenden mehr, sondern uncool; die nötige Reife und Selbstkompetenz stellen sich in der heutigen Spaßgesellschaft leider erst sehr spät ein - wenn überhaupt.

Die sogenannte “Generation Wikipedia” umfasst zwar fast alle heutigen Schülerinnen und Schüler, drückt aber ungewollt auch das aus, wofür Wikipedia bei Pädagogen wie Wissenschaftlern nach wie vor zu Recht steht: zweitklassiges, fehlerbehaftetes Wissen. Soviel zum Thema Internetkompetenz.

Kommentar von emwede, geschrieben am 9.9.2009.:

@Christian K.

“Eine 140 Zeichen Journalismus Kultur”

Wer hat diese wo gefordert?

Wenn Leute wie Du Jourmalisten würden, wäre das genau der Journalismus, den ich mir nicht wünsche. Das Wort “Blogger” erahnen und dann eigene Vorurteile gegen “Twitter” projizieren, ist genau jene Oberlehrermasche, die Leute wie ich am “Qualitätsjourmnalismus” hassen: nichts zu 100%, ach was sage ich, nichts zu 10% verstehen, aber zu allem eine Meinung haben und allen Menschen die Welt von einer privilegierten Plattform aus erklären wollen.

“Wo bleibt die Sprache? Was für Verluste muss diese seit der Beschleunigung des Journalismus ertragen…”

Oh mein Gott was für ein dekadenter manieristischer Dreck, den Du da absonderst.

Sprache ist, wenn sie existiert lebendig. Sprache muss sich entwickeln, um am Leben zu bleiben. Sprache muss sich verändern. Die Benutzer von Sprache müssen diese Änderungen aufnehmen oder verwerfen. Eine Oberlehrerclique, die zu glänzen glaubt, weil sie den Duden (inkl. Grammatikband) auswendig gelernt hat, ist mir ausschließlich widerlich. Diese Clique macht Sprache zu einer toten stumpfen Waffe, mit der sie Argumente, die ihr nicht passen erschlagen will. Dass der Duden, bei den Mitgliedern diese Clique ausschließlich ein stumpfes Schädelhirntrauma ausgelöst hat, haben sie wohl vor dem endgültigen Fall ins Wachkoma gar nicht mehr bemerkt

“Was bringt es der Masse, wenn sie die Informationen nicht versteht, weil sie bestimmte Zusammenhänge nicht einordnen kann, weil keine Zeit mehr für Diskussionen besteht, die eben Meinungsbildend sind.”

Und genau hier entlarvst Du Dich dann als Mitglied dieser Oberlehrerclique. Deine Argumente könnten wörtlich aus Dokumenten abgeschrieben sein, die der Vatikan seinerzeit gegen die Übersetzung der Bibel ins Deutsche angeführt hat. Markt ihr das eigentlich nicht, dass die Welt keine Oberlehrer mehr will, eben weil sie durch die Aufklärung mündig geworden ist? Merkst Du nicht, dass das Web lediglich die konsequente Fortsetzung und Vollendung der Aufklärung darstellt?

Natürlich konnte mit der Bibel, konnte mit den Schriften der Aufklärer nichts anfangen, wer nicht die notwendige Medienkompetenz (Stichwort: Alphabetisierung) besaß. Natürlich können heute Menschen, die die notwendige Medienkompetenz nicht besitzen, an der Fortsetzung und Vollendung der Aufklärung mit Mitteln des Web nicht teilhaben. Was aber den Beginn der Aufklärung und der Emanzipation des Individuums nicht aufhalten konnte, wird dessen Fortsetzung und Vollendung erst Recht nicht aufhalten.
Seinerzeit hatten die Monarchen und Adeligen Vorbehalten gegen die Aufklärung. Sie hatten etwas zu verlieren: ihre Privilegien. Gleichzeitig gebar die Aufklärung den modernen Journalismus, um die mangelnde Alphabetisierung der Menschen auszugleichen und nicht zum Hindernis der Aufklärung werden zu lassen. Heute haben die Journalisten Vorbehalte gegen die Fortsetzung und Vollendung der Aufklärung, weil sie durch die wachsende Medienkompetenz großer Teile der Menschheit etwas zu verlieren haben: Ihre Privilegien!

Wer sich heute der Aufklärung Oberlehrerhaft in den Weg stellen wird, wird von ihr genauso achtlos bei Seite geschoben werden, wie sie es seinerzeit mit den abgeschlagenen Köpfen der Adeligen tat. Und das ist gut so.

Nicht mehr.

Kommentar von Lutz Falkenburg, geschrieben am 9.9.2009.:

“Kritiker dieses Manifestes zeigen nur, dass sie an alt hergebrachtem festhalten wollen und den Sinn des Internets und der daraus resultierenden Freiheit für jeden Nutzer noch gar nicht verstanden haben. ” - vielleicht sind Sie in einem anderen Internet als ich Herr Schaumburg.

Ich kritisiere das Manifest, weil es 1. kaum etwas mit dem Internet zu tun hat - vielleicht mit dem verschwurbelten Web 2.0 was viele für das Internet halten, es aber nur ein winziger (wenn auch der lauteste) Teil des Internets ist. Ich denke mal Sie sollten sich mal etwas Informieren über den Teil des Internets, den Sie nicht mit Ihrem Browser bedienen…

Kommentar von Oliver Berger, geschrieben am 9.9.2009.:

Danke an die Verfasser für einen weiteren Grundstein zu einer ehrlichen Debatte über die Zukunft der Medien, den Schutz des (geistigen) Eigentums und den Möglichkeiten der globalen Vernetzung.

Natürlich weiß es bereits jeder, aber ich möchte dennoch kurz anmerken, besonders für die mitlesenden Kritiker, dass die geäußerten Ideen und Thesen allesamt auch gar nicht neu sind, sondern schon länger von annerkannten Consultants wie z.B. Tomi Ahonen in “Mobile As The 7th Mass Media” recht genau beschrieben werden.

Kommentar von Elke Fischer, geschrieben am 9.9.2009.:

Ich halte dieses Werk für DAS Zeichen eines veränderten Verständnisses von Medientätigkeit und Journalismus, sogar von Gesellschaft und Kultur, sogar von Welt. Für die einen wird das Manifest Startblock, für die nächsten Hürde und für andere Zielmarkierung sein…

Danke für das Verfassen (die Verfassung) ...

Mir kam noch der Gedanke, dass es ab jetzt kein “Zurück” gibt - auch im Internet wird sich Spreu vom Weizen trennen, auch Google ist ablösbar, Verlage werden sterben, Geldeinkommen wird zu geistiger Wertschöpfung, Parteiplitik verliert Bedeutung - der Umbruch ist da. Nix Krise. Nix Jammern.

Kommentar von turbobayer, geschrieben am 9.9.2009.:

Zu Behauptung 17: Dass die Generation Wikipedia in der Lage sein soll, mit Internetinhalten kritisch umzugehen, halte ich für ein Märchen. Meine Erfahrung ist vielmehr, dass selbst Studenten ebenso aufgeschlossen (positiv!) wie naiv und unkritisch (negativ!) damit umgehen, kaum in der Lage sind zu werten und noch weniger kritisch zu hinterfragen.

Gut finde ich die Forderung, daß auch der Internetjournalismus (wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche auch) nach Regeln verlangt: im Umkehrschluß heißt das auch, daß er Verantwortungsbewußtsein der Macher voraussetzt, um einer Überregulierung zu entgehen!

Kommentar von Akareyon, geschrieben am 9.9.2009.:

Bravo!

Und doch: für ein Internet-Manifest zu spezifisch auf den Journalismus ausgelegt bzw. an die etablierten Medien gerichtet. Das Internet ist weitaus mehr (findet, wie Herr Falkenburg sich ausdrückte, auch jenseits des Browsers statt: Gaming, Filesharing, Messenging usw.), und auch für die anderen Strömungen & Subkulturen sollte die Maxime aus Punkt 4 (Die Freiheit des Internet ist unantastbar) gelten.

Doch bleiben wir ruhig beim Web 2.0 (was auch immer das sein mag): da sind die Diskussionsforen, deren Betreiber aus Furcht vor Abmahnanwälten und Klagedrohungen im vorauseilenden Gehorsam Zensurpolitik betreiben müssen. Da sind politisch/weltanschaulich verdächtig ungestreamlinete YT-Clips, die wegen “Urheberrechtsverletzung” aus dem Netz genommen werden, weil darin z.B. Ausschnitte aus Fernsehdokumentationen (oder einfach nur ein bekanntes Musikstück zur dramatischen Untermalung) vorkommen.

Und da sind die Amateur-Künstler - angehende Grafiker, Musiker, Filmemacher etc. - die sich de jure in der Grauzone und in Furcht vor Institutionen wie der GEMA und anderen Rechteverwertern- und verwaltern bewegen, weil sie ihre Werke an bereits bestehende anlehnen und in Erwartung von _Feedback_, nicht _Geld_, “veröffentlichen”.

Ganz zu schweigen von Start-Up-Programmierern und Scriptern, die unmöglich überprüfen können, ob trivialste Routinen nicht unter Umständen vom Quasi-Buchversandmonopolisten patentiert sein könnten.

Diesem und vielem mehr trägt das Manifest leider keine Rechnung. Doch das ist das schöne am Internet und der Interaktion des Kollektivs: Informationen können permutieren. Mit etwas Glück vielleicht auch das Internet-Manifest.

Kommentar von trotzkist, geschrieben am 9.9.2009.:

Ich hatte ja schon einiges über dieses Manifest gehört, dass es so überflüssig ist, hätte ich nicht erwartet; eine Ansammlung von Allgemeinplätzen, die offensichtlich zu nichts anderem gedacht sind, als eine obskure Blogger-Lobby zu formieren - und nichtmal dazu fähig.

Wenn sich Qualität durchsetzt, warum verzeichnet diese Seite dann so hohe Aufmerksamkeit? Neues oder kreatives hat sie jedenfalls nicht zu bieten (das solltet ihr selbst wissen), jeder der seinen Namen hierunter gesetzt hat, sollte von den Blogrolls und Linklisten da draußen gelöscht werden.
Soviel Eigenwerbung stinkt.

Kommentar von Valmont, geschrieben am 9.9.2009.:

Finde den Ansatz zwar in Ordnung, aber es gibts nichts wirklich Neues, was in diesen Zeilen beschrieben wird.

Deshalb habe ich mich mal auf meine Art und Weise damit auseinandergesetzt, siehe hier: http://bit.ly/Tb5By

Offene Fragen bezüglich dieses Textes
werden hier angesprochen:

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2204#kommentare

Kommentar von emwede, geschrieben am 9.9.2009.:

@trotzkist

So überflüssig, dass Du es nicht kommentierst ist es mindestens nicht. So hat es den Zweck erfüllt, sogar Dich in eine dialogische Kommunikation einzubinden - schon komisch, dass ausgerechnet Trotzkisten Fragen, die sie stellen implizit selbst beantworten wink

Dass Qualität sich durchsetzt bedeutet nicht, dass jede/r sie erkennen kann.

Deine Kompetenz Qualität zu beurteilen und auf Basis welcher Kriterien und Anforderungen Du Qualität definierst, respektive messen und beurteilen willst, wird aus Deinem Beitrag jedenfalls nicht klar.

Kommentar von Der alte Fritz, geschrieben am 9.9.2009.:

Das Internet ist frei, verdammtnochmal. Wir brauchen kein Manifest, das euch neue Märkte eröffnen soll.
Das Internet ist frei, verdammtnochmal. Sei gut, bekomme viele Klicks. Sei scheiße, bekomme wenige Klicks. Das sollte die richtige Antwort auf alles sein.

Ihr seid keine »Internet-Elite«. Ihr seid eine Web 2.0-Elite. Ein Haufen Wichtigtuer, die sich im KlickiKlickiButni supi wohl fühlen und sich auf jeder noch so beschissenen Plattform tummeln.
Das Internet ist mehr. Euer Manifest ist ein “Online-Journalismus-Manifest”, aber kein “Internet-Manifest”.

Danke für die Aufmerksamkeit

Kommentar von emwede, geschrieben am 9.9.2009.:

@Notin Ablog

“Also (man fängt NIEMALS einen Satz mit ALSO an) wer der Meinung ist, seine sog. Thesen (das sind noch noch nicht mal Hypothesen, ihr akademischen Hilfsheitzer) mit einem Punkt zieren zu müssen, der ist, nunja, ein typographisches Opfer.”

Dein Problem:

Wer entschieden, was “man” tut? Du? Völlig überschätzte manieristische Akademiker? Sorry, Menschen die glaube, Sätze mit “man” bilden zu dürfen, sind für mich nichts weiter als Opfer selbstüberschätzter eigener Intellektualität. Du hast Dich bei mir erfolgreich beworben zu diesem “Menschen” zu gehören.

Kommentar von Detlef Wendt, ÖSF Deutschland, Bundesvorsitzender, geschrieben am 9.9.2009.:

Das Internet-Manifest ist ein wichtiger Baustein zur Verwirklichung einer öko-sozialen Gesellschaft und trägt zur Runderneuerung der “Nachhaltigkeit” (nach all den Missbräuchen dieses Begriffs)als übergreifende Leitvorstellung bei - “Nachhaltigkeit 2.0”.

Kommentar von Siggi Blogsberg, geschrieben am 9.9.2009.:

Zu den optimistischen Zahlen und der Blauäugigkeit ist ja schon einiges gesagt worden ...

Was mir fehlt: Das persönliche Risiko, das jeder Einzelne, der in einem Blog oder in anderer Form einen Missstand aufgreift, im Zeitalter des Abmahnwahns eingeht.

Trotzdem:
Ein wichtiges Manifest!

Kommentar von Silvio Löschner, geschrieben am 9.9.2009.:

Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung!

Kommentar von breaky, geschrieben am 9.9.2009.:

Das unerschreib ich auch. Danke für die Formulierung.

Kommentar von trotzkist, geschrieben am 9.9.2009.:

@emwede
Jaja, die Trotzkisten, lustiges Häuflein^^

Frage: Obwohl es überflüssig ist, bekommt es ja eine große Medienaufmerksamkeit (grad gabs nen vielsagenden Beitrag bei der Kulturzeit, der meine These durchaus bestätigte), es hat also eine gewisse Brisanz; gibt es damit nicht Anlass genug, es zu kommentieren, und sei es nur, um seine Überflüssigkeit zu dokumentieren?

Zugegeben, es initiiert eine gewisse Diskussion, aber die wird doch im Nichts verpuffen…

Kommentar von Joachim, geschrieben am 9.9.2009.:

Das Manifesto macht europaweit Furore (ich rate zu einem Blick auf die anderen Sprachversionen und die dortige Debatten!), weil es besser als jede NGO, besser als jede Partei, besser als viele Unternehmensberater die gefühlte Wirklichkeit der Informationsgesellschaft in Worte fasst: die Implosion eines auf Teilmonopolen beruhenden Mediensystems, die alle Länder Europas erfasst.

Ein Mediensystem, das zwar inzwischen redaktionelle Modelle entwickelt, um zu überleben, das aber Geschäftsmodelle schuldig bleibt.

Das redaktionelle Manifesto ließe sich um ein kommerzielles ergänzen: Wo sind die Abo-Abteilungen im Stile von Amazon, Anzeigenabteilungen die Leserdaten zeitnah wie GoogleAnalytics für Print, Radio und TV anbieten, Content Managementsysteme, die multimediale Contentpools erlauben und alle Medienkanäle beliefern? Gibt es nicht? Oh doch: All das gibt es und wird in Europa auch schon eingesetzt. Doch viele Medien sträuben sich, wie sich die Manufakture dereinst gegen die Industrie wehrte. Das Ergebnis kennen wir…

Kommentar von ..., geschrieben am 9.9.2009.:

Die ach so tolle Welt des sogenannten “Web 2.0” ist Ihnen ja allen schon so schnell ins Blut, dass mir dabei schlecht wird. Der ganze Popanz exisitert gerade mal seit +- 5 Jahren und irgendwelche MittDreißiger probieren ihre verlorengegangene Jugend nachzuholen. Ein wenig mehr Kritik an populistischen Plattformen würde Ihnen ganz gut stehen, aber damit schneiden sie sich ja ins eigene Fleisch…

Kommentar von happy-buddha, geschrieben am 9.9.2009.:

“Unterschreib”

Kommentar von Christian K., geschrieben am 9.9.2009.:

@emwede:

Dieser 140 Zeichen Journalismus ist genau das was entsteht, wenn man diese 17 bevormundende Ansichten auf lange Sicht 1:1 umsetzt. Damit ist nicht die Abneigung gegen Twitter gemeint, sondern die bloße Mentalität. Das 140 Zeichen von Twitter so propagiert werden, habe ich nur als Stilmittel für die hier angesprochenen modernen Mittel benutzt. Ich sehe das gleiche Problem auch für Blogger. Denn es gibt nur eine Hand voll wirklich guter und lesenswerter Nachrichtenblogs.

Bezüglich deinen Kommentaren zu Aufklärung, Emanzipation und co. kann ich mich nur fragen, in welcher Welt du lebst, aber wenn ich mir die Resultate anschaue, die Emanzipation und Aufklärung erreicht haben, dann bestätigt das nur das was ich bereits formulierte.
Emanzipation: Die bloße Idee als Konstrukt, ähnlich den Ansichten hier, war grundsätzlich zu befürworten, resultierte aber aufgrund der mangelnden Verbreitung von nachhaltigem Wissen und gut verständlichen Informationen darin, dass es sich über die Zeit auf einen kleinen Teil der Gesellschaft übertragen hat weiter dafür einzustehen, dazu, dass viele Ziele aus den Augen verloren wurde, wenn auch teilweise umgesetzt. Man kann eben nicht nur Ideen umsetzen und dann weiterziehen, man muss sie auch pflegen.
Und genau das geschah nicht, was darin endete, dass wir nun 2 Welten haben: Postfeminismus und einer Mir-doch-egal-Haltung. Radikal und Nichts.
Aufklärung: Hier lief es ähnlich ab und wirkt sogar bis heute nach. Anfänglich wunderbare Ideen. Nachdem diese durchgesetzt wurden, hat man verpasst dafür zu arbeiten, dass diese in Fleisch und Blut übergehen, was dazu führte, dass sich in einer angeblich aufgeklärten Gesellschaft, die breite Masse trotzdem noch alles vorsetzen ließ, nämlich von den tatsächlich Aufgeklärten. Quasi Nullzustand mit Machtwechsel. Denn es macht, im Sinne der Aufklärung, keinen Unterschied, ob der Adel denkt und die Masse ausführt oder ein Anderer und die Masse ausführt.
Genauso ist es hier. Wenn man nicht dafür sorgt, anstatt zu informieren, eine Kontroverse zu bilden, werden auch hier auf lange Sicht die Ideale untergehen. Lieber eine Information mit Meinung und anschließender Diskussion anstatt einer Information ohne Meinung, die falsch interpretiert wird. Das dient nämlich weitaus mehr der Aufklärung.

Ich möchte dir nicht unterstellen, ebenso zu der 10% -Oberlehrerclique zu gehören, auch wenn es mir in den Fingern juckt, da du nur auf der anderen Seite stehst, anstatt besser zu sein. Aber ich tu es nicht. Aber ich spreche dir ab 100% zu wissen.

Kommentar von Werner Kress - Infogau, geschrieben am 9.9.2009.:

Fehlt nur noch der wache Bürger zum Manifest.

Meine Erfahrungen sind da wesentlich andere: im Netz wird mehr reaktionäres Zeugs geschwätzt als irgendwo sonst auf der Welt. Was man sich im Freundeskreis nicht sagen würde, hier brüllt es jeder hinaus.

Im Netz treffen sich die selbsternannten Heilsprediger und Gewohnheitslügner, und die haben in der Tat einen schier unendlichen Zulauf - eine der Ursachen für das globale Chaos.
Die Menschheit ist angefixt, gierig auf der Suche nach dem ersten Kick, doch der bleibt wie bei jeder häßlichen Droge aus. Ein globaler Entzug wäre nötig!

Das Internet gehört auf den Index und abgeschafft - als Volksseuche!

Kommentar von Mario Fux, geschrieben am 9.9.2009.:

Danke, Ihr habt Euch Mühe gegeben: Aber das ist noch kein Qualitätskriterium. “Internet-Manifest” ist wohl arg hochgestapelt. Vor allem die Heraushebung “journalistischer Inhalte” ist unpassend. Frage: Gehört dieses Weisheitspatchwork überhaupt zu den journalistischen Inhalten?

Kommentar von bleeper, geschrieben am 9.9.2009.:

RESPEKT!!
Das ist ein guter erster Schritt und das Echo in der “Öffentlichkeit” sollte helfen, die nächsten Schritte zu machen.
Weiter so ....

Es wird auch Microbloggern wie http://bleeper.de helfen wink

Kommentar von Wolf, geschrieben am 9.9.2009.:

Leider wurde Regel 1 vergessen: Du sollst nicht langweilen! Das galt für den alten Journalismus und gilt für den neuen.

Oder was sollen Sätze wie dieser: “Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus.”

Warum wohl sind die zehn Gebote so knapp gehalten? Und so klar formuliert?

Gute Idee, aber bitte etwas klarer beim nächsten Mal.

Kommentar von Robin Meyer-Lucht, geschrieben am 9.9.2009.:

Hui, da haben wir mehr ausgelöst, als ich gedacht habe. Ich freue mich sehr über die vielen auch sehr positiven Kommentare und Mitzeichnungen hier. Den Unmut, der aus vielen Kommentaren spricht, bedauere ich sehr. Unser Anliegen war ein anderes. Ich muss eingestehen: Wir haben einige Dinge nicht genau genug bedacht.

Die Idee war es, eine Antwort zu formulieren auf das Geschimpfe auf „die Kostenloskultur“, auf die Gedankenspiele, Verlinkungen und Zitate kostenpflichtig zu machen, und auf die ständige Erzählung vom Internet als Verlustgeschichte.

Wir haben uns mit ein paar Leuten zusammengefunden, um zu sagen: Hey, das Internet befreit uns auch von der Enge des klassischen Mediensystems und schafft eine grandiose Infrastruktur des gesellschaftlichen Austausches, die es zu schützen und zu schätzen gilt.

Ich möchte mich bei Doris Hammerschmidt für die Bemerkung bedanken, wir hätten das Manifest „angenehm hämelos“ formuliert. In der Tat war dies eines unserer Anliegen.

Ich möchte zwei häufige Kritikpunkte aufgreifen und darauf aus meiner Sicht antworten:

—Das „Internet-Manifest“ ist kein Manifest, sondern nur eine Meinungsäußerung

Dem kann ich nur zustimmen. So wie Nils oben schreibt ist ein Manifest „eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur“. Der Titel Manifest ist zu hoch gegriffen. Wir hätten den Titel einfach vermeiden sollen. Wir hätten das Dokument einfach mit „Das Internet ist anders“ – 17 Thesen zu ... betiteln sollen. Der Titel Manifest ist nicht grundsätzlich falsch, aber er ist an dieser Stelle unangemessen und unbescheiden. Da hätten wir zurückhaltender agieren sollen.

—Die Autoren des Manifests sind eine selbsternannte Elite, die hier kräftig Eigen-PR betreibt.

Das Papier ist als gemeinsam erstellter Diskussionsbeitrag gedacht. Wir haben uns zusammengemailt und -telefoniert, weil wir gemeinsam etwas zur Diskussion über das Internet beitragen wollten: Etwas, das über die Äußerung eines Einzelnen hinausreicht.

Zumindest mein Anliegen war nicht, DAS Internet-Manifest zu schreiben, sondern ein konzises Papier zur Internetdebatte. Ich wollte nicht für DAS Internet sprechen und nicht sagen, wie DAS Internet zu funktionieren hat, sondern lediglich einen gemeinsam erarbeiten Standpunkt in die Debatte einbringen. Ich denke, dass das allen Mitautoren auch so ging. Durch den etwas zu großspurig geratenen Titel ist hier ein falscher Eindruck entstanden. Das bedauere ich sehr.

Die vereinzelten Angriffe auf Autoren auf Basis ihres persönlichen oder beruflichen Hintergrunds kann man so nicht akzeptieren. Wir sollen uns über die Inhalte auseinandersetzen und nicht in einen Diskreditierungswettbewerb eintreten.

Ich habe an diesem Papier mitgeschrieben, weil es mir ein persönliches Anliegen war, nicht immer nur alleine in diesen Fragen herumzubloggen – sondern etwas gemeinsam zu schreiben. Es war der Versuch, sich auf andere Art in eine für die Zukunft sehr wichtige politische Debatte einzubringen.

Wir haben mit so vielen Leuten an dem Papier geschrieben, wie es mit überschaubarem Aufwand gerade noch zu organisieren war. Wir wollen überhaupt niemanden ausgrenzen, sondern zum Diskutieren und Mitzeichnen aufrufen. Das hätten wir noch viel deutlicher kommunizieren sollen, auch ein Wiki von Anfang an wäre schön gewesen. Doch man darf auch die begrenzten Ressourcen eines solchen kleinen Projekts nicht überschätzen.

Insgesamt habe ich aus den Kommentaren gelernt:
-  Zunächst: Es gibt auch viel Zustimmung, die nicht übersehen werden sollte: dafür vielen Dank.
-  Wir hätten lieber einen andern Namen gewählt
-  Wir hätten lieber erstmal eine Vorversion ins Netz stellen sollen, um dann gemeinsam eine endgültige zu entwickeln
-  Wir hätten uns noch mehr Zeit für den Feinschliff der Formulierungen nehmen sollen.

Kommentar von Florian M. Fischer, geschrieben am 9.9.2009.:

Da spielt viel Neid mit bei vielen Kritikern des “Manifestes”:
“Warum diese 15 und nicht ich?
Auch ich bin wichtig!”
Ich habe inzwischen den Überblick verloren. Deshalb habe ich die 17 Thesen in 17 einzelne Blogbeiträge aufgeteilt, damit man sachbezogener jeden einzelnen Punkt kommentieren könnte.
Eine Lehre sollten die 15 noch ziehen:
Dieses gegenseitige sich “hochlinken” nagt an der Glaubwürdigkeit jedes einzelnen Autoren.

Kommentar von Karl Keule, geschrieben am 9.9.2009.:

und jetzt auch noch eine kleine Bemerkung zu eurem schönen Mani-Fest:

http://bit.ly/lE4ya

Kommentar von PAL, geschrieben am 9.9.2009.:

Gefährlich!
Das Fundament des Internet ist die Technologie, die Informationen aufnehmen und bereitstellen kann.
Diese Technologie wird von der Gesellschaft genutzt, sie gehört aber den Unternehmen mit dem Ziel, eigenen Profit zu maximieren.
Das Fundament der Internetgesellschaft (3.) gehört dieser nicht.
Die Freiheit des Internet und somit die Information bleiben antastbar.
Der Sieg der Information bleibt zunächst ein Sieg der Provider, und der Unternehmer, die das Fundament des Internet bereitstellen.
Die Gesellschaft wird zum Internet, wenn das Internet der Gesellschaft gehört.

Neben der Information existiert Spam und die Desinformation, nicht ein Zuviel an Information, sondern gezielt falsche oder die Scheininformation.
Was im Netzt ist und bleibt, entscheidet die Technologie und die Systembetreuer.

Kommentar von colefilter, geschrieben am 9.9.2009.:

wenn man bedenkt, dass sich das web zwischen null und eins bewegt, wird die reichweite des denkens absehbar ...
die thesen lassen ein wenig “zeit ist geld” anklingen und erstere ist eben bewusstseinsabhängig und bereits verkauft: weisheit quo vadis?

Kommentar von sebastian, geschrieben am 10.9.2009.:

» Not In My Name! «

Kommentar von Marco di Marco, geschrieben am 10.9.2009.:

Wo ist denn hier der Neuigkeitswert?
Ich als passionierter Internetausdrucker gehe mit der Zeit und speichere es auf CD-ROM. Das wollte ich hier mal festgestellt haben.

Kommentar von hg, geschrieben am 10.9.2009.:

(...) Nur noch ein letzter Punkt, weil ich das Suhlen in diesen autoreferenziellen Themen für ziemlich unergiebig halte (ja, ja, ein Widerspruch dazu, dass ich mich hier überhaupt äußere…). Es gibt viele Fragen und Themen, die von einem Internet-Manifest hätten angesprochen werden müssen. Nur ein paar davon:

?Wie stellt man im Internet die Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung sicher?
?Wie geht man damit um, dass es immer mehr kleine Produktionseinheiten gibt, bei denen eine Trennung zwischen Journalismus (zur Unabhängigkeit verpflichtet) und Geschäft (zum Erzielen von Einnahmen verdammt) nicht möglich ist?
?Was meinen die Unterzeichner zur Bedrohung der Presse- und Meinungsfreiheit durch das Abmahnwesen (Stichwort: „Abmahn-Abzocke“) ? Ich hätte hier gerne eine Forderung nach einer Kostendeckelung gelesen, wie Brigitte Zypries sie (leider nur) für Abmahnungen im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen angedacht hatte.
?Wer soll sich eigentlich durch das Manifest verpflichtet fühlen? Ich habe den Eindruck: die Verlagshäuser und die Print-Journalisten. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, wenn die Unterzeichner – allesamt in den digitalen Medien tätig – sich zunächst einmal für sich selbst einen Forderungskatalog aufgestellt hätten, zum Beispiel in Form einer Selbstverpflichtung.(...)

Kommentar von emwede, geschrieben am 10.9.2009.:

@trotzkist

“Zugegeben, es initiiert eine gewisse Diskussion, aber die wird doch im Nichts verpuffen…”

Müsstest nicht gerade Du als Trotzkist die quasi intuitive Gewissheit haben, dass eines Tages das Alles (“Life, The Universe and Everything”) im Nichts verpuffen wird? Das kann ja aber kein Grund sein, nicht doch wenigstens zu versuchen, ein bisschen Ordnung in die zunehmende Entropie unserer unmittelbaren Umgebung zu bringen (schließlich wischen wir uns auf der Toilette ja auch den Hintern ab) - oder? In diesem Sinne: alles Gute und “Danke für den Fisch” wink

Kommentar von ich, geschrieben am 10.9.2009.:

Oh Gott, was ein Blabla. Dieses “Manifest” und geschätzt die Hälfte der Kommentare lesen sich, als wären Sie von einem Bullshitgenerator erstellt worden. Wer hat eigentlich die Zeit, sowas auszubrödeln?! Brot ist zum essen da, Luft zum atmen und ich glaub, die meisten Menschen werden wissen wozu sie das Internet nutzen können (und wie es inhaltlich funktioniert). Muss man das jetzt noch wirklich versuchen, den Nutzen und die Ziele des Internets so hochtrabend auszuformulieren? Ich glaube nicht.

Kommentar von Arnold Glasmacher, geschrieben am 10.9.2009.:

Im Internet werden Meinungen gebildet. Der Bürger wird durch die klassischen Medien beeinflusst. Und das ist so gewollt! Die Medien sollen uns klein halten. Macht die Augen auf und liest zwischen den Zeilen! Journalismus muss frei sein!

Kommentar von kommentator, geschrieben am 10.9.2009.:

Ich habe selten so eine unkritische, unreflektierte Anhäufung von Plattitüden gelesen.

Das Internet ist in erster Linie einfach Vermassung. Quantität statt Qualität. (Danke für die Demonstration dessen!)

Öffentlich? Ja. Es bietet denen, die ohnehin schon öffentlich sind einen weiteren Vermarktungskanal. Der große Rest bleibt stecken in einer fatalen Illusion von Öffentichkeit – letztlich in der Belanglosigkeit. Die User selbst sind es, die sich gläsern machen und dem Versprechen nach Öffentlichkeit und Relevanz aufsitzen.

Mein Fazit: Diesen hohlen Text selbsternannter Experten braucht kein Mensch. Es handelt sich wieder mal um eine weit überschätzte Blase lauwarmer Luft.

Kommentar von Ralf Lippold, geschrieben am 10.9.2009.:

Wenn wir selbst den Wandel und das was in den 17 Thesen steht (nicht viele, Luther hatte 95 (!)) selbst lebt, dann lässt sich das große Rad der Geschichte langsam wenden;-)

Gespräche sind das, worauf es ankommt (und auch schon immer ankam). Heute besteht mehr denn je die Möglichkeit alle Personen einzubinden (nicht nur ausschließlich über Web-2.0) sondern auch durch die verbindenen Aktionen, wie Erwähnung von Themen in gruppenübergreifenden Gesprächen.

“Bellende Hunde beißen nicht” - das fällt mir beim lesen der vorherigen Kommentare am 10.09. ein.

Beispielsweise:

“Der große Rest bleibt stecken in einer fatalen Illusion von Öffentichkeit – letztlich in der Belanglosigkeit. Die User selbst sind es, die sich gläsern machen und dem Versprechen nach Öffentlichkeit und Relevanz aufsitzen.”

Wer ist der große Rest? Wie holen wir ihn in die Mitte des Gesprächs (wir scheinen ihn ja zu kennen)? Was bedeutet Öffentlichkeit und Relevanz in diesem Zusammenhang?

Kommentar von emwede, geschrieben am 10.9.2009.:

@kommentator

“Diesen hohlen Text selbsternannter Experten braucht kein Mensch.”

Doch lieber Kommentator, ich bin ein Mensch und ich brauche diesen Text nicht nur, ich begrüße ihn sogar, womit wohl Dein zentrales Argument selbst als Plattitüde entlarvt und ad absurdum geführt wäre.

Was ich nicht brauche ist die Massenverblödung einer ganzen Welt durch die Massenmedien (Print, TV, Radio). Da hebt sich manche Qualität in der Quantität des Internets selbst von dem Quark, den man inzwischen in Spiegel, FAZ, Süddeutsche oder Handelsblatt lesen muss, wohltuend ab.

Was ich nicht brauche sind die selbsternannten Ordnungshüter mit vermeintlicher medienpolitischer Kompetenz (“Qualitätsjournalisten”), die Tag für Tag zig mal entscheiden, was Wert ist, von ihren Konsumenten gelesen zu werden und was nicht!

Und auf deren Meinung (aka “Kommentare”) sehr geehrter Kommentator ist zu 99% auch leichter n Ei geschlagen als eine vernünftige Zeile rausgezogen: Fischeinwickelpapier halt.

In diesem Sinne “Mach’s gut und danke für den Fisch”.

Kommentar von Valmont, geschrieben am 10.9.2009.:

Kommentar:


Finde den Ansatz zwar in Ordnung, aber es gibts nichts wirklich Neues, was in diesen Zeilen beschrieben wird.

Deshalb habe ich mich mal auf meine Art und Weise damit auseinandergesetzt, siehe hier: http://bit.ly/Tb5By und hier: http://bit.ly/tQRPl

Offene Fragen bezüglich dieses Textes
werden auch angesprochen hier:

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2204#kommentare

und hier: http://klardeutsch.blogger.de/stories/1481742/

Kommentar von Klopfer, geschrieben am 10.9.2009.:

@Jay K.: Es gibt also sooo viele andere Geschäftsmodelle? Welche? Das Internet ist keine Wundertüte, die einfach von selbst Geld ausspuckt. (Wie man an Twitter und Youtube sieht, schluckt es dafür extrem viel Geld - beide Dienste verbrennen mehr Kohle, als wir alle zusammen jemals in unserem Leben sehen werden.)

Die ganz simple Wahrheit ist: Das Geld muss (direkt oder indirekt) irgendwann von der Zielgruppe kommen. Ob nun direkt (über Bezahlung pro Artikel oder zeitgebundenen Abos, Spenden oder Verkauf von Merchandise) oder indirekt (über Werbung, Kulturflatrate oder gar Steuerzuwendungen, bei denen das Geld der Leute erst noch über mehrere Stationen geht, bevor es bei den Inhaltsanbietern landet) - man kommt nicht drum herum, dass man irgendwie Geld von den Leuten kriegen muss. Jedes Geschäftsmodell muss darauf basieren, daran ändert auch das Internet nichts, so toll und neu und frisch das auch sein mag.

Natürlich wäre es bequem, wenn alles über Werbung funktionieren würde. Tut’s aber nicht, vor allem nicht für die kleinen Anbieter. Und dann wird jedes Mal auf die angeblich so bekloppte Idee kostenpflichtiger Inhalte eingeprügelt, ohne dass mal gesagt wird, was denn sonst gemacht werden kann. Wenn man eine Community aufbaut und die Nutzerdaten verkauft, ist es ja auch nicht recht.

Sorry, aber wenn ein Typ von “neuen Geschäftsmodellen im Internet” redet und dann nicht mal ein Beispiel für diese neuen Geschäftsmodelle nennen kann (sowohl Werbung als auch direkter Verkauf der Inhalte und Verkauf von Kundendaten sind überhaupt nicht neu, nur weil man sie ins Internet überträgt - und nach über zehn Jahren im WWW muss ich immer noch nach einem Geschäftsmodell suchen, welches wirklich neu ist und nicht auf diesen Grundlagen basiert), dann halte ich ihn für einen Schwätzer, der sich an die Hoffnung klammert, dass es irgendeine gute Lösung für alle gäbe, die trotzdem bedeutet, dass er nicht sein Portemonnaie auspacken muss.

Kommentar von Rob, geschrieben am 10.9.2009.:

1. Das Internet ist anders.

Richtig. Eine mindestens 10 Jahre alte Erkenntnis.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.

Hach wäre das schön. Es ist aber leicht verklärtes Wunschdenken. Passiert in 1 von 1000 Versuchen. Diese Quote hat der Print sicher auch.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Vehementer Einspruch!
Mir scheint, hier denkt jemand, sein Bekanntenkreis entspreche dem Durchschnittsbürger der westlichen Welt.


4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.

Schön. (wär’s).


5. Das Internet ist der Sieg der Information.

Es ist immer der Sieg desjenigen, der die Informationen sucht. Das Internet versteckt Informationen genau so gut wie jede Bibliothek. Hieraus eine Volksinformationsmaschine abzuleiten ist (leider!) wieder Wunschdenken. Es erfordert immer den Willen zur Information.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.

Leider gibt es aber auch wahnsinnig viele Beispiele, wie das Internet den Journalismus verschlechtert.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.

ähm. ja.

8. Links lohnen, Zitate zieren.

ja.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.

Damit wären rund 80% der Bevölkerung von diesem Diskurs ausgeschlossen. siehe punkt 3 -> die manifestierenden haben hier eine wunschvorstellung. die bevölkerung ist nicht in dem maße online ! der politische diskurs geschieht immer noch auf der bierbank.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.

schön.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.

absolut.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.

natürlich!

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.

wild. sehr wild. bürgerpflicht ist ein sehr starkes wort. vielleicht zu stark.

14. Das Internet kennt viele Währungen.

leider wahr.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.

glücklicherweise.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.

jetzt kommen die allgemeinplätze. als ob das irgendwo (auf lange sicht) anders wäre.

17. Alle für alle.

schöner schluss.


aber was wollt ihr damit bezwecken?
ich hab’s gelesen. das werden auch noch ein paar weitere tausend tun. und dann? 

ein manifest “ist eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten” (wiki).

ich lese hier nur behauptungen. ohne ziel. ohne absicht.

mir erscheint das ganze eher wie eine kleine rotwein-vision. “ey komm, wir machen ein manifest!” und wer visionen hat ... ihr wisst schon wink

Kommentar von emwede, geschrieben am 10.9.2009.:

@Klopfer

“man kommt nicht drum herum, dass man irgendwie Geld von den Leuten kriegen muss”

Darum lieber Klopfer kommt “man” () im Kontext des oben stehenden Manifestes) nur dann nicht herum, wenn “man” sich einen Journalismus leisten will, wie wir ihn heute in Massenmedien wie Print, TV und Radio erleben: Inkompetent in der Sache, großmäulig in Anspruch und Attitüde und zu 99% überflüssig wie ein Kropf.

Wenn Menschen heute über den Kaufpreis eine “Zeitung” refinanzieren müssten, würden Sie sich aber nicht mal mehr Bild-Zeitungs-Niveau leisten wollen. Schon der Mist, den heute Springer, FAZ, taz, Süddeutsche, Spiegel und co verbreiten, will keiner wirklich kaufen. Er ist also in diesem Sinne überflüssig (in der Marktwirtschaft besteht keine Nachfrage, die bereit wäre, das Angebot zu bezahlen - die soziale Marktwirtschaft federt das über HartzIV ab), denn der größte Teil des Geldes kommt herein, weil Leute glauben über diese Massenmedien ihre Werbung besser anbringen zu können.

Dazu kommt, das von mir schon oben erwähnte: Warum sollte eine Gesellschaft einzelne Individuen privilegieren damit sie nur eins tun

a) Gatekeeper: auswählen welche Nachrichten in welcher Form für die anderen angemessen sind und

b) Kommentator: Ihre Meinung so oft zu vervielfältigen (Massenmedium) bis tatsächlich jemand glaubt, diese Meinung sei mehr wert, als die eigene.

Die Gesellschaft sollte dies m.E. überhaupt nicht finanzieren. Schon gar nicht über eine Kulturflatrate ( = Steuergelder, um mal Ross und Reiter zu nennen: Die Werktätigen sollen Steuern zahlen, damit die Journalisten weiterhin die Pressemeldungen von Regierung und Industrie per Copy & Paste in die Druckmaschinen füllen können und mit ein wenig Werbung würzen ?!).

Wer “Kultur” in Form von marktwirtschaftlich unrentablen Massenmedien betreiben will, soll m.E. entweder als Amateur arbeiten oder aber sich gefälligst selber ein Geschäftsmodell suchen, mit dem er den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen kann (siehe Dein oben stehendes Anliegen).

Wieso um Gottes willen sollte es das Anliegen einer Gesellschaft sein, sich Gedanken zu machen, wie ein Berufsstand, der sich durch freiwillige Gleichschaltung und Opportunität gegenüber Verleger-, Machtinteressen und nicht zu vergessen gegenüber den Interessen der Werbewirtschaft selbst überflüssig gemacht hat, weiterhin existieren kann?

Die Kohlekumpel, Nokiawerker und Stahlkocher haben wenigstens nützliche Güter hergestellt, die am Markt nachgefragt waren und nur zu geringen Prozentsätzen um Steuergelder angereichert werden mussten. Deshalb hat man sie noch für einige Zeit subventioniert, statt sie einfach alle über eine “Workerflatrat” (= Hartz IV) zu “entsorgen”.

In der Zukunft aber sind Werbefinanzierte Print-, TV, Radio und Internet(!)-Massenmedien keine nützlichen Güter mehr. Die Kulturflatrate für den größten Teil unserer “Qual"itäts-Journalisten wird also zukünftig wohl oder übel auch “HartzIV” heißen.

Und bevor ich jetzt meine Meinung “und das ist auch gut so” weiter zum Besten gebe, vielleicht noch das: wenn die Güter der heute schon werbefinanzierten Journalisten in der Zukunft nützlich wären, würden wir diese Diskussion schließlich nicht führen, denn dann würde der Markt sie ja zu angemessenen Preise abnehmen und es gäbe kein Zeitungs- und Verlagesterben.

Selbst wenn man die Journalisten als “Künstler” qualifizieren würde - was mir angesichts der “Pressemitteilungsabschreiber” die ich heute erleben muss, fern liegt - dann wäre das Fazit das selbe.

Auch unter den Künstlern gibt es solche, die vor kleine Publikum in Kneipen und in Einkaufsstraßen für Almosen spielen müssen (Amateure) und erfolgreiche Mainstream-Künstler, die Hallen, Plätze und Stadien füllen und viel Geld verdienen (Stars) und dazwischen gibt’s noch ne Menge Profis (z.B. Tour-, Bühnen-, Studiomusiker etc.), die ihr Geld mit “Können” verdienen, weil der Markt ihre Leistungen nachfragt und in Form von Geld z.B. für “Eintrittskarten” zahlt. Bei den bildenden Künstlern und den Buchautoren ist es nicht viel anders.

Diese “Künstler” also haben ein Geschäftsmodell und benötigen kein neues. Die Pressemitteilungsabschreiber hingegen werden sich eines suchen / ausdenken müssen oder eben einen neuen Broterwerb (Alternative HartzIV). Nicht mehr.

Kommentar von n3verstop, geschrieben am 10.9.2009.:

Die Bedeutung Internetversierter Themen nimmt zu. Informieren Sie sich, das ist bereits politisches Thema.

Am 27.September zählt Ihre Stimme.

greetz by n3verstop

Kommentar von Heinz, geschrieben am 10.9.2009.:

Das Internet ist anders.
Ja. Und jetzt?
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Nein ist es nicht.
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Aua!
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Yeah!
5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Ich hoffe doch nicht!
6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Welchen Journalismus?
7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Das ist aber eine sehr gewagte These!
8. Links lohnen, Zitate zieren.
9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
Davon hab ich noch nichts gemerkt.
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Aua.
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Ganz klar - es gibt zuviel an Information.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Wie ist das mit Rolex und Mercedes?
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Aua.
14. Das Internet kennt viele Währungen.
Na und?
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Netz vergisst nicht. schön.
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das ist neu!
17. Alle für alle.
blablablablbala.

Kommentar von Erik, geschrieben am 10.9.2009.:

@ Heinz: Bleib du schön offline.

Gut zusammengefasst, wenn auch ohne große Neuerungen smile

Kommentar von Klaus Klein, geschrieben am 10.9.2009.:

Volle Zustimmung, leider ist der Begriff des “Urheberrechts” nicht klar genug definiert; verletze ich das Urheberrecht eines Verlages, wenn ich eine (geschützte)Melodie pfeife und die Zwitscherei in’s Netz stelle?
Mache ich mich strafbar, wenn jemand seine Fotographie jedermann zugänglich macht und Gebühren kassiert, wenn das Bild genutzt wird.  Derjenige, der sein Auto unverschlossen abstellt, wird ggf. wegen Anstiftung oder im Falle eines Unfalls zu Schadenersatz herangezogen wird.
Urheberrecht: Ja -aber nur wenn der “Eigentümer” Maßnahmen ergreift, die dem Schutz dienen und nicht zur (unbefugten) Nutzung verleiten, um Strafgebühren zu kassieren.

Kommentar von Manuel Bonik, geschrieben am 10.9.2009.:

“Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele.”
Bitte schreibt doch da ein einziges Beispiel hin. Mir ist keines bekannt. Amazon?

Kommentar von Manuel Bonik, geschrieben am 10.9.2009.:

“Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen - sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.”
Das ist historisch einfach falsch. Es gab “bei der Erfindung des Buchdrucks” überwiegend positive Stimmen aus der (gemeint wohl: katholischen) Kirche (für die ich sonst keine besonderen Sympathien hege). Gedruckt wurde ohnehin erstmal hauptsächlich religiöse Literatur, zugegebenermaßen hauptsächlich protestantische. Ein erstes Gegengewicht bildeten antike Schriften und Sachbücher. “Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten” kamen erst Jahrhunderte später ins Spiel.

Kommentar von emwede, geschrieben am 10.9.2009.:

@Manuel Bonik
“Das ist historisch einfach falsch. Es gab “bei der Erfindung des Buchdrucks” überwiegend positive Stimmen aus der (gemeint wohl: katholischen) Kirche”

Deine Behauptungen halten dem aktuellen Stand wissenschaftlichen Veröffentlichungen offensichtlich nicht im Geringsten Stand:

“Nur wenige Gegenstimmen,  v o r n e h m l i c h   a u s   k i r c h l i c h e n   K r e i s e n , warnten vor der fehlenden Sorgfalt beim Setzen der Textzeilen und einer daraus resultierenden geringeren Qualität gegenüber den Handschriften. Mit der   v e r m e h r t e n   V e r b r e i t u n g   v o n theologischem W i s s e n   in der Volkssprache b e f ü r c h t e t e   d i e   K i r c h e   a u ß e r d e m ,  i h r e   M a c h t   u n d   i h r e n   E i n f l u s s   z u   v e r l i e r e n .  Papst Leo X. versuchte deswegen in einer Bulle von 1515 durch die Einführung einer Z e n s u r   u n d   A u f s i c h t   g e g e n gedruckte Bücher vorzugehen, ...” aus

http://www.gutenbergdigital.de/gudi/dframes/texte/framere/wirk_1.htm

Quelle: http://www.gutenbergdigital.de/gudi/dframes/texte/source.htm

Herausgeber:
Elmar Mittler (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen),
Stephan Füssel (Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Konzeptionelle Erarbeitung und Betreuung
Norbert Lossau (Organisation),
Armin Müller-Dreier und
Helmut Rohlfing (Inhalt), alle Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen

Fragt sich jetzt noch, hast Du für Deine Behauptungen auch Quellen, oder bist Du auch einer, der einfach nur mal gegen das “Manifest” stänkern will und dafür einfach Lügen und unüberprüftes Zeugs in die Welt setzt? Gott seid ihr schäbig. Das war der vierte Link unter den Google Suchtreffern zu dem Suchbegriffspärchen “Papst Buchdruck”. So einfach sind (auch Deine) Lügen zu widerlegen und das mit Ergebnissen, die mit wissenschaftlicher Sorgfalt erarbeitet wurden.

Kommentar von kommisar klexx, geschrieben am 10.9.2009.:

Lesen Sie hier das Original:

http://www.stupidedia.org/stupi/Das_original_Internet-Manifest

Kommentar von fred frohberg, geschrieben am 10.9.2009.:

noch mehr manifeste.

http://typepad.viceland.com/vice_germany/2009/09/ach-übrigens-kartoffeln.html

Kommentar von Maex, geschrieben am 10.9.2009.:

Schon traurig, wenn die Macher und Verfechter der “überlegenen Infrastruktur” es nicht einmal auf die Reihe kriegen hier Trackbacks/Pingbacks als Mittel der hochgpriesenen vernetzen Kommunikation zum Funktionieren zu bringen:
Trackback failed: Incomplete Information
(nein, Trackbacks zu anderen Sites funktionieren ganz wunderbar)
Auch scheine ich nicht der Eizige zu sein, denn ich finde hier nirgends etwas, das auf einen erfolgreichen Trackback/Pingback hindeuten würde, was bei den vielen Blogs die hierüber schreiben unmöglich ist.

Typisch ist auch, dass die eMail-Adresse ein (nicht gekennzeichnetes) Pflichtfeld ist, aber sicher nicht verifiziert wird. Fail!

Anyway - mein Kommentar:
http://blog.maexotic.de/archives/172-Pappnasen-Manifest.html

Kommentar von dj münchen, geschrieben am 10.9.2009.:

nutzt es oder nicht !
web ist offen !

Grüsse aus Bayern

Kommentar von JürgenG, geschrieben am 10.9.2009.:

Das anfängliche Selbstbewusstsein, mit dem das “Manifest” wohl geplant, geschrieben und veröffentlicht wurde, wird wohl pünktlich zur Veröffentlichung am 7. September um 11:55 Uhr der Einsicht gewichen sein, dass man hier nicht etwa den deutschen Verlegern und ihren Forderungen in der “Hamburger Erklärung” und dem “Heidelberger Appell” und der deutschen Medienpolitik etwas entgegensetzen und der deutschen Blogosphäre eine solide Basis, ein neues Selbstverständnis und Selbstwertgefühl geben kann, sondern dass die allenfalls lauwarmen Thesen, Behauptungen und als Perspektiven getarnte Hoffnungen wohl eher als Zeugnis der eigenen Hybris gedeutet werden.

Nichts illustriert das besser als das – erst nachträglich eingerichtete – Wiki, mit Hilfe dessen “jeder” am Manifest mitarbeiten sollte. Das wurde Stunden nach seiner Öffnung “aufgrund von Vandalismus” wieder geschlossen. Kurz prangte dort eine Krautchan-Fotomontage, auf der sich fünf der Erstunterzeichner gegenseitig einen runterholen. Der Jungsclub (von den 15 Erstunterzeichnern sind nur zwei Frauen), der sich als Avantgarde geriert und doch nur den eigenen Lulu beschwört. In diesem Licht erscheint das “Internet-Manifest” als bloße Peinlichkeit.

Triffts ziemlich genau und steht in voller Pracht hier:

http://fm4.orf.at/stories/1626701/

Kommentar von hieronimous, geschrieben am 10.9.2009.:

Nun hat also auch eine richtige, wichtige, traditionreiche Zeitung, die Neue Züricher NZZ, sich zum Internet Manifest geäussert. Fazit: Alles Schwachsinn. http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/kritik_internet_manifest_1.3534132.html. Der Text ist zwar gut formuliert, aber doch eher negativ. They just don’t get it…

Kommentar von emwede, geschrieben am 11.9.2009.:

@hieronimous

“richtige, wichtige, traditionreiche Zeitung, die Neue Züricher NZZ”

Das ist genau deren Problem: Peinlichkeiten wie “Hamburger Erklärung” und “Heidelberger Appell” verbreiten, in denen eigentlich nichts weiter steht als “Hilfe, die deutschesprachigen verleger sind zu blöd ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und können in Zukunft nicht mehr als willfährige Lakaien für Regierung und Wirtschaft Meinung machen” aber dann gegen das “internet Manifest” stänkern. Arme Bande im eigenen Sumpf versinkender stinkender Aufklärungsschmarotzer, deren Zeit halt gekommen ist. Ich kann nur sagen “und Tschüss NZZ”.

@JürgenG

wie kommst Du eigentlich drauf, ausgerechnet den ORF für etwas zu halten, das sich kompetent äußern kann? Für die gilt in verschärftem Maße, was oben über NZZ und deutschsprachige Verleger steht. Hast Du übrigens schon gehört, dass der ORF plant sein Rundfunkorchester abzuschafenn? Begründung: zu “teuer” wink Jetzt können also nciht mal die Alpenjodler mehr ernste Musik verkaufen - wie peinlich muss dieses Pack noch werden, bevor die Leute endlich aufhören die zu zitieren?

Kommentar von paralleluniversum, geschrieben am 11.9.2009.:

hier meldet sich das web 3.0 mit einem wirklich relevanten manifest:


http://www.stupidedia.org/stupi/Das_original_Internet-Manifest

Kommentar von simone-b2, geschrieben am 11.9.2009.:

zu punkt 3:
“Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag.”

aus meiner erfahrung als internet-trainerin kann ich sagen:

das ist eine arrogante, dumme, weltfremde behauptung.

die meisten menschen haben mit dem internet gar nix am hut. diese behauptung zeigt daß die leute die diesen käse hier verzapft haben unter einer käseglocke leben - nur mit menschen kontakt haben, die gleiche interessen haben. gebt euch mal ab mit anderen leuten! mit arbeitern, migranten, handwerkern, kassiererinnen, armen leuten, leuten über 50 usw.. die leute die das internet selbstverständlich nutzen sind rar, ganz zu schweigen von denen die noch dazu entsprechende medienkompetenz haben. es bringt ja nix wenn jemand im internet die bildzeitung liest. die meisten leute können nicht mal google richtig bedienen. die starke verbreitung von schadsoftware zeigt ebenfalls einen mangel an kompetenz.

fakt ist, das internet ändert keine grundlegenden eigenschaften des menschen:

die meisten menschen interessieren sich nur für klatsch und sensationen und dafür wo sie schnäppchen machen können. das war vor dem internet so und wird auch in zukunft so bleiben. man ändert nicht die interessen der leute durch das internet.

und selbst wer sich trotzdem für mehr interessiert, hat in der regel keine zeit sich richtig zu informieren, weil er für seinen lebensunterhalt arbeiten muß.

es ist genau diese arroganz, diese haltung (allein schon das unglaubliche wort “internetausdrucker”, daß sehr weit verbreitet ist bei nerds, sagt alles!) die dafür sorgt daß diese kluft auch weiterhin bestehen bleiben wird!

Kommentar von emwede, geschrieben am 11.9.2009.:

@simone-b2

“internet-trainerin ... gebt euch mal ab mit anderen leuten”

Wie klar ist Dir eigentlich, dass Deine Worte auf Dich selbst zurückfallen.

Natürlich sind Deine Zielgruppe die Analphabeten des Internetzeitalters.

Wenn Du den ganzen Tag nur solche Leute siehst glaubst Du vermutlich nicht, dass es auch andere gibt…

Darum der gute Rat, beherzige Deinen eigenen oben zitierten Ratschlag….

Kommentar von emwede, geschrieben am 11.9.2009.:

@paralleluniversum

Das ist ja lustig, Ihr habt jetzt auch wegen Vandalismus den Artikel gesperrt - süß, dass Euer Mist auch nicht verschont blieb .... wink

Kommentar von Tonspion, geschrieben am 11.9.2009.:

Wer sich von Medienhäusern oder Mobilfunkunternehmen sein Honorar überweisen lässt, kann locker solche idealistischen Behauptungen aufstellen.

Sie gehen aber an dem grundsätzlichen Problem vorbei:
http://www.tonspion.de/neues/neueste/470004

Kommentar von Karl, geschrieben am 11.9.2009.:

Die Gegenseite hat die Kraft des freien Journalismus längst erkannt und reagiert. Gedruckt und gesendet wird heute nicht mehr das reale Bild der Welt, sondern das gewollte, das nützliche. Deshalb ist das Internet die letzte Rettung für die Wahrheit.

Kommentar von Heinz Meckelreither, geschrieben am 11.9.2009.:

Sobald der Strukturwandel seelisch verarbeitet ist, könnten wir uns vielleicht mit der Meinungs-Dressur beschäftigen, die in den Verleger-Reservaten seit der Erteilung des Presse-Lizenzen stattgefunden hat. Untertanengeist und Vereinsmeierei, die Kardinalfehler der Deutschen, haben ein unwürdiges Diskussionsklima erzeugt. In das Internet-Manifest gehört dringend, daß Mut zur abweichenden Meinung durch Achtung belohnt und nicht durch Gefängnis und Ausgrenzung bestraft wird (§130 StGB).

Kommentar von paralleluniversum, geschrieben am 11.9.2009.:

@emwede

das ist die neue form der vernetzten kommunikation, du weißt schon, eine ganz neue welt, dimension und das ganze zeug. und qualijournalismus eh.

*lol*

Kommentar von emwede, geschrieben am 11.9.2009.:

@paralleluniversum

jahaaa und für jederman einsehbare Archive, so wie die Historie des gesperrten Artikels.

Mit den Inhalten, die ihr da gelöscht habt sagt ihr eigentlich mehr über Euren kleinbürgerlichen Geist, als mit dem was ihr veröffentlich habt.

Obwohl das auch schon spiesig genug ist.

Nur, als Spießer solltet ihr vielleicht mal über die Entfernung des Sowjetsterns im Logo der Site nachdenken (oder ist der auch Satire) wink

Kommentar von Karl Bruck, geschrieben am 11.9.2009.:

@Der alte Fritz

du sprichst mir aus der seele! das kommt davon, wenn alles nur noch so funktioniert: du schmeisst irgendeinen halbgaren kram in die welt und freust dich ueber die debatte. und jede meinung ist in ordnung, weil sie ja teil des demokratischen meinungsbildungsprozesses bist. du stellst dich ueber alle anderen und stoesst einen prozess an und freust dich dann darueber, dass alle mit deinem halbgaren kram kaempfen… dadurch steigt deine bedeutung, die du vor dem abwurf des halbgaren schon gemeinschaftlich durch staendige querreferenzierung und moeglichst grosse allgemeine medienpraesenz aufgebaut hast… und am ende? springt wenigstens eine karriere fuer dich und deine genossen heraus. so wie bob geldof ja auch nicht afrika gerettet hat, sondern sich einen sir besorgt hat…
ich hoffe, dass es ueber diesen text nicht gelingt. dazu ist er letztendlich zu langweilig und zu durchschnittlich. zumindest durchschnittlichkeit sollte aber immer ordentlich bestraft werden.

Kommentar von Aschenplatz, geschrieben am 11.9.2009.:

Naja, das mag ja durchaus alles stimmen. Aber es ist sicherlich nicht so, als würde hiermit das Rad neu erfunden. Hat man alles schonmal irgendwo gehört, und zwar detaillierter ausgeführt.

Und zum Titel: Ein Manifest??? Also da darf ich ja wohl bitten, liebe Dame Herren. Für ein Manifest fehlt hier aber ganz schön das Neue und vor allem das Provokante.

Kommentar von Sascha Brill, geschrieben am 11.9.2009.:

Dies hier ist eine persiflage auf das Original, dass alle Interessierten hier finden:http://stupidedia.org/stupi/Das_original_Internet-Manifest

Kommentar von JürgenG, geschrieben am 11.9.2009.:

@paralleluniversum:

Ich zitiere hier, wenn überhaupt, dann doch nur sehr am Rande den ORF. Der Text steht auf der FM4 Homepage, und Fm4 ist innerhalb des ORF das, was der Zündfunk im BR ist: Eine Insel der Vernunft, Aufgeschlossenheit, Kreativität und irgendwie sogar Credibilität. Und der Text stammt von Felix Knoke, einem Freien Autor, der mit Sicherheit nicht die Interesse des ORF vertritt.

Aber finde ich Dein Post dennoch sehr aufschlussreich. Da steckt nämlich viel von der Arroganz drin, die auch das Manifest so unangenehm beseelt. Einfach mal drauf hauen. Da wo großer Medienkonzern drauf steht, da ist mit Sicherheit auch nur Schlechtes drin. Diese Pauschalisierung wirkt völlig hilflos und führt zu Reaktionen, wie sie dieses Manifest überwiegend hervorgebracht hat. Die eigenen Ansprüche werden so formuliert, dass sie klingen wie die der Großen (die Sprache des Manifests ist doch tatsächlich fast unerträglich) und auch noch einen ähnlichen Anspruch transportieren. Die neue Möchtegern- Elite eben, überwiegend aus Berlin und mit dem einzigen Ziel, sich selbst zu vermarkten. Felix Knorke lebt übrigens auch in Berlin…

Kommentar von stefan eichhorn, geschrieben am 11.9.2009.:

Ich stimme dem Manifest in weiten Teilen zu, denn in der Geschichte der Menschheit hat selten eine Erfindung so umwälzende Veränderungen in Gang gesetzt, wie das Internet. Mal abgesehen von der Erfindung des RocknRoll…
Allerdings setzen die Thesen eines voraus: Der User verfügt über ein Mindestmaß an Bildung. Das trifft leider vermutlich nicht in der Breite zu.

Kommentar von Oliver, geschrieben am 11.9.2009.:

Manifeste sind zum (unter-)zeichnen da… Bitteschön.

Kommentar von Carsten Rossi, geschrieben am 11.9.2009.:

Der Stoßrichtung kann ich mich anschließen: Journalisten und Verleger benötigen ein neues Selbstverständnis und eine neue Heimat. Aber sie werden hier keine finden: Kompliziert und nischig formulierte Selbstreferentialität und Selbstgerechtigkeit sind nicht geeignet, eine Vision zu entwerfen.

Kommentar von Ulrich Siegel, geschrieben am 11.9.2009.:

Zunächst mal ein schön dicht und prägnant ausformuliertes Manifest.

Als Diskussionsbasis fast uneingeschränkt unterstützbar.

Allerdings etwas singulär auf aspekte des Journalismus bzw. des “Kreativen” bezogen mit dem recht klaren und durchaus nachvollziehbaren “Feindbild” der bestehenden Medienkonzerne.

Was mir fehlt ist eine Aufarbeitung der Macht- und der Kontrollfrage.

-> Inwieweit bedarf es Kontrollinstanzen und wer soll diese tatsächlich Erfüllen
-> Wie steht es mit der Macht der Suchmaschinen und verwandter Dienstleister die ja genauso Gewinnorientierte Unternehmen sind wie die arrivierten Medienkonzerne soweit sie nicht sowiso zu ebensolchen Konzernen gehören.
Schliesslich können gerade diese Dienstanbieter Informationen nicht nur effektiv verbreiten, sondern auch ähnlich effektiv unterdrücken - wenn dein Text grundsätzlich erst an 1.000.000-ster Stelle kommt, wird ihn keiner lesen.
Damit werden diese Dienstanbieter im Informationsbereich so mächtig wie sonst nur Zensurbehörden in totalitären Staaten.
-> wie steht es auf der anderen Seite mit dem Zugriff der “Staatsmacht” auf Benutzerdaten - zB Zugriffsprofile des Anwenders.
-> Zuletzt sei hier noch die Problematik der Desinformation und Propaganda angerissen - hier geht es serwohl wieder um die technischen und finanziellen Möglichkeiten der handelnden Personen / Organisationen.
Hier sie als Denkanregung auf den gewaltigen Strom an Desinformation im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen in Georgien hingewiesen.
Daraus leitet sich die Frage ab, wie verhindert werden kan, dass “Dienste” und Organistaionen im Auftrag von Politik & Industrie aus der Informationsfreiheit die Informations-SUCH-freiheit machen indem sie uns alle mit angeblich von Einzelpersonen eingestellten Desinformationen den Blick auf die echten Infos verstellen, und dabei auch gleich durch die Vielzahl solcher getürkter Beiträge das Bild der “öffentliche Meinung” verfälschen.

Kommentar von Hansjörg, geschrieben am 11.9.2009.:

Die Freiheit des einzelnen ist dort zu begrenzen, wo die Freiheit anderer begrenzt wird. Die Alternative wäre Anarchie.
Von daher sind auch der Freiheit des Internets Grenzen zu ziehen und Zugangssperren vertretbar und sinnvoll.

Kommentar von paralleluniversum, geschrieben am 11.9.2009.:

sehr geeherter JürgenG,

ich kann mir kaum vorstellen, dass meine 2 spärlichen kommentare anlass für ihre ausführliche stellungnahme sind. weder der ORF noch herr knorke kommen vor.
haben sie sich vielleicht im adressaten vertan?

posting 1
“hier meldet sich das web 3.0 mit einem wirklich relevanten manifest:
http://www.stupidedia.org/stupi/Das_original_Internet-Manifest

posting 2
“das ist die neue form der vernetzten kommunikation, du weißt schon, eine ganz neue welt, dimension und das ganze zeug. und qualijournalismus eh.”

mfg
PU

Kommentar von JürgenG, geschrieben am 11.9.2009.:

Sie haben natürlich recht, paralleluniversum, mein Kommentar galt tatsächlich nicht Ihnen, sondern emwede, sorry.

Kommentar von DrNI, geschrieben am 11.9.2009.:

Die Gleichsetzung von Internet und World Wide Web empfinde ich als gedankenlos. Das ist ja fast als würde man sich über die Zeitungen auslassen und dabei immer nur über den Zeitungsausträger und die Post schwadronieren. Das Internet ist einfach nur eine technische Infrastruktur. Das World Wide Web ist das, was über HTTP im Browser funktioniert und ein komplexes Gebilde aus Medien hervorbringt.

Kommentar von A.S. Reyntjes, geschrieben am 11.9.2009.:

(Ein bisschen nach Heinz Erhardt?

Es muss verschiedne Internetter geben:
Mancher muss dichten, um zu leben.
Oder? Mit „Neffen“ - Quatsch, mit Nichten:
Viele „netten“, um zu unter-ober-richten.

Kommentar von Karl Bruck, geschrieben am 12.9.2009.:

Where is the Life we have lost in living?
Where is the wisdom we have lost in knowledge?
Where is the knowledge we have lost in information?

Kommentar von simone-b2, geschrieben am 12.9.2009.:

@emwede

das ist eine unterstellung die nicht zutrifft. zu meinen zielgruppen gehören ebenso ganz normale angestellte, auch junge! es ist erschreckend wie wenig plan die haben. wie gesagt können die meisten nicht mal google richtig bedienen. sie wissen nicht was blogs sind, geschweige denn daß sie es schaffen eines im backend zu bedienen, nicht mal mit idioten-anleitung. projektarbeit online? noch nie gehört. das alter spielt keine rolle! es gibt keine “generation internet”, das ist ein märchen! gerade ganz junge leute sind zwar viel online, aber in erster linie zum kommunizieren und spielen. vom internet und seinen möglichkeiten haben die keinen schimmer.

und mal ganz zu schweigen von webdesignern - da es immer noch keine gesetzlichen mindest-standards gibt fürs programmieren, haben die meisten websites so krasse sicherheitslücken das einem davon schlecht wird.

auch die macher des manifests selbst haben ja bewiesen daß sie mit den mechanismen des internets nicht umgehen können: sie haben im vorfeld die wirkung falsch eingeschätzt und haben dann falsch reagiert (Iöschen von kommentaren die völlig in ordnung waren, nur eben unbequem).

ich bleibe dabei, daß diese leute keine ahnung davon haben wie gut die leute wirklich mit dem internet umgehen können. noch dazu reden sie von ganz europa! seh mal nach griechenland, da gibt es nicht mal sowas wie ebay! das internet ist dort völlig unpopulär. ich frage mich wirklich, wie macher des manifests auf diesen schwachsinn kommen, vonwegen die meisten menschen in europa würden das internet ganz selbstverständlich nutzen. schön wärs!

Kommentar von Olaf Kreitz, geschrieben am 12.9.2009.:

Als Blogger fühle ich mich ein Stückweit von diesem Manifest representiert. Es seien mir daher einige Anmerkungen gestattet.

Im Großen und Ganzen bin ich ja auf Eurer Seite. Man muss den klassischen Medien aber zugutehalten, dass sie ganz oft die finanzielle Bürde tragen, die mit der Produktion von Inhalten im Internet einher geht. Klar gibt es benutzergenerierte Inhalte, putzige Katzenvideos die drollig in die Milchschale purzeln, neben anderem. Bei Eurer Gegenkritik geht es ja aber um Journalismus. Nun bin ich auf dem Gebiet kein Spezialist, aber in den allermeisten Fällen bedarf es doch eines gewissen Aufwandes solche Inhalte zu produzieren. Da muss man sich nächtelang vor irgendwelchen Clubs, Restaurants, Landtagen oder Turnhallen die Beine in die Bäuche stehen um ein Interview oder verwackeltes Bild zu erhaschen. Da muss man um die halbe Welt reisen, sich in Gefahr begeben, sich von Schauspielern bewerfen und Schlangen beißen lassen um eine Story zu haben, die heute gedruckt, morgen gelesen und übermorgen schon wieder vergessen ist. Das kostet alles Geld, das erfordert Mut, unternehmerisches Risiko und das alles über viele Jahre hinweg, um das Niveau zu erreichen, das wir heutzutage haben, hier in den USA und in Deutschland ebenso.

Daher finde ich es ein bisschen vermessen wenn einige Blogger, die vom heimischen Sofa aus operieren und sich “Journalisten” nennen, weil sie kopieren und kommentieren, sich plötzlich verletzt fühlen. Das alles nur weil die anderen, die die Rechnung bezahlen langsam in Panik geraten und mit vollkommen abstrusen Vorschlägen daher kommen, was die Verteilung von Profiten angeht.

Müsste man nicht gemeinsam an einem Strang ziehen? Wir wollen alle dieses hohe Niveau des Journalismus beibehalten und das Internet wird sich als Kommunikationskanal durchsetzen, das steht doch außer Frage. Jetzt müssen wir nur irgendwie herausfinden, wie wir die Leute bezahlen, die ihren Hintern riskieren um die Nachrichten in aller Welt in unsere Wohnzimmer zu bringen. Idealismus ist auch kein Geschäftsmodell.

(eine detaillierter Kommentar befindet sich auf meinem Blog kreitz.de)

Kommentar von open eyes, geschrieben am 12.9.2009.:

An Internet Manifesto for improving journalism?

This text is below any criticism! There is in this “wrong manifesto” as much dictatorship than there is in the strategy of the big economic and media trusts against liberty of expression and sharing of culture. It is normal since there is really no “difference” ! “The Internet is different” they say. But “different from what ?
So the “manifestors” proclaim: “Money can be made on the Internet” or “Journalism needs open competition” while they pretend to believe that this is not the biggest fish that eat their smaller! As usual. It is normal since “Ownership entails obligations”. Which obligations ? The authors know that: “ownership” purchase body and soul of the intellectual output of the thinking layer of humanity. And it is normal ?
Also a boon for media owners: “No differentiation should be made between paid and unpaid journalism”. Long live for unpaid workers!

Not to mention the confusion that permeates this manifesto without head or tail. Including the genuine apology for ignorance: “the forfeiture of print media’s inalterability is a benefit” certainly because the “print media’s” - in its “inalterability” date of “the mass media of the twentieth century” ! (17th declaration) or at the end of the same paragraph: “Not the journalists who know it all are in demand”.
In this regard, each reader also notices a plenty of tautologies which are clear evidence of thorough thinking.

The “manifestors” to say yet: “No one should try to abscond from this essential adaptation through policy-making geared to preserving the status quo” God! Then, sir and lady “manifestors”, if I may, I say no! There are already the “struggle of life” of “the open competition” for the big fishes to determine “good and poor journalism” and now, the “manifest-dictators” tell us that “No one should try to abscond…”! The small fishes were even not allowed to escape. What freedom is before us here! Sir and lady “manifest-dictators”, are the small fishes allowed - at least - go together to struggle the big fish of the profit which interfered his “Web” in even there (especially there) where someone pretend to to refuse it?

Decidely, “the Internet is not really different”… of this society!

Kommentar von Björn, geschrieben am 12.9.2009.:

Das Internet sollte der erste Ort der Erde sein in dem Frieden herrscht.

Im internet sollten in Zukunft alle Menschen auf eine würdige Weise miteinander umgehen, und der Gewalt die unseren Planeten so plagt abschwören.

Björn

Kommentar von Murat SEVGI, geschrieben am 12.9.2009.:

Ben bu manifestonun gec bile oldugunu dusunuyorum.

?nternetciler ile gazeteciler aras?nda yak?nda savas baslayacak.
Bunu ilk kivilcim olarak goruyorum.

M.Sevgi

Kommentar von Guido Scorza, geschrieben am 13.9.2009.:

Congratulations for the iniziative. If you want, here (http://www.guidoscorza.it/?page_id=1079) an italian - quite good - translation of your work. G

Kommentar von Frédéric Pansch, geschrieben am 13.9.2009.:

Das Internet-Manifest ist letztendlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Alles andere (bzw. genau das) wird die Resonanz zeigen…

Kommentar von capcold, geschrieben am 13.9.2009.:

Danke für diese herausragende Behauptungen! Ich habe gerade die Koreanische version(????) übersetzt, und hoffe für Millionen mehr Leser zu mitdenken.
http://capcold.net/blog/4629

Kommentar von Jean-Luc LUMEN, geschrieben am 13.9.2009.:

Ja das Internet soll frei bleiben, außer Kinderpornographie und wahre Kriminalität und das auf der ganzen Welt, frei soll auch der Mensch sein, nicht wie in Frankreich wo ein Mensch nach einem simplen Gerücht oder nach dem willen eines korrupten Präfektes Lebenslang interniert werden kann, ohne Gerichtsverfahren und gegen den willen von Ärzten (Gesetz von 1838 unter den N° L-3213-2)   

Die einzigen die ein echtes Interesse haben, Internet unter ihre Kontrolle zu bringen,  Informationen zu drosseln und auch eventuell zu manipulieren, sind das nicht die, die im Verborgenen die negativen Verleumdungskampagnen unterstützen oder sogar dirigieren.
Ich meine damit, die korrupten Politiker und die Inquisition das “Innenministerium” 

Komisch, dass dieselben sagen, ” haben sie doch was zu verbergen dass sie gegen die Aufstellung von Überwachungskameras und dem Trojanischen Pferd sind.

Kommentar von Lutz Falkenburg, geschrieben am 14.9.2009.:

Chris97 meinte neulich auf Twitter: “Das Internet besteht aus Nullen und Einsen. Die Nullen haben das Manifest gemacht.

Kommentar von Pikolaus, geschrieben am 14.9.2009.:

Ich habe mich tatsächlich mit dem sogenannten Internet-Manifest beschäftigt.

Hier meine Meinung. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sehr spontan. Und ich bin ein Alter Mann von 54 Jahren, setze mich aber gerne damit auseinander und lerne dazu. Also bitte tolerant bleiben.

Ich stimme zu, dass Informationen im Internet für jeden zur Verfügung stehen, wenn die Person denn weiß, wie Suchmaschinen gefüttert werden müssen, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Und wenn die Person weiß, wie man den Wahrheitsgehalt überprüfen kann. Es ist wahrhaft revolutionär, dass bisher nur einem exklusiven Kreis zur Verfügung stehende Informationen nunmehr offen zugänglich sind.

Es gibt nicht ‘das Internet’. Es ist nicht kostenlos zu haben, die Infrastruktur kostet viel Geld. Die Suchmaschineninhaber sind kommerziell geführte Wirtschaftsunternehmen, welche Mitarbeiter bezahlen müssen. Bezahlen muss es der Nutzer und Werbeanbieter. Ich verlasse Seiten möglichst rasch, in denen ich mit Werbung zugeballert werde. Es nervt. Wer glaubt, alles im Internet sei neutrale Information, irrt. Es stehen immer Menschen dahinter, die die Server erst einmal mit Informationen füttern müssen. Und da stehen Interessen dahinter - wie in der echten Welt.

Es wird behauptet, dass das Angebote im Internet für die Mehrheit der westlichen Welt zum Alltag gehören. Das ist richtig - aber: die Nutzung eben nicht. Dazu bitte nachlesen in Statistiken zur Internetnutzung. Siehe meine erste Folge ‘Ist das Web die Welt?’.

Angeblich sei das Internet frei - nein, es wird gesteuert von vielen Interessengruppen mit viel Geld. Es ist kein neutraler und schon gar kein Grundgesetz.

Die Informationsüberflutung setzt genau den neuen Typ Journalist voraus: ein Mensch, der mir als Nutzer Informationen sortiert, überprüft und zusammenfasst. Da liegt die Chance für die neuen Journalisten, die sich strikt an den geltenden Ehrenkodex halten sollten.

Der Journalismus hat keine gesellschaftsbildende Funktion.

Der gesellschaftliche Diskurs (Erörterung) findet nicht ausschließlich im Internet statt. Das ist eine maßlose Selbstüberschätzung.

Der Verlust des Gedruckten sei ein Gewinn. Strikte Ablehnung von mir: gerade das chronoligische bewahren von Informationen macht es möglich, deren Veränderung zu dokumentieren. Wenn dies damit gemeint ist, dann bin ich einverstanden. Elektronisch gespeicherte Daten sind flüchtig und nicht dauerhaft. Jedenfalls nicht Generationen übergreifend.

Wer bezahlt bitte die Arbeit eines qualitativ guten Journalisten?

Meiner Meinung nach wird der Begriff Journalismus gleichgesetzt mit Informationsbereitstellung. Und es gibt ein Zuviel an überflüssigen Informationen. Und genau hier braucht es den guten und seriösen Journalisten, der in der Lage ist, den Informationsfluss zu ordnen und zu bewerten auf Basis bewährter Grundsätze bzw. Ehrenkodex. Und es tut mir leid: das Internet ist leider auch ein fürchterlicher Ort für Darstellung von Inhalten, die den Weg in ein Printmedium nie finden würden - eben gerade weil dort gute Journalisten arbeiten. Dem Internet fehlen solche Menschen, die den Mut haben, eben bestimmte Dinge nicht ins Netz zu stellen oder umgehend zu löschen. Vielleicht geht dies ja irgendwann über Selbstkontrolle der Community.

Die Katze beißt sich in den Schwanz beim Punkt Urheberrecht. Auf der einen Seite soll jeder selbst über Art und Umfang der Verbreitung seiner geschaffenen Inhalte bestimmen. Auf der anderen Seite soll es erlaubt sein, jederzeit eben diese Inhalte kostenfrei zu kopieren und zu zitieren. Was soll das? Oder habe ich etwas nicht begriffen. Möglich.

Das Internet hebt ‘den Journalismus’ nicht auf eine qualitativ neue Ebene - es ist eine andere, zusätzliche.

Nicht das Internet als imaginäres Fabelwesen sondern die Nutzer können gleichförmige Massenware entlarven. Der Journalismus muss nicht die Ansprüche der Massen erfüllen - er muss sich treu bleiben und egal auf welcher Plattform gut bleiben.

  “Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe.”

So heißt es in Punkt 17. Das ist genau ein wichtiger Teil der Arbeit von Journalisten. Also ist deren Arbeit nun überflüssig. Warum dann einige der vorherigen 16 Punkte als Forderungen an Journalisten und Massenmedien?

Ich bin gespannt, wie die Massenmedien mit dem Internet umgehen. Sie sind übrigens schon mitten drin. Zu glauben, dass das Gebilde Internet ein freier, neutraler Raum sei, halte ich für unwahr.

Möglicherweise wird sich das Berufsbild des Journalisten, wenn es denn eines gibt aufgrund der ungeschützten Bezeichnung, stark verändern oder gar verschwinden. Aber: wenn er weiter existieren soll, dann muss auch dieser leben, muss Geld verdienen um dieses gegen Nahrungsmittel und Unterkunft zu tauschen. Das Internet gibt es nicht umsonst - schon jetzt bezahlen wir User mit einer Flatrate, mit regelmäßig neu gekaufter Hardware, endloser Werbeflut und viel Zeit mit der Suche nach guter Information.

Kommentar von Gerald, geschrieben am 15.9.2009.:

Gähn.Wer soll sich den ganzen scheiß durchlesen? Herr Burda?

Kommentar von Ronald, geschrieben am 15.9.2009.:

Meine Kommentare siehe unter http://blog.ronaldfilkas.de/2009/09/16/das-internet-manifest/.

Kommentar von Pedja Puselja, geschrieben am 16.9.2009.:

Just wanted to tell you that I’ve published Internet Manifesto (respecting your CC) on my blog. The manifesto is translated into Serbo-Croatian language (Srpsko-Hrvatski) from English version.

http://www.blogowski.eu/2009/09/15/internet-manifest/

Kommentar von Oliver Förster, geschrieben am 17.9.2009.:

Hallo.
Grundsätzlich unterstützenswert.
Nur, was passiert, wenn große Medien anfangen, das eigene Süppchen zu kochen und versuchen, auch im Internet deren Wahrheiten als gegeben und heilig darzustellen? Dann wird doch im Internet genausoviel gelogen wie aktuell im Fernsehen.
Wenn Medienanstalten nur noch “nützliche” und/oder teilweise “informative” Nachrichten aus dem letzten Eckchen der Welt bringen ist uns eh nicht mehr geholfen.
Da hilft dann nur noch: ABSCHALTEN.
Fernsehen und Internet.

Kommentar von Núria Masdéu, geschrieben am 18.9.2009.:

I have translated the Internet Manifesto from English - French to Catalan. You can find the Catalan version here:
http://nuriamasdeu.blogspot.com/2009/09/manifest-internet-com-funciona-el.html

Kommentar von Wolfgang Schwalm, geschrieben am 20.9.2009.:

Die Presse war bisher Teil (Lautsprecher) der Herrschenden (4. Gewalt, 1. - 3. Staat) neben Kirchen, Parteien und Gewerkschaften, die alle zusammen die Macht innehaben und damit die Spiel-Regeln unserer Gesellschaft bestimmen. Der Wandel unserer DemoKRATUR zur Basis-DemoKRATIE, dank Internet, macht die Massen-Manipulations-Maschine Presse überflüssig. Wem man seine Pfründe (Geld + Macht) weg nimmt, der beißt zurück! Mir reicht schon der Demokratie-Totengräber Schäuble in Berlin.

Kommentar von Reemtsma, geschrieben am 21.9.2009.:

Ich unterschreibe hier garnichts, sehe das Ganze absolut kritisch und möchte nochmal folgenden Kommentar (Danke Hubertus!) nach oben holen:

Eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken Manifest zu nennen, einfach deswegen, weil eine entsprechende Internet-Domain noch frei war, lässt nichts Gutes ahnen.

Ansonsten habe ich Folgendes zu sagen:
Ad1. „Das Internet ist anders.” – Wer hat Gegenteiliges behauptet?
Ad2. „Schlüssellochfunktion” gilt nur für eine ganz bestimmte Art von Journalismus. „Filterfunktion”, die hat Journalismus wohl, auch im Internet, das ist, was man Auswahl nennt, füher hieß das einmal Dienst am Leser.
Ad3. „Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.” – Was ist eigentlich mit den Millionen Menschen, die ganz gut ohne Internet auskommen und es nur nutzen, wenn sie es brauchen, etwa um ein Bahn-Ticket zu kaufen? Sind die nicht mehr Teil der Gesellschaft? Gilt, dass derjenige, der Debatten etwa auf dieser Website nicht verfolgt, sich selber ins Aus stellt? Und was ist eigentlich mit all denen, die dort wohnen, wo es kein Breitband gibt?
Ad4. Geschenkt.
Ad5. „Das Internet ist der Sieg der Information.” Information ohne Kontext ist nichts.
Ad6. „Das Internet verbessert den Journalismus”. So weit mir bekannt, trifft das mehrheitlich nur auf solche Seiten zu, bei denen direkt oder indirekt Qualitätsanbieter aus der analogen Welt dahinter stehen. Gegenbeispiele immer herzlich willkommen.
Ad7. „Das Netz verlangt Vernetzung.” – Wer widerspricht dem?
Ad8. „Links lohnen, Zitate zieren.” Exakt, so war es schon immer, auch bei Printmedien. Deshalb hat es so umfassende Kontroversen wie den Historkerstreit gegeben.
Ad9. „Das Internet ist der neue Ort für politischen Diskurs.” – Na, dann stellen wir einmal ganz schnell alle Stühle auf die vielen Stammtische in den Kneipen.
Ad10. „Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.” – Genau, das Ganze ist sogar gesetzlich geregelt, seit mindestens 1949 und galt schon immer für alle.
Ad11: „Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.” – Exakt, nur muss man die Informationen auch einordnen und in Wissen umwandeln können. Information per se ist wertlos.
Ad12. „Tradition ist kein Geschäftsmodell.” – Richtig, sagt auch keiner außer Ihnen. „Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen.” – Zahlreiche Beispiele werden sicher folgen, aber bitte keine Quersubventionierungen durch Printverlage anführen, das wäre langweilig.
Ad13. „Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.” – Genau, aber wie durchsetzen? Und was tun, wenn der eigene Text wiederrechtlich irgendwo aufgeführt wird und im Zweifel bei irgendeinem Newsaggregator in Timbuktu lagert?
Ad14. Wie viel Geld kann ein journalisitisches Angebot im Internet durch Werbung wirklich umsetzen, um Gewinne zu erwirtschaften und die Journalisten lebenswürdig zu ernähren? ich hoffe auf zahlreiche positive Beispiele.
Ad15. Schön, dass die Zeiten, in denen der traditionelle Journalismus für teure Zeitungsseiten nur flüchtige Texte produziert hat, endlich vorbei sind und durch so ein langfristig orientiertes Medium wie das Internet ersetzt wurde. Deswegen jagen jetzt auch endlich keine Breaking News mehr durch die Welt, die sich dann als falsch herausstellen und zurückgenommen werden müssen. Endlich Zeit zum Nachdenken! Schön auch, dass mit dem Internet die dort publizierten Texte zu einem „Archiv der Zeitgeschichte” werden, Zeitungen und Zeitschriften waren das ja bekanntlich nie, weshalb die Historiker seit 150 Jahren auch keine Quellen für ihre Thesen hatten.
Ad16. „Qualität bleibt die wichtigste Qualität.” Deswegen hat eine Meldung über Whitney Houston heute auch endlich viel weniger Leser als ein Artikel über, sagen wir, Schwule im Irak.
Ad17. „Alle für alle” – Endlich nur noch aufgeklärte Leser, die nicht mehr jeden Mist glauben, sondern sich auf die Suche machen nach den Quellen. Und keine Meldung wird mehr viral verbreitet, bis nicht geklärt ist, ob es sich nicht vielleicht doch um eine Falschmeldung handelt.

Danke, liebes Internet-Manifest.

Kommentar von Moritz, geschrieben am 21.9.2009.:

Das macht gegen dieses Pamphlet hier wirklich Spaß und entspricht meiner Meinung deutlich eher:

http://www.stupidedia.org/stupi/Das_original_Internet-Manifest

Kommentar von Anton, geschrieben am 21.9.2009.:

Dieses Manifest erinnert mich an typisches,
un-technisches Blogoshere-/Netzwelt-/Hype-Geschwurbel
von Apple-Usern.

Es enthält sattsam bekannte Weisheiten wie:
‘Das Internet lebt von Links, also setzt mehr Links!’ 

Sätze wie: “Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung
ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz.”
Darauf ein Loriot’sches ‘Ah ja!’
Wie soll das kontrolliert werden wo doch schon jeder Browser
im Moment des Ladens eine Kopie anlegt? -> Siehe erster Satz.
Die Forderung läuft auf DRM hinaus. Lest dort weiter…

Nichtssagendes: “Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.”
-> Siehe erster Satz.
Die Verfasser des Manifests meinen sicher ihr unvermeidliches iPhone oder
ein iBook (in der Jackentasche???).
Das ist aber nicht ‘das Internet’, glücklicherweise…

Einzig der Behauptung #4 kann ich zustimmen, alles andere ist schlicht
uninteressant, es läßt sich reduzieren auf ein simples
‘Wir müssen jetzt sehr klug sein!’

Kommentar von Thomas J, geschrieben am 21.9.2009.:

gute zusammenfassung, speziell für digital Natives. Und gute Anregung zur Diskussion - schön gepushed durch alle von Twitter - spiegelonline….
kritisch gesehen: besserwisser zählen Banalitäten auf, teilweise antworten noch bessere besserwisser.
weiter so!

Kommentar von Michael, geschrieben am 22.9.2009.:

Schon richtig was hier zu lesen ist, ganz besonders der Punkt Nr15, sollten sich viele mal etwas genauer merken.

Kommentar von Townes, geschrieben am 22.9.2009.:

das internetmanifest im licht des bundestagswahlkampfs: “Considering today’s status quo of politics and media in Germany, the Internet manifesto may be blown out of proportion. Considering future developments, however, it offers a thrilling and optimistic foresight…”
http://aicgsgermanelection2009.blogspot.com/

Kommentar von Anton, geschrieben am 23.9.2009.:

auch typisch: ‘SEOs auf der Suche nach Google-Suppe werden hier also nicht fündig’ lese ich hier beim Kommentare eingeben. Was macht diese Seite hier??? Lädt still und heimlich ein Google-Analytics-Script und versucht zu spionieren!
-> http://www.google-analytics.com/ga.js

3 Jahre verschärfte Lachhaft!

Kommentar von Pouyan, geschrieben am 25.9.2009.:

Hallo,
ich habe disem Manifect ins persisch ubersetzt.
es ist die Seite:
http://muvi.ir/?page_id=121
schreiben sie da uben:
????? und binden sie dise link zu.
danke.

Kommentar von ufo, geschrieben am 26.9.2009.:

Richtig besser hätt ich es nicht machen können.

Kommentar von Leonardo da Verde, geschrieben am 4.10.2009.:

Der Grundsatz für Journalismus während der Internetzeit - in diesem, offen bearbeiteten Form ist grossartig. Ich danke den Team für solche tolle, humaninistische, befreiende und demokratische Leistung!
Leonardo da Verde

Kommentar von Andreas Vogel, geschrieben am 7.10.2009.:

Wer soll denn wann die ganzen Kommentare zu diesem merkwürdigen Manifest lesen? So kann man die Zeit der Mitmenschen auch klauen: Erst mal was Unausgereiftes ins Netz stellen und dann sagen: Nun diskutiert mal schön… Sagenhaft, was haben diese Onlinejournalisten viel Zeit. Bei Print muss mit Platz genausert werden, Online ist der Platz unbegrenzt. Da gehen rasch Prägnanz und Schlüssigkeit flöten. Ich habe den Eindruck, das Manifest ist Ausdruck einer tiefen Verunsicherung: Die Autoren wollen weiter daruaf beharren, mit dem Internet das alles integrierende Konvergenzmedium des 21. Jahrhunderts gefunden zu haben. Aber das ist es eben ganz sicher nicht, wie sich immer deutlicher herausstellt. Welch verblendete Wahrnehmung: “Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag” Lest Ihr alle keine Ergebnisse der Nutzerforschung?

Kommentar von Tim Kowalewski, geschrieben am 14.10.2009.:

Sehr gut! Es braucht mehr solcher Versuche die Werte des Internet und seiner Nutzer zusammenzufassen.
Somit stehen kritische Grundlagen als Kontrast zu den Bestrebungen für die Einschränkungen des Netzes zur Verfügung.
Diese müssen sich damit einem konzeptionellen Wettbewerb stellen und können so auf rationaler Basis geschlagen werden.

Kommentar von Thomas Müller, geschrieben am 15.10.2009.:

Ich bedaure - na ja, nicht wirklich - der versammelten Schreibergemeinschaft exhibitionisch-narzisstischer Online-Tagebücher, also der vielkolportierten ‘Blogosphäre’, sagen zu müssen:

Ihr seid eine vergängliche Modeerscheinung. In den 70ern waren es Schlaghosen und psychedelische Farben, während der 80er der Walkman, in den späten 90ern Techno und Rave, heute sind eben Blogs der Zeitgeist. Wer hip sein will (oder sich zumindest selbst so fühlen möchte), kübelt seine zumeist äußerst übersichtliche Gedankenwelt vor das gelangweilte Brot-und-Spiele-Publikum - Tiefgang einer Sommerpfütze und lächerlichste Muttersprachfehler sind Ehrensache.

Ihr findet außerhalb Eurer Gemeinde sprachlichen wie gedanklichen Inzests nicht statt.

Geld, Macht und Einfluß werden anderorten verteilt; das wird noch sehr lange so bleiben. Und solange Leitfiguren Eurer ‘Bewegung’ vom Wesen und vom Intellekt eines Niggemeiers sind, bin ich ehrlich gesagt froh darüber.

Euer
Thomas

Kommentar von Carsten Rossi, geschrieben am 15.10.2009.:

Ich bin wirklich kein Freund dieses Manifests (s.o.). Aber die unqualifizierten Einlassungen von Thomas Müller machen mich wider Willen zum Verteidiger. Seine Position ähnelt der eines Benediktinermönches kurz nach der Erfindung des Buchdrucks. Und wenn irgendwo soziopolitischer Inzest stattfindet, dann wohl eher in der Sphäre deren Vertretung er sich hier anmaßt.

CR

Kommentar von Anonym, geschrieben am 16.10.2009.:

Und wieso gibt´s keine buttons für twitter & co zum weiterverbreiten?!

Kommentar von Olsen, geschrieben am 24.10.2009.:

Der Titel dieses Manifests ist irreführend. Seine Ersteller und deren Beweggründe kommen offenbar aus einer in sich geschlossenen Web 2.0-Welt, ohne Relevanz für den Rest der Internetnutzer. Das sieht man schon am Untertitel, der wiederum den Titel selbst reichlich arrogant erscheinen lässt.

Vergleichbares haben andere vor Jahren schon besser und allgemeingültiger vorgetragen. Es wäre schön gewesen, wenn sich die Ersteller diesbezüglich informiert hätten.

Kommentar von Institute for Good Governance (IDUEP) Macedonia, geschrieben am 1.11.2009.:

Link to the Macedonian version of Internet Manifest

Link- Mazedonische Versie, Internet Manifest

http://iduep.blogspot.com/2009/10/blog-post.html

Kommentar von tatzenteter, geschrieben am 2.11.2009.:

was meint ihr eigentlich mit “INTERNETZ”???

das NETZ ist mehr als nur www, aber das geht leider aus den schwammig fomulierten begriffen (mal Netz, dann Internet, dann Web ...) nicht hervor.

Irgendwie zielt ihr nur aus www ab, also BITTE nennt das Kind dann auch beim Namen: World Wide Web.

poeinlich peinlich für Leute, die sich mit Journalismus beschäftigen, die Basics zu vernachlässigen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Internet


taze

Kommentar von taztenteter, geschrieben am 2.11.2009.:

und denne nochwas: wenn ihr hier schon mit behauptungen um euch feuert:

> Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag.

dann bitte auch Belegen, so wie es jeder ordentliche Student auch gelernt hat. DAS erfüllt ja noch nichtmal die Relevanzkriterien der Wikipedia ... “

irgendwie typisch Web2.0: “ICH bin das INTERNETZ!!!! “

für die mehrheit der menschen in meinem bekanntenkreis ist das internet entweder arbeitsgrundlage oder infomedium, aber die ganze web2.0/twitter/social-network geschichte bleibt weit aussen vor. zeitverschwendung, das RL ist spannender.

taze

Kommentar von Oberclown, geschrieben am 11.11.2009.:

Also das sind mal tolle Thesen. Die kann ichs o unterschreiben, weil sie belgen, dass die Verfasser auch Clowns sind.

Kommentar von Oberclown, geschrieben am 11.11.2009.:

Also das sind mal tolle Thesen. Die kann ich so unterschreiben, weil sie belegen, dass die Verfasser auch Clowns sind.

Kommentar von Roland Hartig, geschrieben am 14.12.2009.:

Dazu fällt mir der Ratgeber “Internet-Journalismus - Ein Leitfaden für ein neues Medium” ein, in dem der Herausgeber Klaus Meier in seinem Vorwort den französischen Schriftsteller André Gide zitiert: “Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.” Zugleich sieht er es gelassen: “Die Leserinnen und Leser sollten den Mut haben, die alten Küsten aus den Augen zu verlieren, nicht aber aus dem Gedächtnis.” Genau darauf zielt das “Manifest”, auch wenn es stellenweise provokant formuliert ist. Im Grunde geht es um den Versuch, die neuen digitalen Werkzeuge für neue Felder der journalistischen Arbeit zu erschließen. Diese Thesen sind wichtig!
Glückwunsch, Roland

Kommentar von Tim Gökalp, geschrieben am 29.12.2009.:

Ich beschäftige mich gerade mit “barrierefreit im Internet”. Für Menschen mit geringen sprachlichen Fähigkeiten stellt dieser Text eine absolute Barriere dar. Keine Chance, dass diese das Internet-Manifest verstehen. Ich nehme mir mal die Intention des Internet-Mainifests zu Herzen und übersetzte den Text in die sogenannte “leichte Sprache”. Wer mir dabei helfen möchte, kann mich gerne über meine Webseite kontaktieren.

Kommentar von Klaas Kramer, geschrieben am 6.1.2010.:

Also ich lese immer die positiven Aspekte heraus, die Chancen die sich ergeben.
Ich kann nur den Kopf schütteln über so viele garstige Kommentare.

Kommentar von michael, geschrieben am 18.1.2010.:

das ist kein manifest, sondern eine billige oldschool promo. so stellen sich die unterzeichner ihr netz vor, mit dem sie ihr geld verdienen wollen. das gute am internet ist, daß es sich den versuchen seiner informellen und juristischen territorisierung bisher erfolgreich entzieht. das geht ohne manifest genauso bzw. noch viel besser! ein manifest (lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“) ist an sich schon ein absurder versuch, im zeitalter der verflüssigung/hybridisierung). wir sind erst am anfang und sich einnistende traditionalisten und manifesteure wird der sturm der folgen des internets (die in ihren manifesten aussen vor bleiben müssen) ohne unser/mein hinzutun hinfortfegen. friede ihren manifesten seelen. ahoi!

Kommentar von accadis, geschrieben am 26.1.2010.:

Der Internet-ICE ist mit 300 km/h am tradierten „Verlegerjournalismus“ vorbeigerast. Das Internet-Manifest legt den Finger in die Wunde. Die Erkenntnis: Das bisherige Geschäftsmodell der Verleger funktioniert im WWW nicht mehr.

Denn mittlerweile sind die Fahrgäste von der Dampflok auf den ICE umgestiegen, und das kostenlos! Während die Verleger noch ihren gedruckten, teuren Wahrheiten nachtrauern, entwickelt sich die größte Plattform der Weltgeschichte für Information im rasanten Tempo weiter. Die Akteure im Medienbusiness müssen realisieren, dass das Internet für immer mehr Menschen zum Alltags- und Informationsmedium gehört – und das kostenlos!

Die Autoren des Internet-Manifests loben die Dialogmöglichkeiten, die Freiheiten und die riesige Informationsvielfalt des WWW. Wohl war. Trotzdem werden wir das Gefühl nicht los, dass die „Manifestos“ des Öfteren ihre rosarote Brille nicht rechtzeitig abgesetzt haben.

Wie ist es also um die Sicherheit, die Glaubwürdigkeit und die Qualität im Netz aktuell bestellt? Beispiel gefällig! Seit rund 15 Jahren ist das Internet als öffentliche Quelle nutzbar und noch immer bestehen viele Gefahren.  Besonders bei „älteren“ Usern mangelt es an Aufklärung und Routine mit dem neuen Medium. Auch sie hätten eine „These“ verdient gehabt, aber möglicherweise sind sie ja durch die Maschen des WWW-Jugendwahns gefallen.

Aber wie heißt es so schön, die Dampflok heult auf, aber der ICE rast weiter …


Überlegungen des Seminars „Pressearbeit“ der accadis Hochschule Bad Homburg zum Internet-Manifest

Kommentar von Gerd Steiner, geschrieben am 28.2.2010.:

Im Film der Eisenbahnromatik habe ich mal einen Reporter einen ehrenamtlichen Engagierten fragen hören, wie man so für die Sache (welche einem lieb und wert ist) “Dampf macht”.
Als Antwort kam: “Indem man den Dampf einfach macht.”
Ich schreibe seit 25 Jahren eine eigene Zeitung für und mit Freunden. Aus Kostengründen bin ich auf Netz umgestiegen. Aber leben kann ich davon auch durchs Netz nicht. Mit kommt es nur auf die Motivation an, und dass wir durch andere dabei nicht behindert werden.

Kommentar von cliffarm, geschrieben am 25.4.2010.:

Piefige Aktion, einiger bekannter Wichtigtuer, die im Nachhinein betrachtet gar nichts bewirkt hat. Peinliche Veranstaltung einiger Fastvierziger, die an den Kiddies die mit JavaScript als zweiter Mutetrsprache aufgewachsen sind sang- und klanglos vorüber gezogen ist. Aber Hauptsache mal was geblogt, getwittert. Wack. Wo ist die Übersetzung für die Unterschicht, die höchstwahrscheinlich sowieso die meisten Klicks im Internet machen.

Kommentar von beolex, geschrieben am 4.6.2010.:

ich unterschreibe.

Kommentar von Bernhard, geschrieben am 17.7.2010.:

Interessantes Manifest dem ich großen Teilen zustimmen kann! Einige Kommentare hier schießen jedoch etwas über das Ziel hinaus. Aber dies spiegelt die Meinungsvielfalt zu diesem Thema wieder.

Kommentar von ||||||||||||||||||||, geschrieben am 7.8.2010.:

Ich Stimme dem Internet-Manifest voll und ganz zu. Sehr gut kurzgefasst und ziemlich optimistisch, was ich Begrüße.
Es liegt in der Natur des Menschen, für ein wertvolles Gut die Preislatte entsprechend hoch zu legen.

Und dies ist mehr als ein wertvolles Gut. Internet ist der Inbegriff der Freiheit und der Gleichberechtigung!


Danke!

Kommentar von Eckert, Heiko, geschrieben am 13.9.2010.:

also 15 der Punkte unterschreibe ich immernoch sofort

Kommentar von Otto, geschrieben am 30.9.2010.:

sehr interessantes Manifest dem man zum Großteil zustimmen kann - Allerdings gibts hier doch einige Kommentare, welche absolut nicht gehen ..

Viele Grüße

Otto

Kommentar von hans, geschrieben am 25.11.2010.:

... das Internet sagt: “Danke”!

Kommentar von Florian, geschrieben am 19.12.2010.:

Ich kann mich dessen auch nur anschließen!

Kommentar von Webdesigner K. Huber, geschrieben am 26.12.2010.:

Hmm Interessante Thesen. Allerdings gelten diese scheinbar nicht für alle Länder. Zum Beispiel China. Dort gibt es immer noch Zensur und ganze Inhalte, Seiten etc werden aus dem Internet gefiltert damit die Chinessen nur das zu lesen bekommen was Sie sollen. Weis zwar nicht wie das bei der Menge der Daten funktioniert aber ist schon erstaunlich das es sowas nicht nur im Märchen gibt ..

Kommentar von Novoline, geschrieben am 29.1.2011.:

Man sollte nicht immer gleich alles so schwarz sehen, denn es gibt auch Positive Aspekte.

Kommentar von Kalkiwolf, geschrieben am 14.4.2011.:

So…...versuchen doch tatsaechlich einige onlineKleingeister sich als Schwarmintelligenz zu manifestieren.

Gibt sehr gute Kommentare im Netz ueber die unlogik der Manifestierung im Hintergrundrauschen der freien Informationsbesorgung.

Wer sich als Knotenpunkt von Regeln sieht..der rutscht schnell ins Abseits der eigenen Grossmannssucht ab und wird einfach ignoriert/weil langweilig und begrenzt.
Freiheit der Kunst/des Lebens hatnoch nie auf Regeln der Geldgeier geachtet.

Der Geist ist aus der Flasche…macht mit oder Verschwindet mit eurem altbackenen Manni/Fraui   FEST.
Grade noch da..schon wieder wech…cu later Terminator

Kommentar von Morten Kroatien, geschrieben am 20.10.2011.:

Punkt 6!! Durchgestrichen wurde verändert, und ersetz durch verbessert! Ob das stimmt bin ich mir nicht so sicher, wenn ich Webseiten von Zeitung anschaue, sehe ich sehr viel Müll, und kein Tiefergreifende Journalismus, sicher liegt das hauptsächlich daran das die Zeitung Geld verdiene müssen, ich findet das aber schon schade das es fast nur um Unterhaltung geht

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